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Achim Kluck

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Uschis Angelberichte und mehr...

Im Frühling erneut  auf die Vulkaninsel Lanzarote 15.03. bis 05.04.2009

Teil 1

Vorbereitung
Im letzten Jahr waren wir Anfang März und dann noch einmal im November jeweils für 14 Tage auf Lanzarote gewesen. Ich hatte mich schon Anfang der 80er Jahre in Lanzarote verliebt, war mir aber nicht sicher, ob sie auch Achim gefallen würde. Umso mehr freute ich mich, als er gleich beim ersten Mal sagte, dass wir dort noch öfter hinfliegen würden.
Beide Male hatten wir unsere Angelrute in einem Transportrohr als Sportgepäck aufgegeben, was uns zusätzlich 25 € kostete.
Als wir im Dezember auf dem Weihnachtsmarkt in Oerlinghausen waren gingen wir in ein Reisebüro  und buchten für März unseren nächsten „Inseltripp“. Dieses Mal, so hatten wir uns überlegt, wollten wir gleich 3 Wochen bleiben. Wir buchten unseren Urlaub vom 15. 3. bis 5.4.wieder im Hotel Atlantic Gardens in Playa Blanca. Als es um die Anmeldung unseres Sportgepäcks ging, gab es Probleme. Angelsachen durften nicht als Sportgepäck aufgegeben werden! Es war lediglich gestattet, eine Angelrute im Koffer zu transportieren. Wie sich die Reiseveranstalter bzw. Fluglinien das vorstellten – keine Ahnung. Wenn man nicht gerade über eine Reise-Teleskoprute verfügte, dann war das wegen der Länge einfach unmöglich. Natürlich hätten wir auch mehr Angelruten mitnehmen können. Dafür sollten dann pro Kilo zusätzliches Gepäck 8 € fällig werden. Das hätte bedeutet, dass wir bei 10 kg zusätzliches Gepäck pro Flugstrecke 80 € gezahlt hätten.
Nach langem Hin und Her und einigen Telefonaten mit der Fluggesellschaft Air Berlin fanden wir eine Lösung: Wir kauften für jeden von uns für 40 € eine Servicekarte, die 1 Jahr gilt und konnten so pro Person statt 20 kg 30 kg Freigepäck mitnehmen.
Nachdem dieses Problem gelöst war sahen wir unserem Urlaub gelassen entgegen.
Eine Woche vor unserer Reise feierte ich mit Verwandten, Freunden, Kollegen und Nachbarn meinen 60. Geburtstag. Ich wünschte mir als Geschenk Geld, damit ich mir Malsachen kaufen konnte.
Ein paar Wochen vorher war ich – eigentlich durch eine „Schnapsidee“ meiner Kollegin Brigitte – wieder mit dem Malen angefangen. In den 70er Jahren hatte ich einige Ölbilder gemalt, die ich jedoch alle auf Drängen meines Ex verkauft hatte. Mitte der 90er versuchte ich mich in der Aquarellmalerei, ließ es später dann jedoch wieder sein. Der Umgang mit diesem „Material“ war mir etwas zu schwierig. Auch ein Kursus an der Volkshochschule brachte mich nicht weiter.
Als Brigitte die Idee unterbreitete, den Flur in unserem neuen Bürogebäude mit Bildern zu versehen, die wir selbst gemalt hatten (wir wollten lediglich die 15 Holzrahmen in 70 x 100 cm und 3 Rahmen in 50 x 70 cm bunt anstreichen), erwachte ich mir erneut der „Maltrieb“. Ans Angeln war zurzeit sowieso nicht zu denken. Erstens hatten die Raubfische Schonzeit und Zweitens spielte das Wetter in Deutschland nicht mit. Wir hatten seit Neujahr ständig Temperaturen um die 0° C und wenn es nicht schneite, dann regnete es in einer Tour.
Zuerst wollte ich ein großes Bild mit Wasserfarben malen, doch dann entschied ich mich für Acrylfarben. Dieses Medium kannte ich zwar noch nicht, aber es war der Ölmalerei ähnlich.
Jede freie Minute investierte ich nun ins Malen. Nach und nach hingen im Flur und Sozialraum unserer Behörde Bilder, die ich gemalt hatte . Obwohl ich ein blutiger Anfänger bin gefielen sie nicht nur meinen Kollegen sehr gut sondern auch meiner Dienststelle. Man fragte mich sogar, wie viel ich dafür haben möchte! Doch ich wollte nicht schon wieder meine Bilder verkaufen – jedenfalls war ich jetzt noch nicht dazu bereit.
Achim fragte mich vor einigen Wochen, ob ich schon einmal ins „Lanzarote-Forum“ geschaut hätte. Erstaunt antwortete ich: „Nein, wo gibt es das denn?“ „Im Internet natürlich“, antwortete er.
Nachdem er mir die Seite aufgerufen hatte, meldete ich mich gleich an und stellte ich u.a. Fragen wie: „Angeln auf Lanzarote“ und  „Künstler auf Lanzarote“.
Die Antworten, die ich bekam, kamen prompt und waren ausführlich. Dieses Forum kann ich nur jedem „Lanzarote-Interessierten“ empfehlen.
Durch meinen bevorstehenden runden Geburtstag und meinem neu entfachten Malfieber (und dem schlechten Wetter zuhause und auch auf den Kanaren) blieb mein Reisefieber etwas zurück. Erst als ich zwei Tage vor unserer Reise eine PN von einem Forum-Mitglied erhielt stieg es an. Rubi, so lautet der Username, schrieb, dass ihr Mann über ein eigenes Boot verfügte und auch Angler sei. Das Boot läge in Arrieta, wo sie auch wohnten, und sei 2 Jahre lang nicht zu Wasser gelassen worden. Sie wollte ihn aber überreden, mit uns einmal rauszufahren. Als ich das las, schlug mein Herz einen Purzelbaum!

Hinflug/1. Tag (Sonntag, 15. März)
Wir starteten wie beim letzten Mal um 5.50 Uhr mit der Air Berlin von Paderborn aus. Der Flug verlief ruhig. Wir saßen vorne in der 5. Reihe, wo sich überwiegend Familien mit Kleinkindern und Rentner befanden. Da wir schon um 3 Uhr aufgestanden waren wollte ich im Flugzeug ein wenig schlafen. Doch das war leider nicht möglich. Ein Kleinkind in der Reihe hinter uns weinte während des ganzen Fluges.
Gegen 9 Uhr Ortszeit landeten wir in Arrecife. Nachdem wir unser Gepäck in Empfang genommen hatten gingen wir zum Autovermieter und ließen uns die Wagenschlüssel geben. Eine Stunde später kamen wir im Atlantic Gardens an. Wir hatten bei unserer Buchung gefragt, ob wir den Bungalow Nr. 301 bekommen könnten. Wie sich jedoch herausstellte, war dieses in Privatbesitz. Dafür hatte man uns den Bungalow Nr. 419 reserviert.
Ich war zuerst ein wenig erschrocken, da ich glaubte, es läge nach oben zur Straße hin. Doch als wir nachschauten beruhigte ich mich wieder. Die Lage war hervorragend. Wir brauchten nur wenige Schritte um am Strand bzw. Ufer zu sein. Auch der Parkplatz lag direkt vor „unserer Nase“.
Da unser Bungalow noch nicht gereinigt war, setzten wir uns an die Poolbar und tranken erst einmal ein Bier. Die Sonne schien vom leicht diesigen Himmel. Für den Nachmittag waren Temperaturen von 27° C vorher gesagt worden. Schon morgens war es sehr warm und natürlich wie immer windig.
Als wir gegen 14 Uhr endlich unseren Bungalow beziehen konnten war ich, nicht nur wegen der 2 Bierchen,  total geschafft. Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten setzten wir uns ins Auto und fuhren Richtung Hafen. Bevor wir einkauften gingen wir in den Irish Pub und bestellten uns einen Hamburger. Danach deckten wir uns in einen Tabakladen mit Zigaretten ein. Dann gingen wir in den Supermarkt und tätigten unseren Einkauf für die kommenden Tage.
Eigentlich wollte ich mich nur ein wenig auf dem Bett ausruhen, doch ich schlief sofort ein. Auch Achim hatte sich hingelegt. Die Sonne war schon lange untergegangen, als ich erwachte. Ich überlegte, ob ich liegenbleiben und bis zum anderen Morgen durchschlafen sollte, entschied mich dann jedoch dagegen. Ich weckte Achim. Auch er war noch müde und wollte zuerst nicht aufstehen. Doch dann rappelten wir uns beide auf.
Gegen Mitternacht legten wir uns erneut schlafen.

2. Tag (Montag, 16. März)
Ich hatte wunderbar geschlafen! Es war schon hell, als ich aufwachte. Es war zwar wieder reichlich windig (als wir uns schlafen legten war es fast windstill gewesen), aber die Sonne schien vom blauen Himmel.
Während der Kaffee durch die Kaffeemaschine lief las ich in aller Ruhe das Inselmagazin „Lanzarote 37°“, das wir bei unserer Ankunft im Hotel gekauft hatten. Es enthält viele Informationen und Tipps. Die 2 €, die es kostet, sind gut angelegt.
Im Radio hörte ich, dass am kommenden Freitag und Samstag das Malparis Festival (großes Straßenfest) in Arrecife stattfinden würde. Vielleicht würden wir uns das ja einmal anschauen.
Um 11.30  Uhr gingen wir zur Rezeption wo eine Informationsveranstaltung  von IST stattfand. Außer uns waren 3 weitere deutschsprachige Touristen anwesend. Die Reiseleiterin gab uns einige neue Informationen. Im Großen und Ganzen kannten wir und auch die anderen die Insel schon sehr gut, so dass sie uns darüber nichts mehr zu erzählen brauchte. Auch dieses Mal fragten wir nach,  ob man fürs Angeln auf Lanzarote eine Erlaubnis bräuchte. Sie antwortete uns, dass ihr eine schriftliche Antwort vorläge, in der es hieße: „Im Prinzip braucht man für das Angeln auf Lanzarote keine Erlaubnis.“ Was mit dem Ausdruck „Im Prinzip“ gemeint war wusste sie auch nicht. Einer der anwesenden Gäste sagte zu uns, dass er hier in der Anlage einen Touristen getroffen hätte, der 10 Wochen bliebe und ebenfalls angeln würde. Wir sollten ihn einmal fragen, vielleicht könnte der uns mehr dazu sagen.
Wir verabschiedeten uns, setzten uns in unseren Wagen und fuhren nach Playa Honda.
An der Schnellstraße liegt das Einkaufszentrum „Deiland-Center“. Wir gingen ins Untergeschoss, wo es u.a. einen Buchladen gibt. Dort fragten wir nach dem Buch „100 Peces de Canarias“. Wir hatten Glück und erwischten das letzte vorrätige Buch. Anschließend gingen wir in den „Baumarkt“, wo mir sofort die „Angelabteilung“ bzw. die vielen Angelruten ins Auge fielen. Hier gab es alles, was das Anglerherz begehrte. Lediglich auf  eine fachliche Beratung mussten wir verzichten, denn die Verkäuferin verstand nicht nur kein Deutsch, sie verstand auch kein Wort Englisch. Achim kaufte zwei Popper, einen in weiß-rot und den anderen in knallig bunt. Wir besorgten uns noch eine größere Salatschüssel, zwei Salatschälchen, zwei große Kaffeebecher, zwei Bierkrüge und einen Pfannenwender aus Plastik. Im Hiper Dino Markt (er ähnelt unserem deutschen Marktkauf oder auch Handelshof) kauften wir einige Lebensmittel ein. Diesen Markt, so erzählte uns die Reiseleiterin, gibt es auch in Playa Blanca.
Während ich in einem Cafe ein Stück Kuchen aß ging Achim zu unserem Auto, dass wir in einer Seitenstraße geparkt hatten und holte es. Wir verstauten unsere Einkäufe im Kofferraum und gingen dann in ein Sportgeschäft, wo Achim sich eine Sonnenbrille kaufte.

Auf der Rückfahrt zeigte das Thermometer im Auto eine Außentemperatur von 31° C an. Tatsächlich kam es einem durch den Calima (heißer Wind aus der Sahara) noch wärmer vor.
Wir hatten im Supermarkt ein Pfund Fische (Sardinen?) gekauft, die wir zum Angeln nehmen wollten. Diese verstauten wir portionsweise im Kühlfach unseres Kühlschrankes.
Gegen 17 Uhr nahm Achim seine Spinnrute und ging zum Ufer, wo er den neuen Kunstköder ausprobierte. Ich folgte ihm 15 Minuten später. Er sagte mir, dass er einen Biss gehabt hätte, aber der Fisch hatte nicht gehakt. Nach einer halben Stunde erfolglosen Auswerfens der verschiedenen Kunstköder packte er seine Sache zusammen und wir gingen zurück zum Bungalow.
Da ich keine Lust hatte in einem Restaurant zu essen bereitete Achim für uns ein Abendessen (gemischten Salat und für jeden ein Steak) zu. Im ZDF lief ein etwas langweiliger Krimi, den wir uns anschauten.

3. Tag (Dienstag, 17. März)
Morgens um 7 Uhr war der Himmel rundherum voller Wolken. Der Wind hatte gedreht und kam nun aus Südwest. Das bedeutete, dass es abwechselnd sonnig und wolkig sein würde und auch mit kleinen Regenschauern zu rechnen sei. Zum Angeln war es ideal.
Wir beschlossen zuerst einmal in den malerischen FKK-Badeort Charco del Palo bei Mala zufahren. Hier befindet sich der offizielle FKK Strand von Lanzarote.
In drei natürlichen, von der Lava geformten Meerwasserbecken, kann man in ruhigem Wasser baden. Wir parkten unseren Wagen in der Nähe des Supermarktes und suchten uns dann ein Plätzchen am „Gezeitenbecken“, der sog. Badewanne. Während wir uns sonnten schauten wir zu, wie sich das Becken durch die Flut mehr und mehr füllte. Im Wasser schwammen viele kleinere Fische, u.a. auch die blauen Pfauenfische, die von den Badenden gefüttert wurden.
Die Wolken war inzwischen verschwunden und die Sonne schien vom blauen Himmel auf uns herab. Die Temperatur lag bei 24° C und es wehte ein angenehmer kühler Wind.
Nachdem Achim sich im Becken abgekühlt hatte, ging auch ich hinein. Doch ich kam sofort wieder heraus, denn ich hatte keine Badesandalen mitgenommen und das Laufen mit nackten Füßen auf den vielen kleinen Steinen am Boden war sehr beschwerlich.
Wir blieben bis ca. 16 Uhr und fuhren dann nach Arrieta, wo wir Rubi einen Besuch abstatten wollten. Nach etwas Suchen fanden wir auch ihre Töpferwerkstatt, die in der Nähe des „Blauen Hauses“ liegt und donnerstags und freitags für Besucher geöffnet ist. Als auf unser Klingeln keiner aufmachte, rief ich sie auf meinem Handy an. Aber sie schien nicht zuhause zu sein, denn es nahm keiner ab.
Wir gingen ins „El Charcon“ und bestellten uns etwas zu Essen.
Achim entschied sich für eine gegrillte Seezunge während ich gegrilltes Fischfilet wählte. Die Portionen waren groß und schmackhaft.
Ich schrieb auf meine Visitenkarte zwei Sätze an Rubi und steckte diese, bevor wir unseren Rückweg nach Playa Blanca antraten, in ihren Briefkasten.
Unterwegs, an der Verkehrskreuzung nach Mozaga, hielten wir an einem leuchtend roten Mohnfeld für ein Foto an.
In der Nähe des Monumento al Campesino hatte sich jemand einen kleinen Garten angelegt. Ein Stückchen weiter standen zwei Bauern auf ihrem Feld und unterhielten sich.

4. Tag (Mittwoch, 18. März)
Als ich gegen 8 Uhr aufstand schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Die Temperaturen sollten tagsüber um die 24 C erreichen, hörten wir im Radio. Ab und zu könnte es auch kleine Schauer geben.
Wir packten gegen 11 Uhr unser Notebook ein und setzten uns ins Auto. In der Avenida  Papagayo sollte es einen deutschen Schlachter geben, den wollten wir aufsuchen. Unterwegs fing es leicht zu stippen an. Wir parkten unseren Wagen und gingen Richtung Playa Dorada. Dabei kamen wir am Cafe Aroma vorbei. Es wurde im Mai letzten Jahres eröffnet. Im Internet las ich, dass das Cafe von Carina und Malcom geführt wird und eine Mischung aus einem englischen Sandwich Laden und einer deutschen Bäckerei ist.  Hier gibt es ein großes Angebot an Snacks – auch zum Mitnehmen. Für den Abreisetag kann man ein „Flughafenpaket“ bestellen, welches einen gut gestärkt nach Hause bringen.
Wir schlenderten weiter, als der Himmel plötzlich seine Schleusen öffnete.
Es gab einen Regenschauer, wie ich ihn auf Lanzarote noch nie erlebt hatte. Es schüttete fast eine ganze Stunde lang.
Wir suchten uns einen Platz in der Waxbar, wo wir unser Notebook auspackten und uns ins Internet einzuwählen versuchten. Dank der Hilfe der Bedienung klappte es nach mehreren Minuten. Wir schickten Heike und Grischa eine E-Mail mit zwei Fotos als Anhang. Außerdem wählte ich mich ins Lanzarote Forum ein. Ich schrieb Rubi eine PN, in der ich ihr mitteilte, dass wir ihr eine Visitenkarte hinterlassen hatten als wir sie tags zuvor nicht antrafen und vorhaben, sie am anderen  Tag zu besuchen.
Als sich der Himmel aufklarte gingen wir ein Stück die Straße entlang auf der Suche nach dem „deutschen Schlachter“, von dem wir im Radio gehört hatten. Dort wollten wir uns fürs Abendessen ein paar Würstchen kaufen. Doch sosehr wir auch schauten, wir konnten ihn nicht entdecken. Enttäuscht setzten wir uns wieder ins Auto und fuhren zurück zu unserem Bungalow. Unterwegs hielten wir noch einmal an und gingen in einen Supermarkt. An der Fischtheke schaute ich der Verkäuferin zu, wie sie für ein paar Kundinnen einen Fisch ausnahm, schuppte und in Portionen teilte.
„Schau mal Achim. Hier kann man auch Galofilet kaufen. Es kostet 12,95 € das Kilo.
Vielleicht sollten wir uns etwas mitnehmen.“
Achim antwortete: „Wir wollen doch gegen Abend angeln. Vielleicht fange ich ja wieder einen. Warten wir’s ab.“
Wir kauften also kein Galofilet sondern fürs Angeln einen Tintenfisch.
Als wir wieder in unserer Wohnung waren bereitete Achim schon einmal den Salat zu,  den wir dann später essen wollten, während ich ein wenig in meinem Krimi las. Als die Sonne schien legten wir uns auf unsere Liegen. Doch 5  Minuten später fing es erneut zu regnen an. Wir flüchteten ins Haus und legten uns ins Bett. Als wir 2 Stunden später aufwachten war der Himmel wieder hell.
Wir montierten unsere Angelruten und gingen ans Wasser. Die Flut war noch nicht zurück gegangen. Schon bald versank die Sonne am Horizont. Wir warfen unsere Montagen  (ich nahm eine Wasserkugel und Achim eine Pose) aus, doch für unsere Köder (Tintenfischfetzen ) interessierte sich kein Fisch. Entweder waren dort wo wir angelten keine Fische oder aber sie hatten keinen Appetit.  Als ich meine dicke orange Wasserkugel erneut auswarf  (ich hatte statt eines Fischfetzens einen kleinen Köderfisch auf den Haken gesteckt) klatschte sie irgendwie komisch auf dem Wasser auf. Als ich die Schnur spannen wollte merkte ich,  dass die Wasserkugel nicht mehr da war. Beim Werfen war das Vorfach gerissen! Zuerst war ich darüber sehr ärgerlich. Erst einige Minuten später montierte ich eine neue, kleinere an die Hauptschnur.
Als sich nach mehr als einer Stunde nichts tat packten wir unsere Ruten zusammen und gingen zurück in unsere Wohnung.
Im Fernsehen (ZDF) lief die Sendung „Wie schlau ist Deutschland“, die wir uns anschauten. Gegen 23 Uhr legten wir uns schlafen.

5. Tag (Donnerstag, 19. März)
Als ich gegen 6.30 Uhr nach draußen schaute war der Himmel leicht bewölkt. Wie ich an den nassen Terrassenmöbeln feststellen konnte hatte es auch nachts geregnet. Gegen 8 Uhr kam die Sonne durch und die Wolken waren fast verschwunden.
Gegen 11 Uhr fuhren wir Richtung Norden. Bevor wir Rubi in Arrieta besuchten hielten wir in Carco del Palo an und gingen zum Gezeitenbecken. Wir legten uns in die gleiche  „Burg“, wie schon vor 2 Tagen.
Wenn keine Wolken am Himmel waren brannte die Sonne erbarmungslos auf uns herab. Dieses Mal hatte ich meine Anglersandalen angezogen, mit denen ich ins Wasser gehen konnte. Achim hatte seine Taucherbrille und Schnorchel dabei und ging hinter die Felsen ins Wasser um dort Fische zu beobachten. Ich schwamm derweil im vorderen Becken. Das Wasser hatte angenehme 19° C.
Als am Himmel immer mehr Wolken auftauchten wollte Achim noch einmal schwimmen. Wir gingen zusammen zum Affenbecken, wo eine Leiter angebracht war, an der man ins Wasser steigen konnte.
Während Achim schwamm blieb ich auf den Steinen sitzen. Ich beobachtete zwei Männer die mit Harpunen in der Hand  ankamen. Sie zogen ihre Taucheranzüge an und stiegen ins Wasser. Eigentlich ist es wohl auch in Spanien nicht erlaubt Fische mit der Harpune zu jagen und schon gar nicht dort, wo Badegäste sind. Aber vielleicht hatten diese Einheimischen ja eine Sondererlaubnis.
Kurz nachdem wir wieder bei unserer „Burg“ angekommen waren sahen wir die beiden Männer mit ihren Harpunen im Wasser. Sie schwammen an der Küste entlang. Hinter welchen Fischen sie her waren konnten wir leider nicht ausmachen. Als ich auf einem Felsen rechts von uns zwei Männer mit Angelruten sitzen sah sagte ich zu Achim: „Warum haben wir unsere Ruten nicht mitgenommen? Es ist doch kein Problem sie im Auto zu transportieren, für den Fall, dass wir einmal eine schöne Angelstelle finden.“
„Du hast ja Recht. Das nächste Mal nehmen wir sie mit“, antwortete Achim.
Kurz vor 16 Uhr packten wir unsere Sachen zusammen, setzten uns ins Auto und fuhren nach Arrieta. Dieses Mal trafen wir Rudi und Birgit zuhause an. Wir begrüßten uns und dann bat uns Birgit in die Küche, wo sie uns einen Kaffee kochte.
Während unserer Unterhaltung erhielten wir u.a. einige Tipps, wo man gut und günstig – auch deutsche Ware – einkaufen konnte. Rudi erzählte uns, dass er sein Boot, welches hinter dem Haus lag, noch immer nicht seetüchtig gemacht hatte. Bevor er es zu Wasser lassen konnte musste er noch eine Beschriftung zur Identifizierung anbringen. Dazu sei er bisher nicht gekommen.
Als wir uns verabschiedeten beschlossen wir einmal zusammen zu angeln. Wir sagten, dass wir uns Samstagabend telefonisch melden würden um ein neues Treffen zu vereinbaren.
In Playa Blanca angekommen parkten wir in der Nähe des Hafens und gingen ins M. y. M. Salchichas in der Avenida Papagayo 55, wo wir eine Currywurst mit Pommes aßen. Als wir in unserem Bungalow ankamen lief schon das UEFA-Cup-Spiel Galakatarei Istanbul gegen HSV. Der HSV lag in der Halbzeit 2 : 0 zurück, gewann das Spiel dann aber mit 2 : 3.

6. Tag (Freitag, 20. März)
Am Vormittag waren noch einige Wolken am Himmel. Für den Tag meldete Radio Atlantis  Temperaturen zwischen 22 und 25 ° C voraus . Der Wind käme aus Norden, was bedeuten würde, dass wir mit Segelpose angeln könnten. Achim ging zum Ufer und meinte, als er zurück kam, dass der Wind mehr aus westlicher Richtung käme.
Wir fuhren erst einmal nach Puerto del Carmen zum Einkaufen. Dank unseres Navigationsgerätes fanden wir den Supermarkt „Hamster“, von dem uns Birgit erzählt hatte, sofort. Wir parkten nur wenige Meter davon entfernt und gingen in den Laden. Tatsächlich gab es dort fast ausschließlich deutsche Waren zu kaufen. Wir hatten erfahren, dass der Besitzer seine Waren u.a. aus dem Aldi und Lidl in Deutschland bezog. Wir kauften u.a. saure Gurken in Gläsern, eine Dose Erbsensuppe, eine Dose Wiener Würstchen, eine Salami und auch etwas zum Knabbern. Auch ein Pfund Jacobs Kaffee für knappe 7 Euro kam in den Einkaufskorb. Wir deponierten unseren Einkauf im Kofferraum des Wagens und gingen dann zum Hafen. Dort fuhr gerade das Glasbodenboot aufs Meer raus.
In dem Restaurant Puerto Bahia aßen wir eine Kleinigkeit zu Mittag, bevor wir zurück nah Playa Blanca fuhren. Unterwegs machten wir einen Abstecher zum Playa Quemada. Der einstige Fischerort, der von seinen Bewohnern praktisch aufgegeben wurde, findet man heute fast nur noch Ferienhäuser und ein paar einfache Fischerkneipen.
Der lange schwarze Strand ist ein beliebtes Wochenendausflugsziel der Lanzaroteňos. Hinter einem Felsvorsprung gelangt man in eine kleine Bucht mit schwarzem Sand, die oft von „wilden“ Campern besucht ist. Vom Ort aus ist die Bucht bei Ebbe zu Fuß über die großen Steine oder bei Flut über einen weiter oben entlang führenden Trampelpfad zu erreichen.
Wir blieben eine gute halbe Stunde dort und setzten uns danach wieder ins Auto.
Da es im „Hamster“ keine Frischwaren wie Fleisch, Fisch und Gemüse gab hielten wir in Playa Blanca am HiperDino Markt an. Wie schon beim ersten Mal parkten wir unser Auto in der Tiefgarage. Das Ticket konnte man bei einem Einkauf über 10 € an der Information abstempeln lassen, so dass das Parken umsonst war.
An der diesmal sehr gut gefüllten Fischtheke lag ein Schwertfisch. Er war nicht gerade billig. Das Kilo kostete 15,98 €. Wir ließen uns ein gutes Pfund Filet einpacken.
Abends bereitete Achim den Fisch in der Pfanne zu. Er war gerade rundherum angebraten, als der Strom in der ganzen Anlage ausfiel. Gott sei Dank hatten wir eine Kerze mitgebracht, so dass wir wenigstens über etwas Licht verfügten. Achim stellte sich mit einer Kopflampe bestückt an den Herd und wartete, dass der Strom wieder käme. Durch die noch vorhandene Hitze garte der Fisch weiter.
An diesem Abend aßen wir bei Kerzenschein. Nach einer guten Stunde hatten wir wieder Strom.

7. Tag (Samstag, 21. März)
Gleich nach dem Frühstück ging Achim wieder zum Wasser um nachzuschauen wie die Angelbedingungen seinen. Dieses Mal kam der Wind tatsächlich aus Norden. Für 10.15 Uhr war der höchste Stand angesagt. An der Stelle, wo wir angeln wollten, standen schon zwei Männer mit ihren Angelruten. Als mussten wir uns eine andere Stelle suchen, wo wir beide nebeneinander angeln konnten. Dieses Mal angelte auch ich mit einer Segelpose. Sie trieb auch einigermaßen weit aufs Meer hinaus.
Einige Male glaubte ich einen Biss zu bemerken, doch als ich wenig später den Köder wieder reinholte war noch alles am Haken. Achims Pose trieb etwas weiter draußen als meine. Seine Köder waren mehrmals abgefressen, aber kein Fisch blieb am Haken hängen. Ich hatte morgens vergessen mich einzucremen und spürte alsbald, dass meine Arme brannten.
Gegen 14 Uhr packte ich meine Rute zusammen und ging zurück zum Bungalow. Achim kam eine halbe Stunde später nach. Auch ihm war es nicht gelungen einen Fisch an den Haken zu bekommen, obwohl er mehrere Meldungen hatte bzw. die Köder immer wieder vom Haken gezogen waren.
Nachmittags sonnten wir uns im „Hinterhof“, wo wir unsere Liegen hingestellt hatten. Über uns zwitscherte in der Palme ein Spatz. Er hatte dort wohl ein Nest, denn wir sahen ihn dort jeden Tag sitzen.
Nach dem Abendessen ging ich zu der Telefonzelle draußen am Hotel und rief bei Birgit (Rubi) an. Wir verabredeten uns für Montagmittag in Arrieta. Birgit sagte, dass sie sich schon riesig auf unser gemeinsames Angeln freue.

8. Tag (Sonntag, 22. März)
Schon in der Nacht wurde ich mehrmals wach, weil mir mein rechtes Bein weh tat. Ich habe schon seit Jahren Probleme mit der Wirbelsäule, doch dass ich gerade im Urlaub Schmerzen bekommen musste, drückte meine Stimmung sehr. Vorsorglich hatte ich von zuhause diverse Medikamente mitgenommen. Doch die Pillen halfen kaum.
Morgens war es schön sonnig und der Wind wehte nur leicht aus nördlicher Richtung. Da ich an diesem Tag nicht „gut zu Fuß“ war beschlossen wir zum FKK-Strand Puerto Muelas zu fahren. Die Gemeinde von Yaiza hatte Ende Januar den einzigen offiziellen Campingplatz der Insel geschlossen. Der Grund war, dass es zu teuer sei. Nun wird für den Betrieb des Campingplatzes ein privater Betreiber gesucht.  Von der Reiseleiterin erfuhren wir, dass auch die Boote, die von Playa Blanca aus zu den Papagayo-Stränden fuhren um die Badegäste dorthin zu bringen aus Naturschutzgründen dort nicht mehr ankern durften.
Da mir mein Bein trotz der Einnahme eines Medikamentes immer noch sehr weh tat parkten wir das Auto an einer anderen Stelle als wir es sonst immer taten, nämlich links vom Strand. Als wir den breiten Sandweg hinunter gingen dachte ich zuerst wir wären am falschen Strand gelandet. So viel weißen Sand hatte es im letzten Jahr dort nicht gegeben.
Im Februar, so hatte ich gehört, hatte es einen starken Sturm auf Lanzarote gegeben, der die Hälfte des Sandstrandes in Playa Famara, welcher auf der anderen Inselseite liegt,  weggespült hatte. Dafür war an den Papagayo-Stränden neuer Wüstensand hinzu gekommen.
Achim ging, nachdem er sich ausgezogen hatte, sofort mit Schnorchel und Taucherbrille bewaffnet, ins Wasser. Als er am Schwimmen war sah ich einen Angler, der gerade dabei war am Strand seine Rute aufzubauen. Ich konnte aus der Entfernung nicht erkennen welchen Köder er auf den Haken steckte. Aber ich bedauerte es sofort, dass wir unsere Angelruten wieder mal nicht dabei hatten. Gespannt schaute ich immer wieder auf die Spitze der Angelrute. Doch es tat sich nichts. Auch nach Stunden und mehrmaligem Wechseln der Plätze fing der Mann keinen Fisch.
Achim ging an diesem Tag zweimal ins Wasser und jedes Mal, wenn er wieder bei mir war, berichtete er von den vielen schönen und interessanten Fischen, die er etwas weiter draußen beobachtet hatte. Auch eine große Meeräsche sei darunter gewesen.
Als wir ankamen schien die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel. Zwischendurch zogen jedoch immer wieder Wolken auf und der Wind nahm zeitweise kräftig zu. Manchmal wehte er aus Nord, dann drehte er um danach wieder einzuschlafen.
Um 16 Uhr packten wir unsere Sachen und fuhren zurück nach Playa Blanca.
Abends rief ich erneut bei Birgit an um zu fragen, ob wir am nächsten Tag nicht schon etwas eher kommen könnten. Achim meinte, dass 12 Uhr zum Angeln keine günstige Zeit sei. Wir verabredeten uns für 10.30 Uhr.

Oerlinghausen, den 29.04.2009

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