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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Im Frühling erneut  auf die Vulkaninsel Lanzarote 15.03. bis 05.04.2009

Teil 4

17. Tag (Dienstag, 31. März)
Es war noch dunkel als ich erwachte. Als die Sonne am Horizont erschien stimmten die Vögel ihre Lieder an. Anfangs waren noch sehr viele Wolken am Himmel, doch nach und nach verschwanden sie und die Sonne kam durch.
„Wie wäre es heute mit einem Kamelritt“ fragte ich Achim.
„Können wir machen.“
„Und anschließend könnten wir doch nach Haria zum Zickleinessen fahren.“
Auch dazu stimmte Achim zu.
Da es recht bewölkt war zog ich mir vorsichtshalber einen Pullover über mein T-Shirt. Außerdem nahm ich meinen Anorak mit. Unterwegs fing es auch tatsächlich zu regnen an. Doch es waren nur wenige Tropfen, die vom Himmel fielen.
Bei den Kamelen bzw. Dromedaren brauchten wir nicht lange zu warten. Wir wurden sogleich zu den Tieren hingeführt und kletterten dann in die Sitze. Als das Dromedar aufstand wurde mir ganz mulmig zumute. Ich hatte furchtbare Angst rauszufallen. Doch dann stand das Tier und trottete hinter den anderen hinterher.
Das Geschaukel war schlimmer als auf einem Kleinboot bei hohem Seegang! Es ging ein Stückchen den Berg hinauf und schon bald wieder runter.
Ich war froh, als wir wieder auf dem Parkplatz angekommen waren. Fasziniert beobachtete ich wie das Tier vor uns auf die Knie ging und sich dann ganz hinsetzte. Mit einem Mal fiel ich nach vorne und schrie vor Schreck auf. Ich hatte darauf gewartet, dass der Kameltreiber unserem Dromedar den Befehl zum Setzen geben würde, wie bei all den anderen auch. Doch „unser“ Kamel wartete nicht darauf.
Der ganze „Ritt“ dauerte vielleicht 15 Minuten und kostete für uns beide 12 €.
Nachdem Achim noch ein paar Fotos von den niedlichen Tieren gemacht hatte setzten wir uns ins Auto um nach Haria zu fahren. Ich schlug Achim vor einen kleinen Umweg zu fahren, denn ich wollte mir gerne einmal den kleinen Ort „Tabayesco“ anschauen,. Dort, so  hatte ich ihn einem Reiseführer gelesen, würden Orangen, Bananen und Avocados angebaut. Auch Mandelbäume sollte es dort geben.
Bevor wir die alte Hauptstadt Teguise erreichten, konnten wir noch eine große Ziegenherde beobachten.
Kurz hinter dem Castello Santa Barbara bogen wir nach Teseguite ab. Dann fuhren wir durch das Dörfchen El Mojón. Dabei kamen wir an dem Ermita de San Sebastián vorbei. Die kleine Kapelle stammt aus dem 16. Jahrhundert und hatte keine Fenster.
Über eine holperige Straße ging es weiter Richtung Mala.
Wir fuhren ein kurzes Stück auf der LZ 1 und bogen dann vor Arrieta nach Tabayeso ab. Bis auf eine Bananenstaude konnte ich von den angegebenen Früchten im Reiseführer nichts sehen. Die Straße schlängelte sich um einen Vulkan. Von der Höhe aus hatten wir einen tollen Blick auf Arrieta und den Atlantic.
Bis auf einen Radfahrer, den wir überholten, kamen uns auf der Straße kaum Autos entgegen, was auch gut war, denn sie war doch reichlich schmal.
Es war schon 14.30 Uhr als wir endlich in Haria ankamen. Ich stieg an der Straße aus und reservierte uns schon einmal einen sonnigen Platz beim Restaurant Dos Hermandos während Achim das Auto auf einem Schotterplatz abstellte.
Als Achim kam hatte ich uns schon ein Bier bestellt und studierte die Speisekarte, obwohl ich von vornherein wusste, was ich essen wollte, nämlich gegrilltes Kaninchen. Achim entschied sich für das gebratenes Zicklein.
Als wir unser Essen serviert wurde erschien an unserem Tisch ein weißer Pudel. Bettelnd schaute er uns an. Zuerst vermuteten wir das er zum Restaurant oder zum Nachbartisch gehören würde. Aber er war ein Streuner, der von dem Ober immer wieder verjagt wurde, was ihn aber nicht weiter störte. Als Achim mit dem Essen fertig war gab ich den Hund die Zickleinkeule.
Weil die Sonne inzwischen so schön schien blieben wir noch etwas sitzen und bestellten uns ein weiteres Bier. Als wir aufbrachen fragte ich Achim ob wir den Rückweg nicht über Costa Teguise antreten könnten. Dort, so hatte ich im Radio Atlantic gehört, gab es einen deutschen Bücherladen. In den wollte ich gerne einmal.
Achim war damit einverstanden und so fuhren wir nach Costa Teguise.
Ich hatte keine Ahnung wo sich der Bücherladen befand und als wir ihn nach einer halben Stunde immer noch nicht gefunden hatten stiegen wir wieder ins Auto und fuhren zurück nach Playa Blanca. Wir waren uns beide einig, dass wir in Costa Teguise niemals Urlaub machen würden. Der Ort ist ein reines Touristengebiet und besteht im Wesentlichen aus Hotels, Bungalows und Apartmentanlagen.
Zum Abendessen bereitete Achim uns die gefangenen Fische vom Vortag zu.

18. Tag (Mittwoch, 1. April)
I
n der Nacht hatte es ein wenig geregnet. Morgens war der Himmel bewölkt und es sah gar nicht nach schönem Wetter aus. Doch gegen 10 Uhr kam  die Sonne durch.
Wir beschlossen noch einmal an den Strand Puerta Muelas zu fahren um ein bisschen zu sonnen. Wenig später waren erneut viele Wolken am Himmel und von der Sonne keine Spur. „Lass uns angeln gehen. Mit dem Sonnen wird es nichts. Schau dir mal den Himmel an“ meinte ich zu Achim, als ich sah, dass er dabei war die Badesachen einzupacken.
„Das wird schon wieder. Wenn es uns zu kalt wird fahren wir eben wieder zurück. Zum Angeln habe ich jetzt keine Lust. Außerdem ist Ebbe. Und wir wollen heute abend doch das Fußballspiel sehen. Da müssen wir sowieso schon früh zurückfahren.“
Ich schaute ihn skeptisch an. Zum faul Rumliegen hatte ich absolut keine Lust. Doch mir blieb nichts anderes übrig. Also fuhren wir zum Strand nach Papagayo.
Wir waren gerade erst wenige Kilometer gefahren als die Sonne wieder schien.
„Na siehst du. Da ist die Klara wieder“ grinste er mich an.
Tatsächlich wurde es über Mittag noch angenehm war. Teilweise sogar so heiß, dass ich mich zum Abkühlen ins Wasser begab.
Gegen 16 Uhr packten wir zusammen und fuhren zurück.
Ich sprang als erstes unter die Dusche. Während Achim für uns eine Kleinigkeit zu essen zubereitete fütterte ich die Spatzen auf unserer Terrasse.„Achim, schau mal. Ist das nicht niedlich?
Der Kleine da, er kann zwar schon selber fressen, lässt sich aber immer noch füttern. Guck mal wie der bettelt!“ Selbst die Eidechsen schnappten sich die Brotkrumen.
Nachdem wir eine Kleinigkeit gegessen hatten gingen wir zur Irish Anvil Bar. Als wir ankamen war es gerade mal 17.30 Uhr. Wir suchten uns einen Platz direkt vor dem Breitbildschirm.
Unter dem Fernseher war eine Tafel auf der die Spiele der Woche standen die gezeigt wurden. Von dem Spiel Wales gegen Deutschland stand jedoch nichts da.
Wir bestellten uns ein Bier und ließen uns die Karte geben. Als das Bier gebracht wurde fragte Achim die Kellnerin auf welchem Fernseher das Spiel Wales gegen Deutschland gezeigt würde. Sie musste erst fragen. Als sie zurück kam sagte sie, dass dieses Spiel nicht gezeigt würde.
Meine Stimmung sank auf Null und mein Appetit war wie weggeblasen! „Wir haben doch extra am Sonntag gefragt ob wir hier das Spiel sehen können. Hätte ich gewusst, dass sie es hier nicht zeigen, wären wir nach Puerto del Carmen ins „Deutsche Eck“ gefahren. Dort wird es auf jeden Fall gezeigt. Aber nun ist es zu  spät. Da bekommen wir keinen Platz mehr.“
Achim beruhigte mich: „Ist doch auch egal. Dann schauen wir uns eben England gegen Ukraine an. Oder Italien gegen Irland.“
„So war das aber nicht gedacht“, schmollte ich weiter. Ich überlegte, ob es wohl in Playa Blanca irgendwo eine deutsche Kneipe gäbe. Aber mir fiel keine ein. In Puerto del Carmen kannte ich ein Pärchen aus Deutschland, das ebenfalls eine Kneipe hatte und wo das Spiel bestimmt gezeigt würde. Aber ich wusste nicht mehr wo genau die Kneipe war. Vielleicht gab es sie auch gar nicht mehr.
Ich schmollte weiter. „Und jetzt?“ fragte Achim. „Wollen wir uns etwas zu essen bestellen?“
„Du kannst dir ja etwas bestellen. Mir ist der Appetit vergangen.“
Dann kam mir eine Idee. „Ich frage mal den deutschen Typen am Hafen. Der, der uns letztes Mal angesprochen hat als wir ein Restaurant suchten.“
„Okay. Ich bestelle mir inzwischen etwas zu essen. Willst du wirklich nichts?“
„Nein“, antwortete ich und machte mich auf den Weg zum Hafen.
Ich umrundete das Gebäude in dem das Restaurant war. Dann entdeckte ich den Mann und winkte ihn zu mir. Als er kam fragte ich ihn wo es eine Kneipe gäbe in der man das Fußballspiel schauen konnte. So genau wusste er es auch nicht: „Ich glaube in der Nähe der Polizeistation gibt es eine Kneipe mit einem deutschen Wirt. Aber ob man dort Fußball gucken kann weiß ich nicht.“
Na, das war ja eine aussagekräftige Antwort. Ich ging zurück zum Irish Pub. „Der konnte mir auch nicht weiterhelfen. So ein Sch…, es muß doch möglich sein, das Fußballspiel irgendwo zu schauen.“
„Komm, beruhige dich. Bestell dir noch ein Bier und schau dir die anderen Spiele an.“
Ich holte mein Handy aus der Handtasche und rief meinen Schwager an: „Hallo Willi. Du, wir sitzen hier im irischen Pub und wollten uns das Fußballspiel anschauen. Sonntag sagte man uns, dass es hier gezeigt würde, doch nun stellt sich heraus das es doch nicht so ist. Schick mir bitte per SMS die Ergebnisse.“
„Oh, das tut mir aber leid. Natürlich mache ich das. Willst du jedes Tor mitgeteilt bekommen?“
„Klar doch.“
„Okay.“
Bevor das Spiel England gegen Ukraine angepfiffen wurde kam die erste SMS: „Deutschland führt 1:0 durch Ballack.“
Ich antwortete: „Italien führt gegen Irland.“
Wir simsten den ganzen Abend. Deutschland gewann das Spiel 2:0. Das 2. Tor war jedoch ein Eigentor der Waliser. Aber egal. Deutschland hatte jedenfalls gewonnen.
Wir konnten natürlich nicht zeigen, dass wir Ukraine die Daumen drückten, denn schließlich waren wir in einer Irischen Kneipe und um uns herum waren fast alle Gäste Engländer oder Iren. England gewann 2:1 und in der Kneipe brach ein Jubel aus.
Als wir wieder in unserem Bungalow waren schaltete Achim den Fernseher ein. Im ZDF wurde eine Zusammenfassung des Fußballspiels gezeigt. Ich schaute sie mir nicht mehr an sondern legte mich schlafen.

19. Tag (Donnerstag, 2. April)
Heute vor 2 Jahren ist meine Schwester an Lungenkrebs gestorben. Ich musste den ganzen Tag an sie denken. Andere Leuten rauchen ihr Leben lang und bekommen nichts. Warum trifft es den einen so früh und den anderen nicht? Wo bleibt da die Gerechtigkeit?
Wie so oft im Leben vermisst man den anderen oder das was man hatte erst dann so richtig, wenn er/es nicht mehr da ist. Vorher nimmt man alles als selbstverständlich hin.
Seid meine Schwester und kurz darauf meine Eltern gestorben sind denke ich viel über das Sterben und den Tod nach. Und natürlich auch über den Sinn des Lebens. Auch Achim hat das alles nicht unberührt gelassen. Wir genießen jetzt jeden Tag und jede Stunde. Wer weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt und wann wir an der Reihe sind.
„Man kann dem Leben nicht mehr Tage geben, aber dem Tag mehr Leben“.
Gegen Mittag setzten wir uns ins Auto und fuhren nach Puerto Calero. Das U-Boot war gerade wieder von seiner Tauchfahrt zurück und die nächsten Gäste warteten darauf einsteigen zu können.
Wir schlenderten am Kai entlang und schauten uns die Schiffe an. Dann entdeckte ich das  Segelschiff „Lippische Rose“ im Hafen. „Schau mal, Achim. Die Lippische Rose liegt da wieder. Schade, dass keiner an Bord ist. Ich würde sonst glattweg fragen, ob wir einmal mitsegeln dürften.“
Ich schaute mich weiter um und sah ein Cafe wo es Eis zu essen gab. „Komm lass uns dort hinsetzen. Ich habe die ganze Zeit noch nicht einen Eisbecher gegessen.“
Wir bestellten uns jeder einen Eisbecher. Anschließend gingen wir zum Wal-Delphin-Museum (Museo de Cetáceos de Canarias).
Wir waren die einzigen Gäste. Die Dame am Schalter erklärte uns was uns erwarten würde. Zuerst wurden zwei Kurzfilme von 8 und 4 Minuten gezeigt. Dann erklärte sie uns das es um die Kanarischen Inseln 27 Walarten gibt und woran sich die verschiedenen Delphine und Wale unterschieden. Danach betraten wir das Museum. Es war wirklich sehr interessant was wir dort zu sehen bekamen. Unter den Fotos und Ausstellungsstücken gab es auch jeweils eine Erklärung in Deutsch.
Als wir wieder gehen wollten sagte uns die Dame am Schalter, dass gerade in den letzten Tagen wieder Wale und Delphine hier an der Küste beobachtet worden seien.
Bevor wir zurück nach Playa Blanca fuhren gingen wir noch ein Stückchen auf der Promenade entlang, setzten uns dann auf eine Bank und schauten aufs Meer.
Nach einer guten halben Stunde fuhren wir weiter.
Auf dem Rückweg bat ich Achim nicht über Yaiza sondern über Femes zu fahren. Wir hielten oben an der Kirche an und stiegen aus. Dann gingen wir in das Restaurant „Balcon de Femes“ wo wir uns auf die Terrasse setzten.
Wieder in Playa Blanca hielten wir am HiperDino Supermarkt. Nach dem Einkauf fuhren wir zum M y M, wo wir uns eine Currywurst mit Pommes bestellten. „Wir machen es genau anders als die Anderen. Wir essen mittags ein Eis und um 16 Uhr, zur Kaffeezeit, bestellen wir uns etwas zu essen.“
Nachdem wir unseren Einkauf im Kühlschrank verstaut hatten zogen wir uns zum Angeln um. Da der Wind mit 40 Stundenkilometern blies zog ich mir über meinen Pulli  auch noch eine Weste an.
Wir waren die einzigen Angler auf der Mole und suchten uns daher den Platz an der Schräge, wo wir schon beim ersten Mal gestanden hatten.
Achim fing gleich wieder eine Gelbstrieme. Wir behielten sie als Köderfisch. Die Gelbstrieme, die ich etwas später fing, setzte ich wieder zurück.
Während wir unsere Posen beobachteten sahen wir am Horizont ein großes Schiff. Der Passagierdampfer hatte auf dem Schornstein das TUI-Zeichen. „Das fährt jetzt bestimmt nach Gran Canaria“, vermutete ich.
Der Wind blies so heftig, dass es manchmal nicht einfach war den Köder auszuwerfen. Ich versuchte mein Glück anfangs ausschließlich mit Calamarisstückchen. Von weitem konnte ich beobachten wie die Pose immer wieder nach unten gezogen wurde, doch sobald ich anschlug hing kein Fisch dran. Dann endlich gelang es mir doch noch einen zu haken. Vorsichtig drillte ich ihn zum Ufer.
Achim nahm seine zweite Angelrute zur Hand, an der ebenfalls eine Segelpose hing. Er beköderte die Haken mit einem Calamarisstück und warf aus. Während sie abtrieb beobachtete er seine andere Pose. Diese tauchte immer wieder ab, ohne dass jedoch ein Fisch hakte. „Ich muss mal kontrollieren, ob überhaupt noch was auf dem Haken ist.“
Achim hatte seine Pose bis kurz vor seine Füße eingeholt, als nichts mehr ging. Der Haken hing unter einem dicken Stein. Er bemühte sich vergeblich die Pose wieder frei zu bekommen. Wenig später riss sie von der Hauptschnur und schwamm frei im Wasser.
„Weißt du was?“ sagte ich zu Achim. „Ich probiere es jetzt einmal mit einem Stückchen Fisch.“
Kaum war die Pose auf dem Wasser tauchte sie auch schon ab um sofort wieder aufzutauchen. Ich wartete einen kurzen Moment und holte sie wieder rein. Natürlich hing kein Köder mehr auf dem Haken. Abgefressen! Auch das nächste Stück Fischfetzen wurde sofort vom Haken gezogen.
„Das gibt’s doch nicht. Ständig wird der Köder vom Haken gezogen ohne dass ich einen zu packen bekomme. Ich nehme jetzt das Schwanzstück und werfe noch einmal aus“, sagte ich zu Achim. Kaum hatte ich den Satz zu Ende gesprochen kamen mehrere hohen Wellen auf uns zu. Achim sprang schnell nach hinten, konnte es aber nicht mehr verhindern nasse Füße zu bekommen.
Gegen 19 Uhrbeobachtete wie schon die Tage zuvor weiter draußen Fische die aus dem Wasser sprangen. Von diesem Moment an waren die kleineren Fische verschwunden.
9
Wir packten unsere Sachen und gingen zurück zum Bungalow.

20. Tag (Freitag, 3. April)
„Ich würde heute gerne noch einmal nach Papagayo fahren“, meinte Achim als er aufgestanden war.
„Und ich möchte heute unbedingt in die Galerie in Yaiza“ antwortete ich.
„Die hat aber doch erst um 17 Uhr auf.“
„Weiß ich. Dann fahren wir nach dem Baden dort hin. Bitte!“
„Okay. Können wir machen.“
Wir blieben von 12 bis 16.45 Uhr am Strand. Es war wie zu erwarten viel los, d.h. es waren sehr viele Badegäste da. Wir suchten uns ein freies Plätzchen und breiteten unsere Matten aus. Achim spazierte als erstes wieder am Wasser entlang, während ich mein Buch zur Hand nahm. Die Sonne meinte es so gut mit uns, dass es mir nach kurzer Zeit schon zu heiß wurde.
Auch der Sand hatte sich aufgeheizt, so dass einem die Fußsohlen brannten, wenn man darauf lief.
Nach einer Weile wurde mir so heiß, dass ich es in der Sonne nicht mehr aushielt. Ich ging mit Achim zusammen ans Wasser.
Doch bei den hohen Wellen traute ich mich nicht hinein. Achim dagegen hatte seinen Spaß. Ich blieb am Strand stehen und schaute ihm zu. Einige Male bekam ich es jedoch mit der Angst zu tun, als ich sah, dass eine hohe Welle ihn erfasste und er nicht sofort wieder auftauchte.
Als Achim endlich aus dem Wasser kam sagte ich zu ihm: „Wären wir in Puerto del Carmen gewesen, hätte dort bestimmt eine rote Fahne gehangen, die das Baden untersagt. So war es früher jedenfalls.“
Doch Achim meinte nur, es hätte einen riesigen Spaß gemacht.
Wir lagen wieder auf unserer Matte als zwei Katamarane vorbei fuhren. „Schau mal, Achim. Mit dem würde ich auch gerne einmal mitfahren. Wenn wir schon keine Hochseetour machen, dann wenigstens so etwas.“
„Da kannst du aber nicht angeln“, meinte Achim trocken.
„Warum denn nicht? Die fahren doch so langsam. Da könnte man gut schleppen.“
Wir fuhren direkt von Papagayo aus nach Yaiza und gingen in die Galerie. Hauptsächlich waren dort die Bilder des deutschen Malers Wilfried Leitz (er ist auf der Insel unter seinem Künstlernamen Veno bekannt) ausgestellt. Er und seine Frau haben die Galerie 1979 gegründet.
Wir gingen in jeden Ausstellungsraum. Doch keines der Bilder sprach mich so an, dass ich es hätte besitzen wollen. Achim meinte sogar: „Das kriegst du auch hin. Und schau dir mal die Preise an. Jetzt weißt du, was du für deine Bilder verlangen kannst. Vielleicht solltest du eine eigene Galerie aufmachen. Du hast doch schon über 30 Bilder gemalt.“
„Mich hat auch kein Bild >vom Hocker gerissen<“ antwortete ich. „Aber ich will meine Bilder nicht verkaufen. Jedenfalls jetzt noch nicht. Wenn ich in Rente gehe, dann nehme ich die, die im Flur und in der Kantine unserer Behörde hängen wieder mit.“
Wir verließen die Galerie und fuhren nach Femes. Auf dem großen Platz an der Kirche stellten wir das Auto ab und gingen in die „Casa Emiliano“.
Sie liegt etwas zurückversetzt neben der Straße. Da der Wind aus östlicher Richtung kam konnte man es auf der Terrasse mit Blick auf Playa Blanca gut aushalten. Auf der Speisekarte standen u.a. Kaninchen und Zicklein. Wir bestellten uns ein Steak. Fisch wollten wir am nächsten Tag, unseren letzten Urlaubstag, noch einmal in El Golfo essen.
Besonders hübsch war der Garten angelegt. In ihm blühten neben Dahlien, Lilien und Gladiolen sogar Rosen!

21. Tag (Samstag, 4. April)
Es war unser letzter Urlaubstag. Morgens war es, wie eigentlich immer, bewölkt. Der Wind blies weiterhin mit einer Stärke zwischen 5 und 6 aus Nordosten.
Bevor es nachmittags ans Packen ging tätigten wir noch ein paar Einkäufe für Zuhause. Heike hatte sich ein Parfum (Jill Sander Sport) gewünscht. Grischa hatte keinen Wunsch.
Wir fuhren zum Hafen und stellten dort das Auto ab. Dann gingen wir auf der Uferpromenade entlang. Ich sah zwei Männer in Taucheranzügen und mit einer Eisenstange bewaffnet im Hafen schwimmen. Was sie suchten wusste ich nicht. Im Wasser waren dieses Mal sehr viele Segelschiffe zu beobachten. Der Wind hatte gegen Morgen etwas nachgelassen, aber zum Segeln war er optimal.
In einer Parfümerie kaufte ich für Heike das Gewünschte. Es war inzwischen sehr warm geworden. Wir setzten uns in der Einkaufsstraße auf eine Bank und überlegten, was wir als Nächstes tun sollten.
„Was hältst du davon, wenn wir nach El Golfo fahren um dort noch einmal Fisch zu essen?“  Achim war damit einverstanden.
Wir gingen zurück zum Parkplatz. Die beiden Taucher, die wir anfangs gesehen hatten, kamen gerade aus dem Wasser. Am Strand lag schon ein großer Krebs, die sie gefangene hatten. Dann kam der zweite Taucher aus dem Wasser. Er reichte seinem Kollegen den Stab, auf dem sich viele Tintenfische befanden.
Wir fuhren Richtung El Golfo. Unterwegs hielten wir bei Los Hervideros an und stiegen aus. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert, wenn wir durch die Lavamassen fahren. Ich glaube, so hat es vor Millionen vor Jahren auf unserem Planeten ausgesehen.
Und auch die Brandung, die an die Felsen knallt lässt mich immer wieder staunen, welche gewaltigen Kräfte da frei werden!
In El Golfo parkten wir unseren Wagen am Ende der Ortsdurchgangsstrasse. Wie schon bei unserem letzten Besuch angelte die Frau mit ihrer Stipprute wieder nach den kleinen Fischen. Während wir am schwarzen Strand entlang schlenderten entdeckte ich ein Teil eines Krebses.
Ein paar Meter weiter sah ich das Gerippe eines Fisches in den Steinen liegen.
Da Achim nur Sandalen an seinen nackten Füßen hatte und auch ich immer wieder kleine Steine in die Schuhe bekam entschlossen wir uns auf der Straße weiterzugehen.
„Was meinst du? In welches Lokal sollen wir gehen?“ fragte mich Achim.
„Weiß ich auch nicht. Aber ich würde gerne mal dort essen, wo wir bisher nicht waren.“
Das „Lago Verde“ machte einen guten Eindruck. Außerdem saßen dort schon ein paar Einheimische, was immer ein gutes Zeichen ist.
Der Ober empfiehl uns eine Fischplatte, aber zum Grätenpulen hatten wir keine Lust, daher bestellten wir uns jeder ein Fischfilet. Achim fragte, um was für einen Fisch es sich dabei handeln würde. „Corvina“, antwortete der Ober. Es kostete pro Person 12 €, was ein angemessener Preis war.
Auf der Rückfahrt hielten wir noch ein paar Mal an um einige Fotos zu machen. Dabei sahen wir mehrere Angler. Wir fragten uns, wie sie von dem Platz, auf dem sie standen, einen Fisch landen wollten!
Manche Leute sind mehr als leichtsinnig. An einer Stelle, wo ein Holzkreuz aufgestellt war, kletterte eine Touristin in Badeschlappen über die Klippen!
Achims Kommentar dazu: „Kein Wunder, dass hier öfter die Feuerwehr zur Hilfe gerufen wird. Bei so viel Leichtsinn.“
Kopfschüttelnd stiegen wir wieder in unser Auto und fuhren zurück nach Playa Blanca.
Als wir wieder in unserer Ferienwohnung angekommen waren machten wir uns sogleich ans Kofferpacken. Nachdem alles, bis auf die wenigen Dinge, die wir am nächsten Morgen noch benötigten, im Koffer verstaut war setzten wir uns auf die Terrasse um das letzte Mal die kanarische Sonne zu genießen. Achim goss uns ein Glas Wein ein und meinte: „Schade dass der Urlaub schon wieder vorbei ist. Ich hätte es hier noch länger ausgehalten.“
„Ich auch. Aber wir kommen doch bestimmt wieder mal hierher. Vielleicht sollten wir dann etwas später reisen, ich denke da an den Monat Mai. Dann ist es noch ein bisschen wärmer und beständiger. Und dann bestünde auch die Möglichkeit einen Marlin zu fangen, wenn wir wieder mal eine Hochseetour machen sollten.“
Nach dem Abendessen verfütterte ich die letzten Brotreste an die Spatzen. Auch sie würde ich vermissen.

Rückflug/Sonntag, 5. April
Beim Klingeln des Weckers war ich sofort wach. Nun war also der Tag der Abreise gekommen. Natürlich freute ich mich auf mein Zuhause, aber ich wäre doch noch gerne geblieben. 
Gegen 6 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Flughafen. Wir stellten den Mietwagen in der Tiefgarage ab. Während Achim Autoschlüssel und Papiere am Schalter abgab blieb ich bei unserem Gepäck stehen. Langsam wurde es draußen hell. Doch die Sonne war nicht zu sehen. Stattdessen war alles in dickem Nebel eingehüllt. So etwas hatte ich hier noch nie erlebt. Es sah etwas gespenstisch aus.
„Hoffentlich verzieht sich der Nebel bald wieder. Ich möchte nicht, dass wir bei dieser dicken Luft starten“ sagte ich zu Achim, als er wieder bei mir war.
„Mach dir keine Sorgen. Wir fliegen erst in gut 2 Stunden. Bis dahin ist der Nebel bestimmt verschwunden.“
Das Aufgeben unseres Gepäcks ging schnell und problemlos vor sich. Ebenso die Passkontrolle. Wir setzten uns auf die Terrasse und rauchten eine Zigarette. Danach schlenderte ich durch die Dutyfree Shops, aber ich fand nichts, was ich noch hätte kaufen können.
Unser Flugzeug startete 5 Minuten später als geplant. Wir flogen an der Westküste Afrikas vorbei. Auch hier war es streckenweise sehr nebelig. Unser Flug verlief ruhig. Wir landeten pünktlich um 13.45 Uhr in Paderborn. Die Heimat hatte uns wieder!

Oerlinghausen, den 12.05.2009