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Uschis Fahrradtouren 2012 Seite 1
Radtour zum Steinhorster Becken am 24. März 2012
Es war unsere erste Radtour in diesem Jahr. Bislang war es zwar wochentags etwas warm und sonnig gewesen, aber die Wochenenden waren
meistens trübe. An diesem letzten Wochenende im März hatten wir angenehme 18°C und kaum eine Wolke am Himmel. Das schöne Wetter nutzten wir um endlich einmal wieder mit dem Rad zu fahren.
Aber wohin sollten wir? Immer wieder die gleiche Strecke fahren hatte ich nicht vor. Doch da wir im südlichen Teil von Oerlinghausen wohnen,
sozusagen „hinter dem Berg“, zieht es uns meistens in die Gütersloher und Paderborner Gegend. Wenn wir nach Bielefeld und Umgebung
wollten, dann müssten wir erst einmal über den Teutoburger Wald fahren. Auch auf der Strecke zum Hermannsdenkmal bei Detmold sind
einige Höhenmeter zu überwinden. Also entschieden wir uns an diesem Tag noch einmal zum Steinhorster Becken zu fahren. Dort müssten sich, so wussten wir aus Erfahrung, zurzeit wieder sehr viele Gänse aufhalten.
Gegen 11.30 Uhr fuhren wir los. Wir radelten erst einmal bis nach Stukenbrock und stärkten uns in Sanders Grill für den Weg der vor uns lag.
Dann folgten wir der Strecke die wir schon im letzten Jahr gefahren waren. Achim hatte sie sich vorher von GPSies auf sein Smartphone
geladen. Ich zeichnete unseren Weg mit Komoot auf.
Die Hälfte der Strecke fuhren wir über Wald- und Feldwege. Das erste Stück, welches uns durch den Holter Wald führte, war gerade frisch
mit Rindenmulch aufgefüllt worden. Es war ganz schön anstrengend mit dem Rad darüber zu fahren und ich war froh, dass es nach einigen
Metern vorbei war. „Warum hast du nicht eine stärkere Unterstützung gewählt?“ fragte mich Achim, als ich auf normaler Wegstrecke erwähnte,
dass das Fahren auf dem Rindenmulch sehr schwer gewesen sei. „Ach, daran habe ich gar nicht gedacht“ erwiderte ich.
Meistens fahre ich mit der leichtesten Unterstützung. Nur wenn es sehr steil hoch geht, dann schalte ich schon einmal auf die mittlere Unterstützung.
Unterwegs begegneten wir immer wieder Bauern mit ihren Traktoren. Sie düngten gerade ihre Felder. Dementsprechend „gesund“ war die Luft.
Den Rest der Strecke fuhren wir über asphaltierte Straßen. Aber auch sie waren kaum von Autos befahren. Wie schon im Mai kamen wir an der alten Henkenmühle in Hövelhof vorbei.
Einige Kilometer vor Espeln ging es wieder über Feld- und Waldwege. Plötzlich sahen wir drei schwarze Knäule, die über die Strasse liefen
und sofort umdrehten als sie uns erblickten. Wir stellten unsere Räder ab und schauten nach ob wir sie irgendwo sehen konnten. Wir
vermuteten zuerst, dass es sich um Wasserratten oder Bisams handeln würde. Aber bei näherem Hinsehen erkannten wir, dass es Nutrias waren.
Tatsächlich saßen die drei Kleinen am Ufer eines kleinen Baches und schauten zu uns hoch.
Achim ging vorsichtig zum Rad zurück und holte die Kamera aus der Fahrradtasche heraus. Während er ein Stück weiter links stand und
fotografierte entdeckte ich unter der Böschung im Wasser eine weitere Nutria. Plötzlich guckte ein Stückchen weiter ein weiterer unter der Böschung hervor. Das konnten nur die Elterntiere der Kleinen gewesen sein.
Sie verschwanden immer wieder, waren aber sehr neugierig und schauten deshalb ab und zu wieder aus ihrem Versteck hervor. Vielleicht schauten sie auch nach ihren Kindern, die im Wasser tollten.
Achim drehte kurz bevor wir weiterfuhren noch einen kurzen Film von den possierlichen Tieren.
Als wir in Steinhorst ankamen machten wir einen Halt und setzten uns in den Biergarten vom „Cafe Brinkmeier“ und tranken ein Hefebier.
Schon hier merkte ich, dass mir mein Po etwas weh tat. Und das, obwohl ich einen guten Sattel und mir extra eine gepolsterte Radlerunterhose angezogen hatte.
Als wir letztes Jahr im Mai am Naturschutzgebiet “Steinhorster Becken” waren hatten wir kaum Wildgänse gesehen. Aber dieses Mal waren
wieder Hunderte von ihnen da, hauptsächlich Graugänse, aber auch Nonnen- oder Weißwangengänse waren dabei.
Sie machten einen ganz schönen Lärm mit ihrem Geschnatter. Außerdem konnten wir Kiebitze und Haubentaucher beobachten.
Eine Spaziergängerin wies uns darauf hin, dass wir ein Stückchen weiter hinter den Bäumen ein Storchenpärchen beobachten könnten. Also
setzten wir uns wieder aufs Rad und fuhren los. Und tatsächlich saß auf einer künstlich geschaffenen Nisthilfe ein Storch. Wenig später – ich
schaute gerade den Gänsen beim Grasen zu – hörte ich ein lautes Geklapper. Der zweite Storch landete auf dem Nest und wurde freudig begrüßt.
Bevor wir uns auf den Rückweg machten setzten wir uns noch für eine Zigarettenlänge auf eine Bank und schauten aufs Wasser. Dabei beobachteten wir ein paar Karpfen die dort schwammen.
Als wir uns gegen 16.30 Uhr auf den Rückweg machten ging schon die Sonne unter und es wurde merklich kühler. Normalerweise halten wir in
Schloß Holte im Schlosscafe an und trinken ein Bier. Aber an diesem Tag war es mir Erstens viel zu kalt um im Biergarten zu sitzen und
Zweitens tat mir mein Hintern dermaßen weh, dass ich nur eines im Sinn hatte: Endlich unter die heiße Dusche und ein weiches Polster für mein Gesäß.
Alles in Allem war es jedoch eine schöne Radtour gewesen. Und die nächste folgt sobald…..
Radtour Dalbker Teich, Südstadtteich, Schloß Holte 25.03.2012
„Na, wie geht es dir heute morgen? Hast du gut geschlafen?“
„Danke, geschlafen habe ich gut. Aber mein Allerwertester tut mir noch sehr weh“ antwortete ich. „Das war wohl fürs erste Mal in diesem Jahr etwas zu viel. Heute steige ich jedenfalls nicht aufs Rad.“
Achim schaute mich etwas skeptisch an und sagte: „Ich dachte wir machen heute nur eine kleine Runde.“ „Was verstehst du darunter?“ fragte ich zurück.
„Nun. Wir fahren erst zum Dalbker Teich und dann noch zum Südstadtteich. Das sind nur ein paar Kilometer. Dein Po wird schon nicht meckern. Der gewöhnt sich schnell an den Sattel.“
Woher wollte Achim das wissen? Er treibt ja regelmäßig Sport, aber ich sitze den ganzen Tag nur auf dem Bürostuhl oder im Sessel.
Nun gut, wir sind auch die letzten Tage nach Feierabend und das Wochenende zuvor viel gelaufen. Aber dafür brauche ich ja auch nicht mein Hinterteil!
„Ich weiß noch nicht ob ich Rad fahren will. Frag mich nachher noch mal“, antwortete ich ausweichend.
Nach der 3 Tasse Kaffee meinte Achim: „Ich ziehe mich jetzt an und fahre zum Teich. Wenn du nicht mit willst, dann bleib hier. Ich jedenfalls nutze das schöne Wetter aus.“
Sch….! Natürlich wollte ich auch nicht in der Wohnung sitzen. Ich wäre lieber mit dem Cabrio irgendwohin gefahren. Mir schwebte das
Hermannsdenkmal oder der Dümmer vor. Aber wenn Achim unbedingt Fahrrad fahren wollte…. „Nun gut. Wir werden ja sehen wie es ist wenn ich wieder auf dem Sattel sitze“ lenkte ich ein.
Als ich aufs Rad stieg war es nicht so angenehm, aber nach einigen Metern ging es. „Na, wie ist es?“ kam die Frage von Achim. „Wenn wir nicht über huckelige Wege fahren ist es soweit okay.“
Bis zum Dalbker Teich fuhren wir asphaltierte Wege. Doch als es dann quer feldein durch den Wald ging spürte ich meinen Allerwertesten wieder.
Wir machten am Dalbker Teich eine Pause und schauten nach ob schon Kröten da waren. Tatsäschlich! „Hier sind welche“ rief ich Achim zu.
Es waren bestimmt mehr als 100 Kröten die auf und unter Wasser zu beobachten waren.
Sofort holte er die Kamera aus der Tasche und kam zu mir. Die Kröten hatten sich dieses Mal an einer anderen Stelle als wir dachten
versammelt. Sie schwammen zwischen versenkten Ästen und Baumstämmen umher. Mit bloßem Auge war es mir erst gar nicht aufgefallen,
aber Achim sah mit dem Kamerazoom, dass es sich bei den schwarzen Fäden, die um die Äste geschwungen waren, um Laichschnüre handelte
. Es sah als hätte jemand eine Perlenkette um die Äste gelegt. Ich kannte bisher Froschlaich nur als dicken schleimigen Klumpen.
Als wir wieder zu Hause waren las ich bei Google, dass es wohl die Laichschnüre von Erdkröten war, die wir gesehen hatten.
Bevor wir losradelten trafen wir noch einen Angler, der gerade ans Wasser wollte. Er hatte schon einen Tag vorher hier gesessen, jedoch nichts gefangen.
Auch am Südstadtteich waren zwei Angler. Sie hatten in ihren Zelten übernachtet und lediglich einen Graskarpfen gefangen. Irgendwie wollten die Fische nicht so richtig beißen.
Als wir wieder losradelten fragte Achim: „Was meinst du? Schaffst du es noch bis nach Schloß Holte? Ich dachte wir setzen uns in den Biergarten vom Holter Schloßkrug.“ „Okay“ antwortete ich.
Als wir am Holter Wasserschloss vorbei kamen hielten wir an um ein paar Fotos zu machen. Da das Tor auf war ging Achim bis in den Schlosshof. Neben einigen Fotos drehte er auch einen kurzen Videofilm.
Zurück fuhren wir unsere altbekannte Strecke. „Wollen wir beim Bokelfenner Krug vorbei fahren und dann oben am Flugplatz entlang?“ fragte Achim.
„Nein!“ protestierte ich. „Ich fahre die Straße entlang. Mir tut mein Popo immer noch weh.“ Auch als ich mich zu Hause in einen Sessel setzte
spürte ich mein geplagtes Gesäß. Irgendwie war ich froh, dass ich am nächsten Tag ins Büro und nicht wieder aufs Rad musste.
Oerlinghausen, den 26.03.2012
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