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Uschis Fahrradtouren
Meine Fahrradtouren mit dem neuen Pedelec
Hier vorab ein paar Informationen zum Pedelec (Pedal Electric Cycle = Fahrrad mit Elektroantrieb)
Die Unterstützung durch den Elektromotor funktioniert so: Sobald man die Unterstützung einschaltet und mit dem Treten beginnt,
unterstützt einen der Motor. Er passt sich dem Kraftaufwand an. Tritt man stärker, z.B. beim Bergauffahren, registriert er es und speist mehr Kraft ein.
Stellt man den Schalter auf starke Unterstützung hilft der Motor mehr als die eigene Leistung, d.h. das Verhältnis ist dann (1 : 2). In
mittlerer Stellung leistet der Motor zusätzlich die gleiche Kraft wie man selber (1 : 1) . Bei der geringen Unterstützung treibt der Motor das Rrad mit der Hälfte der eigenen Kraft an (1 : 0,5).
Wenn man losradelt und die Geschwindigkeit steigert, steigt auch die Unterstützung an, bis sie bei ca. 22 km/h ihr Maximum erreicht hat.
Dann reduziert sie sich und schaltet im größten Gang bei ca. 25 km/h ab. In den anderen Gängen schaltet der Motor je nach Übersetzung früher ab.
Will man eine große Reichweite mit der Motorunterstützung genießen, dann sollte man kleinere, d.h. leichter zu tretende Gänge wählen und dazu eine geringe Unterstützung.
Wenn man bergauf fährt sollte man stärker in die Pedale treten. Das merkt der Kraftsensor und lässt den Motor ebenfalls stärker arbeiten.
Natürlich führt eine stärkere Unterstützung zu einem hohen Verbrauch und man muss die Batterie dann früher wieder aufladen.
Energiesparender fährt man, wenn man die Pedale nicht nur nach unten drückt, sondern versucht, sie über die ganze Umdrehung gleichmäßig zu belasten. ----------------------
Im Dezember 2005 wollte Achim sich für seine bevorstehende Fahrradtour (er macht schon seit vielen Jahren mit seinen Freunden immer
um Vatertag herum eine Radtour) ein neues Fahrrad kaufen. Wir besuchten verschiedene Fahrradgeschäfte und sahen uns einige Modelle
an. Aber das „richtige“ war für Achim nicht dabei. Erst im Fahrradladen Van Rüschen an der Elbke in Bielefeld fand er was er suchte.
Neugierig schaute ich mich im Laden um. Eigentlich hatte ich gar nicht vorgehabt mir ein neues Rad zu kaufen, aber als ich die vielen schönen Räder sah, fiel mir eines besonders auf.
Ich drehte mit dem Rad eine Runde und entschied mich dann für das Gudereit LC 30 +. Ein Fahrrad mit 28 Gängen hatte ich vorher nicht
noch niemals gehabt. Mein altes hatte lediglich ganze 6 Gänge. Und das war nun nicht gerade viel. Besonders fürs Radeln in der Bergstadt Oerlinghausen war es schon besser mehr Gänge zur Verfügung zu haben.
Heiligabend stellte ich das neue Rad stolz unter den Tannenbaum.
Im Frühjahr, als das Wetter besser war, konnte ich damit endlich einmal fahren. Doch als wir dann unsere erste Tour mit unseren neuen
Rädern machten spürte ich erst den großen Unterschied zu meinem vorherigen Rad. Mit 6 Gängen in der Bergstadt Oerlinghausen zu
radeln ist nicht gerade leicht. Aber mit dem neuen Rad machte mir das Radeln richtig Spaß.
Als ich Achim am 09. Mai 2010 nach Winterberg, zum Treffpunkt für die anstehende Fahrradtour brachte, beschloss ich anschließend mit
Gudrun, die Dieter nach Winterberg gebracht hatte, nach Lippstadt zu fahren. Sie hatte sich ein Jahr vorher ein Pedelec gekauft und war
davon total begeistert. Sie überredete mich ihr Rad einmal auszuprobieren. Und tatsächlich fuhr es sich sehr leicht und angenehm. Doch ich
war der Überzeugung, dass so ein Fahrrad für mich nicht in Frage käme. Jedenfalls in den nächsten Jahren noch nicht.
Als wir 2 Wochen vor Ostern (09.04.2011) das erste Mal wieder mit dem Fahrrad fuhren musste ich ganz schön stark in die Pedalen
treten um von der Stelle zu kommen. Es lag nicht nur daran, dass ich über ein Jahr lang nicht mehr mit dem Rad gefahren bin sondern auch
daran, dass ich mich die letzten Monate nicht mehr sportlich betätigt hatte. Besonders schwer fiel es mir als wir, um den Hermannsläufern
zuzuschauen, von Oerlinghausen-Südstadt, wo wir wohnen, nach Oerlinghausen Stadt rein zu fahren. Streckenweise musste ich mein Rad trotz der 28 Gänge sogar schieben!
Ostermontag (25.04.2011) packten wir unsere Räder in meinen Peugeot 307 SW und fuhren nach Lippstadt, um zusammen mit Dieter
und Gudrun zu radeln.
Wir fuhren an der Lippe und am Alberssee lang und kehrten dann im Biergarten „Zum Freien Stuhl“ ein.
Natürlich musste ich immer voran fahren, „weil die anderen schneller waren!“ Die Gegend um Lippstadt kann man natürlich nicht mit der
Bergstadt Oerlinghausen vergleichen. Hier war alles flach und so kam ich auch recht flott voran.
Am Ende der Radtour meinten jedoch die anderen, dass wir schneller voran gekommen wären, wenn auch ich ein Pedelec gehabt hätte!
Diese Aussage ärgerte mich schon ein wenig. Schließlich hatte ich während der Strecke das Gefühl gehabt relativ schnell gefahren zu sein.
Immerhin zeigte mein Tacho eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h an. Auf der Rückfahrt von Lippstadt nach Oerlinghausen meinte Achim, dass er ja gerne mal mit dem Rad zum Steinhorster Becken fahren
würde. „Aber solch eine lange Strecke kann ich mit dir nicht machen. Da sind wir ja Stunden unterwegs.“ „Soll das etwa heißen ich war heute zu langsam?“ fragte ich empört zurück.
„Nein. In Lippstadt ist es ja auch flach. Aber um Oerlinghausen herum sieht das nun mal anders aus. Und egal wohin wir fahren, es geht irgendwann immer bergauf.“
Natürlich wollte ich gerne zusammen mit ihm fahren, aber ich gebe zu, dass ich inzwischen vor längeren Strecken ein wenig Schiss hatte.
Vor einigen Jahren bin ich noch ohne Probleme eine Strecke von 90 km gefahren – natürlich ohne Berge – , aber diese Zeiten sind inzwischen vorbei.
Dienstag nach Ostern (26.04.2011) fragte mich Achim auf der Heimfahrt vom Büro nach Oerlinghausen, ob wir nicht in Schloß Holte bei Klaus Fulland, einem Angelkollegen, der einen Fahrradladen “ Fulland 2-Räder” hat, vorbei fahren könnten. „Klar können wir das“, antwortete ich. „Was willst du denn von Klaus?“
Achim antwortete, dass er sich andere Griffe für seinen Lenker anschauen wollte. Als wir im Geschäft waren fand Achim nicht die Griffe, für die er sich interessierte.
Ich weiß gar nicht mehr wie es dazu kam, jedenfalls saßen Achim und ich plötzlich jeder auf einem Pedelec und radelten die Straße vom
Geschäft hoch zur Autobahnbrücke und zurück. Das Fahren bereitete mir überhaupt keine Schwierigkeiten mit der Unterstützung.
Als wir wieder im Geschäft waren fragte uns Klaus Fulland: „Na, wie gefallen euch die Räder? Das ist doch etwas ganz anderes. Ich sage
euch, wenn man einmal darauf gefahren ist will man kein anderes Rad mehr.“ Natürlich hatte es mir gefallen und so ganz abwegig fand ich den Gedanken an ein Pedelec nun auch nicht mehr.
Doch die Modelle gefielen mir vom Aussehen nicht so sehr. Sie waren mir von der Optik her einfach nicht sportlich genug. Obwohl dieses
Argument ja reichlich bescheuert war. Was nutzte mir ein sportlich aussehendes Fahrrad, wenn ich es die Straße hoch schieben musste.
Ein anderes Argument welches dagegen sprach war, dass ich nicht das gleiche Fahrrad wie Gudrun haben wollte. Also schaute ich mich etwas intensiver im Geschäft um.
Ich sah eines mit einem blauen Rahmen und sagte zu Klaus: „Das da vorne würde mir gefallen.“ Klaus erwiderte: „Das geht nicht. Das ist schon verkauft. Aber ich kann es dir bestellen.“
„Und wann bekäme ich es dann?“ fragte ich zurück. Er antwortete: „In ca. 14 Tagen.“
Manches Mal sind Frauen – und dazu zähle ich ja auch – echt bescheuert! Erst wollen sie überhaupt kein anderes bzw. neues Fahrrad,
dann vielleicht doch und wenig später muß es dann sofort eins sein. Ich antwortete: Das dauert mir zu lange. Wenn schon, dann will ich sofort eins haben.“
Ich schaute mich weiter im Laden um und sah ein Pedelec mit schwarzem Rahmen. „Klaus, ist denn das schwarze noch zu haben?“ „Das schon. Aber das ist nichts für dich. Der Rahmen ist viel zu groß.“
Nun schmollte ich ein wenig. Jetzt hatte ich mich schon entschlossen ein Pedelec zu kaufen und dann fand ich keines das mir gefiel.
Frustriert wollte ich schon aus dem Laden gehen als Klaus mir ein weiteres zeigte. Es hatte einen silbernen Rahmen. Auch Achim fand das Rad, es war ein Kalkhoff Tasman City C 2 mit einer wartungsarmen Shimano Rollenbremse, schön. Und die 18 AH Batterie hatte eine Reichweite bis 140 km.
Nachdem ich mich also für das Rad entschieden hatte fragte ich Klaus ob er mein „altes“ Fahrrad in Zahlung nehmen würde. Er bejahte es
und wir sagten ihm daraufhin, dass wir es den anderen Tag vorbei bringen würden. Ich wollte unbedingt meinen Sattel, mein Tacho, mein Bügelschloss und auch meine vordere Radtasche an dem neuen Fahrrad haben.
Am Mittwoch (27.04.2011) packten wir nach Feierabend mein Gudereit Fahrrad in den Kofferraum, fuhren zur nächstgelegenen
Tankstelle und spritzten es mit klarem Wasser ab. Als ich es vor mir stehen sah tat es mir sehr leid mich von diesem schönen Fahrrad trennen zu müssen.
Aber ich wusste auch, dass ich es, wenn ich es in unserer Garage stehen lassen würde, sicher niemals wieder benutzen würde.
Klaus Fulland nannte mir einen guten Preis als ich es ihm zeigte. Sein Mitarbeiter schraubte alle Teile, die ich von dem alten Fahrrad
behalten wollte ab und montierte sie ans Pedelec. Lediglich die Halterung für die Tasche konnte er nicht anbringen, da das Kabel zu kurz
war. Nachdem ich das Pedelec ins Auto gelegt hatte fuhren wir zurück nach Oerlinghausen. Unterwegs schauten wir noch bei Marktkauf
rein, wo ich mir im Tchibo Shop eine Fahrradseitentasche sowie ein Fahrrad-Shirt und eine Fahrradjacke kaufte.
Wir ließen das Rad erst einmal im Auto und fuhren es in die Garage. Lediglich die Batterie nahmen wir mit in die Wohnung um sie vollständig aufzuladen.
Jetzt, wo es mir tatsächlich gehörte, war ich ganz heiß darauf damit endlich eine Tour zu unternehmen und sagte deshalb zu Achim:
„Schatz, Samstag soll es wieder schönes Wetter werden. Dann möchte ich mit dem neuen Rad einmal nach Oerlinghausen rein fahren. Ich
bin sehr gespannt, wie es sich mit der Batterieunterstützung berghoch fährt.“
Donnerstag hielten wir auf der Heimfahrt vom Büro bei Trigema an, weil Achim sich ein Fahrradtrikot und eine Radlerhose kaufen wollte.
Natürlich brauchte auch ich jetzt unbedingt neue Fahrradsachen! Ich kaufte mir eine kurze und eine etwas längere Fahrradhose, ein
ärmelloses Shirt in Pink mit der passenden Weste und Jacke dazu. Nun konnte es also losgehen!
1. E-Bike Tour von Oerlinghausen über Stukenbrock, Senne, Furlbach, Schloß Holte und zurück. ca. 35 km
Freitagnachmittag (29.04.2011) holte mich Achim vom Büro früher als üblich ab. Ich war etwas erstaunt und fragte ihn, als ich im Wagen saß, ob er keine Lust mehr zum Arbeiten gehabt hätte.
„Doch schon. Aber es ist so schönes Wetter und ich dachte, dass wir gleich mal mit dem Rad nach Stukenbrock fahren. Der Maibaum wird aufgestellt und es gibt auch etwas zu essen und zu trinken.“
„Das ist eine gute Idee“, antwortete ich. Wir zogen uns unsere Fahrradsachen an und holten unsere Räder aus der Garage. Dann ging es los. Wir fuhren von der Sennestraße auf
die Holter Straße und fuhren dann die Flugplatzstraße runter, überquerten die Bielefelder Straße und bogen dann in die Straße Am
Sportplatz ein. Auf dem Platz zwischen Apotheke und Edekageschäft wurde gerade mit Hilfe von starken Männern der Maibaum aufgerichtet.
Wir setzten uns beim Imbiss Sander draußen an einen gerade frei gewordenen Tisch und bestellten uns ein Bier. Bei den vielen Besuchern,
die dem Trubel zuschauten, dauerte es eine Weile bis wir unser Getränk erhielten. Obwohl wir blauen Himmel hatten war es recht kühl.
Das lag größtenteils an dem starken Ostwind. Als wir ausgetrunken hatten fragte Achim: „Wollen wir noch ein bisschen weiterfahren?“ „Klar. Wo möchtest du denn hin?“ fragte ich zurück.
Achim hatte sich vorher schon einige Fahrradrouten rund um Oerlinghausen auf seinem Android Smartphones Samsung Galaxy S I9000 gespeichert. Mit Hilfe der APP “OruxMaps” und GPS konnte er die Routen nachfahren und auch aufzeichnen.
„Lass uns Richtung Sennesee radeln, der Rundkurs, den ich rausgesucht habe, ist nur ca. 20 km lang, daß schaffen wir heute Abend noch.“
Wir bogen von der Straße Am Sportplatz ab auf die Bokelfenner Straße. Dann ging es rechts ab in die Straße Am Ottenhof und nach
einigen Metern waren wir auf der Hauptstraße. Im Kreisverkehr bogen wir auf die Augustdorfer Straße ab die wir jedoch schon nach
wenigen Metern wieder verließen. Meistens fuhr ich mit leichter Unterstützung. Nur wenn es bergauf ging wechselte ich schon mal in die mittlere Unterstützung.
Wir radelten ein Stück auf der Römerstraße und bogen dann in den Tölkenweg ein der uns direkt auf den Mittweg führte. An dieser
Straße liegt der Eingang zum Hollywood Safaripark Stukenbrock, den ich schon seit längerer Zeit wieder einmal besuchen wollte. Er ist
sehr bekannt und zählt zu den größten Freizeitparks Deutschlands. Das Freigehege für die Löwen und Tiger im Safaripark ist 8000 bis
12000 qm groß. In der riesigen Steppenlandschaft grasen Giraffen, Antilopen, Zebras, Gnus und Kamele friedlich nebeneinander. Es gibt
auch Elefanten, Lamas, Zebras, Affen und Nashörner zu bestaunen. Und die Kinder lieben den Streichelzoo mit seinen Ziegen.
Obwohl die Sonne schien war es nicht warm. Der Nordostwind wehte recht stark und ab und zu gab es auch Böen, so dass ich trotz
Unterstützung heftig in die Pedalen treten musste. Am Ende des Mittwegs bogen wir auf die Straße Am Furlbach ab.
Ich war erstaunt über die vielen Campingplätze die wir an der Strecke sahen. Und sie waren alle schon recht gut belegt. Der
„Campingplatz Am Furlbach”, so las ich später im Internet nach, wird auch als „Die Perle in der Senne“ bezeichnet. Ein Stückchen weiter liegt der „Campingplatz Jägerkrug“.
Als wir die Brücke über die A 33 überquerten schaltete ich kurzfristig auf die höchste Unterstützungsstufe. Es war ein herrliches Gefühl, so ohne große Anstrengung zu radeln!
Wir bogen in der Eselsheide ab auf die alte Poststraße und kurz danach in die Lange Straße. Diese fuhren wir bis zum Trapphof. Von dort
ging es über die Trapphofstraße bis auf die Holter Straße. In Stukenbrock angekommen machten wir auf dem Platz, wo der Maibaum nun
wieder frisch geschmückt auf seinem angestammten Platz stand, eine kleine Pause. Der Platz hatte sich inzwischen ein wenig geleert, aber
der Stukenbrocker Spielmannszug spielte immer noch. Nachdem wir ein Bier getrunken hatten setzten wir uns auf unsere Räder und
machten uns auf den Heimweg. Am Himmel waren dunkle Wolken zu sehen, die nichts Gutes ahnen ließen. Als ich gemütlich auf der
Flugplatzstraße radelte kam eine so heftige Böe, dass es mich fast vom Bürgersteig gefegt hätte! Ich war froh, als wir wieder zuhause
waren. Wir hatten gerade die Garage aufgeschlossen um die Räder reinzustellen, als der Himmel seine Schleusen öffnete. In Galopp erreichten wir unsere Haustür, nicht ohne etwas durchweicht worden zu sein.
1. E-Biketour 29.04.2011 bei EveryTrail
2. Radtour mit dem E-Bike von Oerlinghausen, Stukenbrock, Augustdorf, Furlbachtal, Moosheide, Emsquellen, Schloß Holte und zurück. 45 km
Am nächsten Tag (Samstag den 30. April) saßen wir gegen 11.30 Uhr wieder auf unseren Rädern und radelten die Sennestraße hinunter.
Oberhalb des Segelflugplatzes ist linkerhand ein Waldgebiet und da der Sand reichlich aufgewühlt war mussten wir unsere Räder erst
einmal ein Stückchen schieben bevor wir weiter radeln konnten. Hierbei wurde mir bewusst, wie schwer mein neues Rad war.
Wir radelten quer durch die Wistinghauser Senne und kamen dabei an einem alten Gebäude mit einem Wappen vorbei, das, wie man lesen
konnte, aus dem Jahre 1904 stammt. Leider konnte ich nicht herausfinden, welche Bedeutung es ehemals hatte. Heute wird es jedenfalls
als Wohnhaus benutzt. Gegenüber dem Gebäude liegt ein Teich mit einem Rastplatz. Auf ihm stehen vier Bänke mit einem Mühlrad als Tisch in der Mitte.
Nach einer kurzen Pause radelten wir weiter und kamen ins Furlbachtal.
Das Furlbachtal ist ein Naturschutzgebiet in der Senne. Es ist 205 ha groß. Zwei Drittel der Fläche liegen im Gemeindegebiet von Schloß
Holte-Stukenbrock. Das andere Drittel gehört zu Augustdorf im Kreis Lippe. Durch das Furlbachtal fließt, wie der Namen schon sagt, der
14,6 km lange Furlbach. Er entspringt bei Augustdorf und mündet als rechter Nebenfluss in die Ems.
Früher wurde im Furlbachtal Torf abgegraben. Als damit Schluss war lief Regenwasser in die Tonmulden und entstanden die sogenannten
Bentteiche. Sie sind heute ein wertvolles Biotop. Letztes Jahr haben wir eine Wanderung durch das Furlbachtal gemacht. Es gibt zwei
ausgeschilderte unterschiedlich lange Rundwanderwege, die beide am Parkplatz der Gaststätte Mühlengrund beginnen.
Unterwegs hielten wir kurz bei den Bentteichen an und radelten dann weiter bis Ecke Senner Straße/Lippstädter Straße, wo wir im
Landgasthaus „Forellkrug“ eine Pause machten und uns etwas zu essen bestellten.
Anschließend setzten wir uns wieder aufs Rad und fuhren die Straße hoch bis wir zu den Emsquellen kamen. Nachdem Achim ein paar
Fotos gemacht hatte fuhren wir ein kurzes Stück auf dem Fahrradweg der Panzerringstraße zurück, bogen links ab und kamen in die Moosheide.
Die Moosheide ist ein Naturschutzgebiet in den Kreisen Gütersloh und Paderborn von 442,7 ha und liegt am westlichen Rand des
Truppenübungsplatzes Senne. Hier befinden sich die Sickerquellen der Ems und auch der Holtebach entspringt in der Moosheide. Neben
Kiefern kommen auch Nickendes Wintergrün, Behaarter Ginster, Bärlapp und Wacholder vor.
Von den nachgewiesenen 99 Vogelarten stehen 39 auf der Roten Liste bzw. sind gefährdet. Dazu zählen z.B. der Eisvogel, die Uferschwalbe, die Dorngrasmücke und auch die Heidelerche.
Hier in der Moosheide befindet sich das Wildbahnprojekt Senner Pferde. Die Pferde sind relativ groß und ähneln eher den Haus- als den
Wildpferden. Obwohl sie unterschiedliche Farben haben gehören sie alle der gleichen Rasse an. Es ist eine der ältesten bekannten Pferderassen Deutschlands.
Nachdem wir uns die schönen Pferde angeschaut hatten radelten wir mehrere Kilometer querfeldein, vorbei an blühenden Wiesen und
einer nicht mehr vorhandenen Brücke über die Ems.. Hier mußten wir uns einen anderen Weg suchen, bis wir schließlich beim Jagdschloss Holte in Schloß Holte-Stukenbrock ankamen.
Im 14. Jahrhundert war das „Haus Holte“ eine Wehrburg. 1608 wurde das Wasserschloss von seinen neuen Besitzern als Jagdschloss umgebaut.
Das Schloß ist heute in Privatbesitz und nicht frei zugänglich. Als wir dort ankamen fegte ein älterer Herr gerade den Weg zum Schlosshof,
so dass Achim die Gelegenheit hatte durch das schmiedeeiserne Tor zu gehen und dort ein paar Fotos vom Innenhof zu machen.
Ein Stückchen weiter liegt der Gasthof „Holter Schloßkrug“. Wir stellten unsere Räder im Hof ab und setzten uns in den im letzten Jahr
renovierten Biergarten. Neben einer Fläche mit weißem Sand und Strandkörben, die an einen Strand in Sylt erinnern soll, gibt es auch für
die kleinen Gäste viel sandige Spielfläche. Auch eine Rutsche, Schaukel und Hüpfburg ist vorhanden.
Wir hielten uns fast eine Stunde im Biergarten auf, dann nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Statt wie üblich auf den Hauptstraßen zu
radeln führte uns Achims Routenplaner durch ruhige Wohngegenden. Ein kurzes Stück fuhren wir auch am Ölbach entlang bis wir in
Stukenbrock ankamen. Wir fuhren die Bokelfenner Straße entlang und entschlossen uns spontan noch einmal kurz im Bokelfenner Krug
eine Pause zu machen. Der Biergarten war wie immer sehr gut besucht und wir hatten Glück überhaupt noch einen Tisch zu bekommen.
Da es schon spät war bestellten wir uns ein leichtes Abendessen bevor wir das letzte Stück nach Hause radelten.
Als wir wieder in unserer Wohnung waren war es schon fast 20 Uhr geworden. Als Achim mich wenig später fragte wohin wir am
nächsten Tag radeln sollten antwortete ich ihm, dass ich mir das noch überlegen müsste gleich am anderen Tag wieder aufs Rad zu steigen.
Ich fühlte mich ein wenig erschöpft, schließlich waren wir über 45 km gefahren. Trotz allem war es eine wunderschöne Radtour gewesen und ich freute mich schon auf weitere schöne Touren bei herrlichem
Sonnenwetter. Nur der Wind müsste dann nicht unbedingt so heftig sein.
1. Mai Biergartentour: Dalbker Krug, Schloßkrug und Check In am Flugplatz Oerlinghausen
Sonntagmorgen tat mir mein Po noch ein wenig weh und ich hatte absolut keinen Bock mich erneut aufs Rad zu setzen. Außerdem hatte
ich noch Einiges zu erledigen, was durch unsere Radtouren am Freitag nach Feierabend und am Samstag liegen geblieben war. Daher
antwortete ich Achim, als er mich fragte, wohin ich heute radeln möchte: „Ich will gar nicht Rad fahren. Ich möchte heute zuhause bleiben.“
„Gut“, kam die knappe Antwort. „Dann fahre ich alleine. Schließlich ist heute 1. Mai und an so einem Tag will ich nicht in der Bude sitzen.
Ich habe extra die besten Biergärten hier bei uns in der Gegend rausgesucht. “
„Ist ja gut!“ antwortete ich schnell. „Daran habe ich gar nicht mehr gedacht. Okay, dann fahren wir etwas raus. Aber bitte nicht so lange wie gestern.“
Wir fuhren zuerst zum Segelflugplatz. Heute, am 1. Mai wurde das Restaurant „Check In“ neu eröffnet. Da es sehr voll war und wir kaum
einen Platz fanden entschlossen wir uns sofort weiter zu fahren. „Und wohin wollen wir jetzt fahren?“ fragte Achim. „Lass uns mal zum Dalbker Teich fahren.“
Wir kreuzten die Tunnelstraße und radelten auf dem Senner Hellweg weiter. „Wollen wir mal nachsehen ob im Fichteheim was los ist?“ fragte ich. „Können wir machen.“
Mich wunderte es schon, dass wir gar keine Musik oder sonstige Geräusche hörten. Schon bald sahen wir warum: Das Lokal hatte geschlossen bzw. hatte zu gemacht.
Wir setzten uns wieder auf unsere Räder und fuhren die Straße zurück, überquerten den Senner Hellweg und fuhren auf den
Schopketalweg weiter. Nach einigen Kilometern bogen wir nach links ab. Der Weg führte durch den Wald direkt zum Dalbker Teich.
Angelkollegen trafen wir dort wider Erwarten nicht an. Direkt am Dalbker Teich liegt das Restaurant Dalbker Krug. Wir stellten unsere
Räder ab und setzten uns in den Biergarten um eine Hefebier zu trinken. Nach ca. einer Stunde radelten wir weiter bis zum nächsten Halt
im Holter Schloß Krug. Auch hier war es sehr voll und es dauerte eine Weile bis einen Platz in einem der Strandkörbe bekamen. Als wir
uns etwas zu essen bestellen wollten sagte uns die Bedienung, dass wir darauf mindestens 90 Minuten warten müssten. So lange wollten
wir jedoch nicht warten. Auf dem Parkplatz des Restaurants waren ein Bierwagen und auch ein Grill, wo man Bratwürstchen kaufen
konnte. Um wenigstens etwas in den Magen zu bekommen kaufte Achim uns eine Bratwurst. Unterwegs hatte ich immer wenn ich wieder
aufs Rad stieg gespürt, dass mir mein Allerwertester weh tat. Achim meinte ich solle mir einen anderen Sattel zulegen. Er selber hatte sich
vor einer Woche einen neuen bestellt und sogleich montiert. Darauf, so meinte er, saß er viel bequemer und weicher.
„Lutz hat auch einen neuen Gel-Sattel. Den gibt es auch für Frauen. Wenn du möchtest, dann bestelle ich dir den.“
„Ach ich weiß nicht. Ich finde meinen einfach schicker als den, der vorher drauf war. Der gefiel mir überhaupt nicht. Sah aus wie ein Omasitz.“
„Der TERRY Damen Expresso Gel Touring Sattel für Frauen sieht auch schick aus und ist sehr bequem“, sagte Achim und zeigte ihn mir
gleich darauf auf seinem Smartphone. Er gefiel mir von der Optik her gut und so sagte ich Achim, dass er den Sattel für mich bestellen
könnte. Da nur noch 3 Stück vorrätig waren bestellte Achim ihn noch während wir im Biergarten saßen.
Wir fuhren später vom Holter Schloßkrug auf dem gleichen Weg nach Oerlinghausen zurück wie schon tags zuvor. Als wir am
Segelflugplatz vorbei kamen machten wir einen kurzen Stopp und gingen in den Biergarten des “Check In”. Um diese Zeit war es nicht
mehr ganz so voll wie mittags und so bekamen wir noch einen Platz auf einer der Sitzbänke. Das frisch gezapfte Hefebier schmeckte köstlich.
Wieder zuhause merkte ich, dass mir meinen Po wieder sehr weh tat. „Wenn wir das nächste Mal fahren hast du schon den neuen Sattel. Der ist garantiert viel weicher“, sagte Achim.
1.Mai 2011 Biergartentour bei EveryTrail
Oerlinghausen, den 20.05.2011
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