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Angelerlebnisse 2010
Teil 3
Brassen, Brassen, nichts als Brassen! 30.07. bis 01.08.2010 am Orbker Kiessee.
Wir sind die letzten Jahre kaum zum Angeln gekommen. Lediglich wenn wir an die Ostsee fuhren, ansonsten waren wir immer nur bei den Veranstaltungen von unserem Angelverein, dem ASV Dalbke e.V. dabei, was ich sehr bedaure. Und immer wieder nehmen wir uns vor
am nächsten Wochenende wieder einmal angeln zu gehen. Doch Erstens kommt es anders, und Zweitens als man denkt.
Um so mehr freute ich mich, dass wir wenigstens wieder einmal beim Jugendangeln dabei waren. Und dann noch ausgerechnet in Detmold, wo es mir besonders gut gefällt.
Im letzten Jahr hatten 10 Jugendliche daran teilgenommen, doch dieses Mal waren es nur 3. Dafür waren 7 Erwachsene mit von der Partie.
Freitagnachmittag kamen wir in Detmold-Orbke an. Wie immer baute Achim sein Zelt an der gleichen Stelle auf, wo er schon die letzten
Jahre geangelt hatte. Und auch Thomas hatte sein neues Zelt wieder an seinem Lieblingsplatz aufgebaut.
Mein Angelplatz lag genau zwischen den beiden. Achim hatte noch nicht einmal das Zelt stehen, als ich schon meine Ruten montiert hatte.
Zuerst angelte ich nur mit einer kurzen Rute und Pose. Am 14er Haken hingen zwei quirlige Maden. Und damit konnte ich auch gleich ein
paar schöne Köderfische, und zwar Rotfedern fangen. Natürlich bissen auch wieder einmal ein paar gierige Barsche an. Alle diese Fische kamen erst einmal in meinen Köderfischbehälter.
Gegen 18 Uhr machte Ulli den Grill an. Thorsten hatte von zuhause einen leckeren Kartoffelsalat mitgebracht und ich eine große Schüssel mit Schichtsalat. Dazu gab es Bratwürstchen und Schweinesteaks.
Nach dem Abendessen warf ich meine Schwingspitz-Rute mit einem Wurmbündel am Haken aus. Die Posenrute legte ich zur Seite.
Ich setzte mich zu den Männern auf die Terrasse und wartete auf einen Biss. Als sich bis 23 Uhr nichts tat holte ich die Ruten rein und legte mich in eines der Betten.
Am anderen Morgen wurde ich wach als mir ein leckerer Kaffeeduft durch die Nase zog. Noch bevor wir zusammen frühstückten
bestückte ich meine Ruten neu und warf sie wieder aus. Dann ging ich an den Tisch zurück und trank noch einen Kaffee. Da ich von der
Terrasse aus nicht sehen konnte ob die Pose noch auf dem Wasser schwamm bzw. ob ein Fisch angebissen hatte musste ich ständig
aufstehen und nachsehen. Nach einer Weile war mir das viel zu anstrengend. Ich holte die Posenrute rein und nahm meine Feederrute aus
der Rutentasche. Ich wählte ein Vorfach mit einem 10er Haken und steckte ein paar Würmer drauf. Dann warf ich den Köder aus und
steckte die Rute in einen Rutenhalter. Wenn ein Fisch beißen sollte, dann würde das Glöckchen bimmeln.
Als nächstes rührte ich mit etwas Wasser aus dem Teich das Futter an. Für den „besseren Geschmack“ kamen noch Maiskörner und
Maden hinein. Ich holte die Schwingspitzrute rein und montierte ein neues Vorfach an die Schnur. Statt eines Bleis nahm ich einen 20 g
schweres Futterkorb. Auf den Haken steckte ich ein paar Maden und ein Maiskorn. Als der Futterkorb im Wasser lag lehnte ich mich
entspannt in meinem Stuhl zurück. Nach kurzer Zeit kam auch gleich ein Biss und ich konnte eine schöne Brasse landen.
Dann beobachtete ich wieder abwechselnd die Rutenspitze der Feederrute und die Schwinge. Nach einer Weile ging ich zurück zur Hütte.
Die Sonne schien vom blauen Himmel und mir war recht warm geworden. Ich zog meine Hose und meinen Pulli aus und mir stattdessen ein bequemes Jerseykleid an.
Als ich wieder auf der Terrasse war goss ich mir etwas zu trinken ein. Ich hatte das Glas gerade angesetzt, als ein elektronischer
Bissanzeiger ertönte. Ich wusste nicht so recht woher das Geräusch kam, nahm jedoch an, dass es nicht meines war. Schließlich hatte
auch die anderen diese Piepser. Plötzlich riefen Thomas und Thorsten zugleich: „Uschi, deine Rute! Da läuft schon ganz viel Schnur von der Rolle.“
Schnell stellte ich mein Glas ab und ging zur Rute. Inzwischen war noch mehr Schnur von der Rolle gezogen worden. Ich schaltete den
Freilauf aus, hob die Rute hoch und schlug leicht an, obwohl das gar nicht mehr nötig gewesen wäre. Der Fisch hatte sich schließlich schon
längst selbst gehakt. Schon beim Drillen spürte ich, dass es kein kleiner war. Inzwischen waren die Kids und auch unser „Karpfenfreak“
bei mir. Alle schauten mir beim Drillen zu. Als ich den Fisch endlich in der Nähe des Ufers hatte wollte er wieder abdrehen. Ich gab ihm
etwas Schnur und wartete bis er sich beruhigt hatte. Dann drillte ich ihn erneut ans Ufer. Ich hatte keine Ahnung um was es sich handeln
würde, glaubte aber eine Brasse am Haken zu haben. Doch tatsächlich war es ein Karpfen.
Ich war mächtig stolz auf meinen Fang, den ich jedoch anschließend wieder vorsichtig zurücksetzte. Kurz darauf hatte ich wieder einen Biss, aber diesmal war es kein Karpfen sondern wieder eine Brasse.
Inzwischen waren ein paar Wolken am Himmel aufgetaucht und mir wurde kalt. Ich ging wieder ins Haus und zog mir eine frische Hose und ein T-Shirt an und darüber eine Fleecejacke.
Dann ging ich an meinen Angelplatz und befüllte ich den Futterkorb neu. Auf den Haken steckte ich 5 frische Maden und ein Maiskorn.
Nach dem Auswerfen war erst einmal wieder Pause. Ich kontrollierte den Haken an der anderen Rute. Wie ich schon vermutet hatte waren die Würmer abgefressen. Schnell steckte ich neue drauf und warf erneut aus.
Da wir ausgiebig und recht spät gefrühstückt hatten beschlossen wir das Mittagessen ausfallen zu lassen. Gegen 14 Uhr hatte der erste Jugendliche Hunger. „Kann ich ein Stück Kuchen essen?“ fragte er mich.
Ich antwortete: „Warte noch eine halbe Stunde. Dann ist Kaffeezeit. Außerdem kommt Bärbel und bringt uns noch Sahne für den Pflaumenkuchen.“ Hungrig trottete er wieder zu seinen Ruten.
Gerade als Bärbel angekommen war bemerkte ich einen Biss an der Schwingspitzrute. Ich schlug an und dieses Mal drillte ich eine dicke
Brasse ans Ufer. Thomas kam und half mir beim Keschern. Ich habe heute immer noch Schwierigkeiten mit der linken Hand den Kescher
zu halten. Warum weiß ich auch nicht. Aber da ich niemals alleine angeln gehe habe ich immer jemanden, der diese Arbeit für mich übernimmt.
Thomas grinste mich an, als ich den Fisch abhakte, und sagte: „Uschi, zieh dir doch noch mal andere Sachen an. Immer wenn du dich umgezogen hast fängst du einen Fisch.“ „Ach Quatsch“ antwortete ich.
Nach dem Kaffeetrinken wurde mir wieder warm und ich öffnete meine Jacke. Kurz darauf kam der nächste Biss, wieder eine Brasse.
Von dem Drill wurde mir so warm, daß ich meine Jacke jetzt ganz auszog. Kaum lag sie auf der Bank ertönte der elektronische
Bissanzeiger. Ich fing eine weitere Brasse. Als ich sie fürs Foto hochhielt drehte sie sich in meiner Hand, fiel auf den Boden und verschleimte meine Hose.
Auch diese Brasse setzte ich wieder zurück ins Wasser. Ich kontrollierte die Feederrute, aber an die Würmer hatte sich keiner getraut. Ich
beließ sie auf dem Haken und warf erneut aus. Entweder interessierte sich ein Fisch dafür oder auch nicht. Das war mir total egal. Kurz
darauf bimmelte tatsächlich das Glöckchen. Ein kleiner Barsch hatte sich das Wurmbündel schmecken lassen. Da ich „vom vielen Drillen“ müde geworden war legte ich mich ein Stündchen aufs Ohr.
Als ich mich wieder frisch fühlte stand ich auf und ging an meinen Angelplatz. Inzwischen hatte ich einen anderen Pulli angezogen und
Thomas lästerte: „Du willst wohl wieder einen Fisch fangen oder warum hast du etwas anderes angezogen.“
Es kann nur Zufall gewesen sein, aber mir ging doch wirklich kurz darauf die nächste dicke Brasse an den Haken. Auch dieses Mal
machte ich mir meine frisch angezogene Jogginghose schmutzig. Nun hatte ich die Nase voll von Brassen! „Brassen, Brassen, immer wieder Brassen“ schimpfte ich. „Gibt es hier denn keine anderen Fische?“
Ich ging zu Achim und fragte ihn, ob bzw. was er denn die ganze Zeit gefangen hätte. „Nichts!“ antwortete er. „Ich habe ja gar keine Zeit zum Angeln. Ich muss ja ständig deine Fische fotografieren.“
„Och, komm, Schatz. Das meinst du doch nicht ernst.“ Er gab mir einen Kuss und sagte: „Nein. Aber es ist mir auch nicht so wichtig. Ich möchte mich ausruhen und meine Ruhe haben.“
Als wir abends grillten kamen Heike und Grischa mit Asterix im Gefolge zu uns. Sie blieben bis ca. 22 Uhr, dann fuhren sie nach Hause.
Ich bestückte meine Köder neu bevor ich mich ins Bett legte. Falls ein Fisch beißen sollte so würden mir die Männer schon Bescheid sagen.
Am anderen Morgen trank ich erst einmal eine Tasse Kaffee bevor ich zu meinen Ruten ging. Ich wunderte mich, dass die Schwinge nicht
runter hing sondern gerade aus stand. „Hoffentlich hängt da nicht wieder ein Barsch dran“, dachte ich als ich sie reinholte. Ich staunte nicht
schlecht, als ein kleiner Aal am Haken hing. Da Achim noch schlief machte Thomas ein Foto von dem Fisch bevor ich ihn zurück ins
Wasser ließ. Da er – wie üblich – tief geschluckt hatte schnitt ich am Ufer das Vorfach durch und er schwamm mit dem Haken im Maul davon.
Da Ulli gerne ein paar Eier zum Frühstück gegessen hätte fuhr er zur nächsten Tankstelle und kaufte gleich 20 Stück ein, die er anschließend kochte.
Der Wetterbericht hatte für den Morgen Regen angesagt, aber es waren keine Wolken zu sehen. Also konnten wir in aller Ruhe unsere
Angelsachen und auch das Zelt einpacken. Erst am späten Nachmittag, als wir wieder zu Hause waren gab es ein Gewitter.
Es macht immer wieder Spaß in Detmold zu angeln, aber es wäre viel schöner, wenn ab und zu auch mal ein Zander oder eine Schleie beißen würden!
Oerlinghausen, den 11.08.2010
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