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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Im Frühling erneut  auf die Vulkaninsel Lanzarote 15.03. bis 05.04.2009

Teil 2

9. Tag (Montag, 23. März)
Ich hatte in der Nacht zwar ganz gut geschlafen, aber als ich aufstand tat mir mein rechtes Bein immer noch weh.
Bewaffnet mit unserer kompletten Ferien-Angelausrüstung setzten wir uns gegen 9.30 Uhr ins Auto und fuhren nach Arrieta. Es war kurz nach 10 Uhr als wir bei Birgit und Rudi ankamen. Wir tranken noch einen Kaffee bei ihnen, während Rudi seine Angelsachen zusammen suchte. 
Als Angelstelle schlug Rudi die Küstenregion bei Mala vor. In einer Bucht hatte er schon mehrmals getaucht und große Fische beobachtet. Selbst geangelt hatte er dort bisher noch nicht, jedoch immer wieder einheimische Angler angetroffen.
Unsere Fahrt führte uns von Arrieta nach Mala. Wir durchfuhren den Ort und dann auf einer sandigen und sehr holperigen Piste zur Küste. Manchmal glaubte ich dass der Wagen die Strecke nicht durchhalten würde, so sehr wurden wir geschüttelt. Ich war froh, als wir endlich anhielten. Es muss bei Punta de la Pared gewesen sein, aber so genau kann ich es nicht sagen. Als wir ausstiegen wehte mir der Wind heftig entgegen. Gut, dass ich eine etwas dickere Jacke über mein T-Shirt angezogen hatte!
Gegenüber von unserem Platz standen drei andere Angler. Wir schauten erst einmal nach, ob wir an der Stelle zu Dritt bzw. Viert überhaupt angeln konnten. Nachdem es möglich war holten wir unsere Angelsachen aus dem Auto. Achim und ich entschieden uns für unsere mit einer Segelpose bestückten Ruten. Rudi angelte ebenfalls mit einer Posenmontage.
Zuerst benutzte ich ein Stückchen Tintenfisch als Köder. Achim hatte einen von den kleinen gekauften Fischchen auf dem Haken. Es dauerte auch nicht lange und er bemerkte einen Zupfer an seinem Köder. Als Achim nach einer Weile seinen Köder kontrollierte war der Fisch bis auf den Kopf und die Gräten abgefressen.
Er montierte einen neuen Köder auf den Haken, warf aus und bemerkte schon bald einen Zupfer am Haken. Wieder war der Köderfisch fast vollständig abgefressen.
Ich wechselte nun ebenfalls den Köder. Auch an meiner Rute bemerkte ich schon bald einen Biss und als ich den Köder reinholte bot sich mir das gleiche Bild: Nur noch Kopf und Rückengräten waren am Haken!
Achim wollte unbedingt wissen, welche Fische immer wieder seinen Köder abfraßen. Er nahm einen 12er Haken und steckte ein winziges Stück Tintenfisch darauf. Kaum landete der Köder im Wasser bemerkte er auch schon einen Biss. Wenig später hing einer der kleinen Räuber am Haken! Er ähnelte einer Sardine oder einer Gelbstrieme.
Nun wollte auch ich diese kleinen Fische fangen. Ich nahm einen 14er Haken mit einem Stück Tintenfisch und warf meine Pose ins Wasser. Es dauerte auch nicht lange und sie tauchte ab. Wenig später hatte auch ich einen dieser kleinen Fische am Haken. Meinen zweiten Fang überließ ich Rudi als Köder. Achim und Rudi versuchten nun mit den gefangen Fischen als Köder größere Fische zu fangen. Doch sie hatten kein Glück.
Nachdem ich mich im Auto ein wenig ausgeruht hatte versuchte ich es mit einem größeren Haken und Tintenfischfetzen, aber es gelang mir keinen großen Räuber damit anzulocken.
Die anderen Angler hatten inzwischen ihre Sache gepackt und waren gegangen. Wir probierten es weiterhin vergeblich. Ich wechselte nach einer Weile wieder den großen Haken gegen einen 14er aus und fing auch kurz darauf 4 weitere Fischchen. Dann war Ruhe. Entweder waren die Fische satt oder es war ein großer Räuber in der Nähe, der sie vertrieben hatte.
Kurz vor 15.30 Uhr packten wir unsere Sachen ein und fuhren zurück nach Arrieta.
Obwohl wir keine „aufregenden“ Fische gefangen hatten war es ein sehr schöner und interessanter Tag gewesen.

Rudi versprach sich weiter darum zu kümmern, sein Boot zu Wasser zu lassen. Ich glaube, durch das Angeln mit uns ist er wieder richtig auf den Geschmack gekommen. Wir vereinbarten, dass wir uns am Samstagabend wieder telefonisch melden würden um zu erfahren, ob er sein Boot nun zu Wasser lassen könnte.

10. Tag (Dienstag, 24. März)
Es versprach ein herrlich schöner und warmer Tag zu werden. Schon früh morgens schien die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel.
Wir fuhren zuerst einmal nach Yaiza und schauten uns den schönen, der die Hauptstadt der südlichsten und flächenmäßig größten Gemeinde von Lanzarote ist, etwas genauer an. Yaiza liegt wunderschön in ein weites und tiefes Tal eingebettet. Nördlich des Ortes schaut man auf die Feuerberge. Schon wenn man durch Yaiza fährt fallen einem die blendend weißen kubischen Häuser auf.
Wir parkten das Auto in der Nähe des Plaza de los Remedios, der als Versammlungs- und Festplatz dient. Zuerst gingen wir in die Kirche Nuestra Senora de los Remedios, die an der Cas de la Cultura liegt.  Das Gotteshaus wurde 1690 – 1698 anstelle einer Marieneinsiedelei gebaut. Früher mussten die Bewohner der Umgebung um zu heiraten oder ihre Kinder taufen zu lassen bis nach Teguise gehen bzw. fahren. Erst 1728 erhielt die kleine Kirche den Status einer Pfarrkirche. Durch die Vulkanausbrüche 1730 – 1736 hatte sie stark gelitten und musste erheblich restauriert werden.
Im Inneren stützen vier recht klobige Rundpfeiler aus grau-schwarzem Lavagestein die dunklen Decken. Chorraum und Vierung sind mit einer farbigen Mudéja-Decke zusammengefasst. Es ist die einzige Kirche auf Lanzarote, die von Anfang an bemalt war. Alle anderen erhielten ihre Malerei erst viel später. Die Kirche ist der „Jungfrau der vierzehn Nothelfer“ geweiht. Die Mutter Gottes steht auf einer überdimensionalen Mondsichel und trägt eine schwere Silberkrone, ebenso wie das Jesuskind auf ihrem Arm.
Auf der Rückseite der Kirche befindet sich vor der vor lauter Bäumen kaum noch zu erkennende Plazuela des Victor Femándes das bescheidene Rathaus.
Leider hatte die Galeria Yaiza, die ich mir gerne einmal angesehen hätte, um diese Zeit geschlossen. Sie öffnet Montag bis Freitag von 17 bis 19 Uhr.
Wir setzten uns wieder in den Wagen und fuhren Richtung Uga. Als wir an dem Hotel-Restaurant „Finca de las Salinas“  vorbei fuhren hielten wir kurz an und gingen zurück um es uns von außen anzuschauen.
Es besteht aus zwei restaurierten Herrenhäusern und gehört  zu den schönsten Hotels der Insel.
Auf unseren Touren zum Norden der Insel haben wir immer wieder den wunderschön angelegten und sehr gepflegten Kreisverkehr bei Yaiza passiert.
Wir fuhren weiter nach Uga, der „Schlafstadt der Dromedare“. Zuvor hielten wir an der Fischräucherei an, deren Produkte in vielen guten Restaurants auf der Insel serviert werden. Obwohl es noch keine 13.30 Uhr war hatte die Räucherei geschlossen.
In Uga angekommen, parkten wir in der Nähe der kleinen Kirche San Isidro Labrador des Ortes.
Uga ist bekannt für seine Dromedarzucht. Die Lasttiere sind in mehreren Ställen im und um den Ort untergebracht. Leider konnten wir keinen davon ausmachen, so sehr wir auch danach Ausschau hielten.
Bevor wir nach Playa Blanca zurück fuhren setzten wir uns vor eine Pizzeria um unseren Durst zu löschen. Drinnen standen mehrere einheimische Männer an der Bar. Nachdem wir fast 15 Minuten vergeblich auf die Bedienung gewartet hatten setzten wir uns wieder in unseren Wagen und fuhren weiter.
In Playa Blanca gingen wir in den Irischen Pub und bestellten uns etwas zu Essen und zu Trinken. Während wir auf unsere Bestellung warteten nahm ich mein Handy aus der Tasche und rief zuhause bei meinem Schwager an. Statt sich zu melden hörte ich ihn sagen: „Hier hat es gerade geschneit!“ Ich dachte ich hätte mich verhört: „Hallo Willi. Was sagst du? Es schneit? Das kann nicht wahr sein! Wir sitzen hier bei mindestens 25° C im Schatten.“ 
Tatsächlich war es an diesem Tag sehr warm. Am Himmel war fast kein Wölkchen zu sehen. Nachdem wir uns gestärkt hatten fuhren wir zu den Papagayo-Stränden.
Dieses Mal parkten wir unser Auto am Campingplatz, der einsam und verlassen da lag.
Das schöne Wetter hatte viele Badende an den Strand gelockt, aber wir fanden noch ein Plätzchen, wo wir uns hinlegen konnten. Als ich meine Sandalen auszog und meinen Fuß auf den Sand setzte, hätte ich mich fast verbrannt, so heiß war der Sand.
Achim zog es vor sich ein Stückchen weiter am Strand in den feuchten Sand zu legen, während ich weiter oben an den Felsen liegen blieb. Er ging auch sogleich mit Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet ins Wasser.
Auch mich lockte das kühle Nass. Als Achim von seiner „Exkursion“ zurück kam berichtete er welche Fische er gesehen hatte: „Ich bin mitten durch einen Schwarm Hornhechte geschwommen. Es waren bestimmt an die 100 Stück! Keine großen zwar, aber immerhin. Sie schwammen im Kreis immer um mich herum. Einfach irre! Sie schwimmen nur 30 cm unter der Oberfläche. Außerdem habe ich viele Meerpfaue in verschiedenen Größen gesehen. Und auch schwarz-weiß gestreifte Bänderbrassen und Spitzbrassen. Es ist so herrlich, das müsstest du dir auch einmal anschauen.“
Ich antwortete: „Vielleicht sollten wir hierher gegen Abend einmal zum Angeln fahren. Ich könnte mir vorstellen, dass man mit der Wasserkugel oder Segelpose welche fangen kann.“
Nach einer Stunde hielt ich es in der Sonne nicht mehr aus und ging ebenfalls ins Wasser. Ich schwamm aber nur am Ufer entlang. Achim schwamm erneut weiter raus um noch mehr Fische zu beobachten. Als er wieder zurück war erzählte er mir, dass er dieses Mal auch mehrere sehr große Meeräschen und auch eine Art von Kugelfischen gesehen hatte.
Wir spazierten zusammen am Strand entlang um uns von der Sonne trocknen zu lassen. Plötzlich sah ich im Sand einen schönen braunen Stein liegen. Als ich ihn aufhob und näher beschaute erkannte ich, dass es kein Stein sondern eine Muschel war.
„Schau mal, ich habe eine Muschel gefunden. Wir sollten uns in Playa Honda, wo wir dass Buch mit den 100 Fischen der Kanaren gekauft hatten, auch noch das andere mit den Meerestieren kaufen. Dann könnten wir nachschauen, um was für eine Muschel es sich handelt. Und auch was das für ein Krebs war, den wir beim Angeln gesehen hatten.“
Gegen 17 Uhr begann der „große Aufbruch“. Fast alle Leute verließen den Strand um rechtzeitig zum Abendessen im Hotel zu sein. Auch wir machten uns auf den Heimweg.
Unterwegs hielten wir am HiperDino Supermarkt an um noch ein wenig einzukaufen. Von der Fischabteilung sind wir beide jedes Mal begeistert. Immer wieder werden dort andere Fische verkauft. So bekommt man die Möglichkeit die verschiedensten Arten zu sehen.

11. Tag (Mittwoch, 25. März)
Auch an diesem Morgen schien die Sonne erbarmungslos vom strahlend blauen Himmel. Die Temperaturen lagen im Süden der Insel bei 26° C bei nur mäßigem Wind.
„Ich würde gerne einmal nach Guinate fahren. Dort gibt es einen Tropical Park mit mehr als 1300 exotischen und seltenen Tieren, darunter soll es auch viele Vögel geben. Danach könnten wir ja zum Playa Famara fahren. Mich interessiert, wie der Strand nach dem großen Sturm jetzt aussieht. Und auch das versunkene Schiff, von welchem der Schornstein wieder aus dem Wasser schauen soll, würde ich mir gerne ansehen. Was hältst du davon?“
„Können wir machen.“
Wir fuhren Richtung Arrecife und bogen erst einmal nach Playa Honda ab. Dort gingen wir in den Buchladen und kauften uns ein Buch über die Meeresfauna der Kanaren. In einem Heftchen mit dem Titel „Die Unterwasserwelt der Kanarischen Inseln“ entdeckte Achim einige der Fische, die er beim Schnorcheln gesehen hatte. Da es nur 7 € kostete nahmen wir auch dieses mit.
An Teguise vorbei fuhren wir weiter nach Haria. Die Fahrt von führt über eine serpentinenartige Straße. Wir hielten ein Stück hinter dem Mirador de Haria an und warfen einen Blick ins Tal der tausend Palmen.
In Haria angekommen stellten wir das Auto auf einem Schotterplatz ab und gingen zum Placa León y Castillo.  In den großen Indischen Lorbeer- und alten Eukalyptusbäumen wimmelte es von Vögeln die ein Konzert machten, das alle anderen Geräusche übertönte. Wir setzten uns vor das Restaurant Dos Hermanos und bestellten uns ein Bier. Als ich die vielen Gerichte sah,  die rund um uns herum serviert wurden warf ich einen Blick auf die Speisekarte. Sie enthielt viele Speisen, die ich woanders noch nie gelesen hatte. Unter anderem gab es Zickleinbraten, Lammsteak, gegrilltes Kaninchenfleisch aber auch Wrackbarsch, Meerbarbe und vieles andere.
„Das Restaurant müssen wir uns merken. Leider habe ich im Moment keinen Appetit, aber hier würde ich gerne einmal zum Essen hinfahren.“
Achim antwortete: „Ich auch. Heb dir die Rechnung auf, damit wir die Adresse haben.“
Nachdem wir unsere Getränke bezahlt hatten gingen wir zum Placa de la Constitución. Der kleine, unscheinbare Platz liegt gegenüber dem Rathaus. Ein Lichtschacht in der Mitte des Platzes spendet der darunter liegenden Galerie „El Aljibe“ Helligkeit. Leider hatte auch diese Galerie nicht geöffnet.
Auf dem Platz steht ein kleines Denkmal, das ein Mädchen mit Krug darstellt. Es wird den schönsten spanischen Dörfern verliehen.
Da es schon spät war und wir noch nach Guinate weiter wollten verzichteten wir dieses Mal darauf, das Grab von César Manrique zu besuchen. Er war 1987 von Tahiche nach Haria gezogen und hatte sich hier einen Bauernhof als Wohnhaus und Atelier umgestaltet. Als er 1992 starb wurde er auf dem Friedhof in Haria begraben.
Durch kleine Ortschaften ging es weiter nach Guinate. Als wir vor dem Kassenhäuschen des Guinate Tropical Park standen wollte ich schon wieder umdrehen, als ich den Eintrittspreis sah. Für Erwachsene wurden stolze 14 € verlangt! Nur weil wir einen weiten Weg auf uns genommen hatten bezahlten wir den Eintritt und gingen hinein.
Es waren nur sehr wenige Besucher da, was sicher an dem hohen Eintrittspreis lag. Die meisten Tiere hatten sich um die Mittagszeit in den Schatten verzogen und lagen faul herum oder waren gar nicht zu sehen.
Auch standen einige Käfige leer. Neben den verschiedensten exotischen Vögeln gab es auch Meerkatzen, Schildkröten, Flamingos, Strauße, Faultiere und Pinguine zu sehen.
Die Pflanzenwelt interessierte mich nicht besonders, da ist der Kakteengarten viel schöner anzusehen. Stündlich findet eine Kakadu- und Papageienshow statt, die wir uns – eben wegen dem hohen Eintrittspreis – auch ansahen. Für Kinder ist das sicher ein großer Spaß, die Tiere auf Rollschuhen, Fahrrädern oder im Liegestuhl sitzen zu sehen.
Der Himmel war teilweise bewölkt und die Sonne kam nur selten durch. Trotzdem fuhren wir zum Playa Famara, einen der schönsten Strände der Insel, um uns dort am Strand zu sonnen. Wir breiteten unsere Handtücher aus und schauten den Surfern zu. Das Baden ist hier aufgrund der starken Strömungen sehr gefährlich. Jahr für Jahr kommt es zu tragischen Badeunfällen.
In den 80er Jahren war hier ein Tanker gestrandet. Viele Jahre lang konnte man ihn im Wasser liegen sehen, bis er ganz versank. Durch den Sturm im Frühjahr, der viel Sand abgetragen hatte, war der Schornstein wieder zum Vorschein gekommen.

Als die Wolken immer bedrohlicher wurden und ich zu frieren anfing, setzten wir uns ins Auto und fuhren über Tiagua nach Mancha Blanca und dann über die LZ 67, die durch den Nationalpark Timanfaya geht, zurück nach Playa Blanca. Kurz bevor der Nationalpark endet kamen wir in einen starken Regenschauer, der aber schon in Uga wieder vorbei war.


Oerlinghausen, den 05.05.2009

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