|
Angelerlebnisse 2010
Teil 2
Gebackenes Lachsforellenfilet mit Ofenkartoffeln
Zutaten: 1 mittelgroße Lachsforelle 1 unbehandelte Zitrone 1 rote Paprikaschote 1 Zweig Rosmarin 200 g geriebenen Emmentaler 7 kleine Kartoffeln
2 Eßlöffel Olivenöl Salz Pfeffer Paprikapulver Kräuter
Zubereitung:
Die Kartoffeln vierteln und in eine gefettete Auflaufform geben. Pfeffer, Salz, Paprikapulver, Kräuter und Olivenöl mischen und über die
Kartoffeln gießen. Darauf den Zweig Rosmarin legen. Bei 250 °C Ober- und Unterhitze ca. 20 Minuten im Backofen garen.
In der Zwischenzeit die Forelle filetieren. Die Filets mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zitrone in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden und in
zwei Reihen auf ein Backblech legen. Die Forellenfilets mit der Hautseite auf die Zitronenscheiben legen.
Die Paprika in feine Scheiben schneiden und dann wie eine Gräte auf die Forelle legen. In die Mitte der Filets länglich den geriebenen Käse streuen.
Nach 20 Minuten den Backofen auf 200° C reduzieren und die Forellenfilets ca. 15 Minuten mitbacken.
Beilagen: Eine leichte Dillsoße, Eisbergsalat und ein frisches Hefeweizen. SUPER LECKER!
Oerlinghausen, den 21.06.2010
Schöne Ferien mit Hindernissen an der Ostsee 16.05. bis 29.05.2010
Es war ein verdammt langer Winter gewesen. Bis in den April hinein fror ganz Deutschland. Selbst in den Niederungen lag wochenlang
Schnee und die Straßen glichen denen der Alpen. Anfangs wurden die Straßen noch gestreut, doch dann ging überall das Salz aus und die
Straßen glichen einer Rodelbahn. An den Straßenrändern türmten sich die Schneeberge. Jeder sprach nur vom Wetter und alle hofften,
dass der Winter endlich vorbei ging und es wärmer wurde. Doch erst im April gab es einen kleinen Lichtblick. An Karfreitag und
Ostersamstag lagen Temperaturen plötzlich über 20 Grad! Alle hofften dass endlich der Frühling Einzug gehalten hatte. Doch dem war
nicht so. Das Thermometer sank sogleich wieder unter 10° C. Selbst im Mai lagen die Temperaturen nicht höher.
Mit Grauen dachte ich daran, dass Karfreitag eine Angelveranstaltung vom ASV Dalbke anstand. Doch der Wetterbericht versprach
warmes und sonniges Wetter, so dass ich mich entschloss doch daran teilzunehmen. Ich hoffte, dass ich dieses Mal mehr Glück hatte als
im letzten Jahr. Nicht ein einziger Fisch ging mir da an den Haken und aus lauter Frust entschloss ich mich beim nächsten Mal nicht dabei
zu sein. Jedenfalls nicht dann, wenn die Plätze ausgelost wurden und ich mir keinen Platz aussuchen konnte.
Ich zog eine Platzkarte und sah, dass es – so hoffte ich jedenfalls – ein guter Platz war. Und tatsächlich ging mir außer zwei schönen
Regenbognern auch noch eine dicke Lachsforelle an den Haken. So machte mir das Angeln Spaß.
Achim hatte auch zwei Lachs- und zwei Regenbogenforellen gefangen. Zuhause stellten wir fest, dass meine Lachsforelle die dickste war.
Ein paar Tage später bereitete Achim eine der Lachsforellen auf eine besondere Art zu (s. Rezept am Ende des Berichtes.) Sie schmeckte so köstlich, dass wir sie später gleich noch einmal auf diese Art aßen.
Im Februar war Achim aus heiterem Himmel an einer Rippenfellentzündung erkrankt, die sich auf den Herzbeutel ausgedehnt hatte. Ihm
ging es anfangs so schlecht, dass er fast eine Woche im Krankenhaus verbringen musste. Anschließend war er noch 6 lange Wochen krank geschrieben!
Als er mit seinen Freunden – wie schon seit vielen Jahren - über Himmelfahrt eine Fahrradtour unternahm sorgte ich mich um seine
Gesundheit. Auch die Kardiologin, bei der er einige Tage vorher zur Nachuntersuchung war, war von seiner geplanten Fahrradtour gar nicht angetan. Sie ermahnte ihn sich nicht anzustrengen und warm anzuziehen.
Sonntagmorgen (09.05.) brachte ich Achim mit dem Auto zum Treffpunkt nach Winterberg, wo er mit seinem Freunden an der Ruhr
entlang bis nach Duisburg radelte. Die ganzen Tage war es sehr kalt gewesen und als ich ihn am Freitagabend in Bielefeld am Bahnhof
abholte brachte er eine dicke Erkältung mit. Das hatte gerade noch gefehlt, wo wir doch am Sonntag nach Dahme fahren und dort angeln wollten. Ich ahnte nichts Gutes.
Sonntag (16.5.)
Samstagnachmittag packten wir unseren Wagen. Auch dieses Mal befürchtete ich, dass wir nicht alles, was ich mitnehmen wollte, in den
Wagen bekamen. Ich hätte gerne für trübe Tage meine Malutensilien mitgenommen, verzichtete dann aber doch darauf. Dieses Mal, so
hoffte ich, würden wir bestimmt 3 oder 4 Mal mit dem Boot rausfahren. Gut, dass ich nicht wusste, dass alles anders kommen würde.
Sonntagmorgen machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Dahme. Wir kamen bei zwar kaltem, aber immerhin sonnigem
Wetter gut und auch schnell voran. Lediglich auf der gegenüberliegenden Fahrbahn staute sich auf einigen Streckenabschnitten der
Verkehr. Und auch kurz vor Dahme gab es auf der Gegenfahrbahn einen mehrere Kilometer langen Stau. Wir waren nur noch 50 km von
Dahme entfernt, als es dann doch zu regnen anfing. Aber der Regen ließ kurz darauf wieder nach.
Heike und Grischa waren am Mittwochabend nach Dahme gefahren. Für sie war am Sonntag der Kurzurlaub zu Ende. Wir trafen uns
noch für eine kurze Zeit in unserer Ferienwohnung, bevor sie sich gegen 12 Uhr auf die Rückfahrt nach Bielefeld machten.
Mittags gingen Achim und ich zum Taucherparkplatz um zu schauen, ob dort Watangler waren. Tatsächlich standen gleich 9 Personen im
Wasser. Während wir ihnen zuschauten fing jedoch keiner von ihnen einen Fisch. Als es uns zu langweilig wurde gingen wir weiter zur
Milchbar. Wir aßen eine Kleinigkeit und gingen dann zurück zu unserer Ferienwohnung. Gegen 19 Uhr fuhren wir nach Kellenhusen und
aßen im Restaurant Passat zu Abend. Heike hatte gesagt, dass sie sich melden wollte wenn sie zuhause angekommen seien. Als wir das
Restaurant verließen war es schon 20 Uhr und sie hatte sich immer noch nicht gemeldet.
Ich rief sie an und hörte, dass sie gerade in Bad Oeynhausen von der Autobahn runter gefahren seien, da der nächste Stau vor ihnen lag.
Ich wäre am Liebsten gleich am Montag mit dem Boot rausgefahren, doch Achim fühlte sich durch die Erkältung total schlapp. Er rief
beim Anglertreff in Neustadt an und fragte nach, ob für Dienstag ein Boot frei sei. Für Dienstag, so sagte man uns am Telefon, wurde
Windstärke 4 vorausgesagt und so disponierten wir um und reservierten das Boot für Mittwoch. An diesem Tag würde es zwar nicht mehr
so sonnig aber viel windstiller werden. Nachdem wir das Boot reserviert hatten freute ich mich schon riesig auf die Bootstour.
Montag (17.5.)
Ich hatte die Nacht sehr gut geschlafen, war aber trotzdem schon um 5 Uhr wach. Die Sonne schien vom strahlend blauen Himmel und die
Vögel zwitscherten um die Wette. Es tat richtig gut wieder ein paar Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, auch wenn die Luft noch sehr kalt war.
Achim ging es in der Nacht nicht so gut und daher konsultierte er morgen einen Arzt vor Ort. Als er wieder aus dem Sprechzimmer kam
wirkte er nicht gerade fröhlich. Schnell nannte er mir den Grund: „Die Ärztin meinte, ich solle mich schonen, d.h. ich soll spazieren gehen
und mich ausruhen. Aber ich darf nicht angeln, schon gar nicht mit der Wathose ins Wasser und auch nicht Bootfahren.“
Als er mein betrübtes Gesicht sah meinte er: „Vielleicht geht es ja am Wochenende. Aber die Bootsfahrt am Mittwoch müssen wir
absagen. Ich fühle mich total ausgelaugt und muss mich einfach noch einige Tage ausruhen. Ich rufe gleich mal in Neustadt an und storniere die Reservierung.“
Natürlich war mir seine Gesundheit wichtiger als alles andere. Aber in Dahme sein und überhaupt nicht zu angeln passte nicht in mein
Konzept! Am liebsten hätte ich losgeheult. Da freut man sich wochenlang auf einen schönen Angelurlaub und dann das! Wäre er doch
bloß zuhause geblieben und hätte auf die Radtour verzichtet, ging es mir durch den Kopf. Doch nun war es passiert und ich musste gute
Miene zum bösen Spiel machen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, lautet ein Sprichwort und so hoffte ich, dass wir das Versäumte in der nächsten Woche wenigstens nachholen würden.
Gegen 16 Uhr machten wir einen Spaziergang am Strand. Wir gingen zuerst zum Taucherparkplatz wo 3 Angler im Wasser standen. Wir
schauten ihnen eine Zeitlang zu. Einer von ihnen fing tatsächlich einen kleinen Hornhecht. Doch das war’s dann auch schon. Den Fischen
war es sicher auch noch zu kalt. So richtig war die „Hornhechtzeit“ wohl noch nicht gekommen. Vielleicht änderte sich das ja in der nächsten Woche und vielleicht wurde es dann auch etwas wärmer, hoffte ich.
Wir schlenderten am Strand entlang und kehrten dann im neu eröffneten Restaurant „Kum-Luk“ ein. Weil kaum ein Wind wehte und auch
etwas die Sonne schien setzten wir uns auf die Terrasse und tranken ein Bier.
Kurz bevor wir wieder zurück gingen bestellten wir für Samstag um 18.30 Uhr einen Tisch für 4 Personen.
Thomas und sein Schwiegersohn Kai wollten Samstag nach Dahme kommen und bei uns übernachten. Für Sonntagmorgen hatten wir
schon von zuhause aus zwei Boote reservieren lassen. Falls Achim jedoch tatsächlich nicht rausfahren wollte, würde ich mit Thomas und
Kai mitfahren. Das hatte ich mir jedenfalls so gedacht. Aber ich hoffte, dass es nicht dazu kommen und Achim mit mir rausfahren würde.
Als Achim auf den Rückweg meinte das wir uns für die ganze Zeit, die wir in Dahme sein würden, einen Strandkorb mieten sollten dachte
ich: „Oh Gott. So schlimm geht es ihm. Er denkt tatsächlich nicht ans Angeln!“ Das konnte doch nicht sein, schließlich hatte ich mich schon
seit Wochen auf den Urlaub und das Angeln in Dahme gefreut. Und außerdem hatten wir ja gerade diesen Zeitpunkt gewählt, weil dann
die „Hornhechtzeit“ war. Innerlich grummelte ich: Warum hatte er auch bei dem Schietwetter an der Fahrradtour teilgenommen! Er wusste doch, dass es kalt sein würde und er sich nicht erkälten durfte.
Aber ich konnte es nicht ändern. Es war eben passiert und nun musste ich damit leben. Wir verbrachten den Abend vor dem Fernseher.
Dienstag (18.5.)
Als ich gegen 6 Uhr aufstand war der Himmel bedeckt. Von Sonne keine Spur. Dabei hatte das Radio gemeldet, dass es ein schöner
sonniger Tag werden sollte. Auch eine Stunde später sah es noch nicht viel besser aus. Der Wind kam aus Nordwest und war recht frisch.
Ich dachte an die Zeit, die vor uns lag – und wurde wieder traurig. Vielleicht konnte ich mich ja Ute und den anderen Anglern anschließen,
dachte ich für einen Moment. Aber den Gedanken konnte ich sogleich wieder knicken, als ich von Achim hörte, dass Ute im Internet
schrieb, dass sie sich beim Himmelfahrtsangeln eine dicke Erkältung geholt hatte. Blieb nur noch Michael. Aber auch er war durfte nicht
angeln, da er gerade frisch am Knie operiert worden war. Es war wie verhext! Alleine hatte ich keinen Mut ins Wasser zu gehen. Und ein
Boot fahren konnte ich natürlich auch nicht. Das hätte auch Achim gar nicht zugelassen. Er selber hätte ja gar nicht angeln brauchen. Wenn
er wenigstens das Boot gefahren hätte. Aber er wollte sich dem kalten Wind nicht aussetzen, was ich ja verstehen konnte. Aber es sollte
doch ein Angelurlaub an der Ostsee werden! Nur wer selber angelt, kann meine Enttäuschung verstehen.
Während Achim noch im Bett lag und träumte beruhigte ich mich, indem ich mir einredete, dass es doch nicht so tragisch sein konnte auch
einmal in Dahme zu sein ohne angeln zu gehen. An erster Stelle stand nun einmal die Gesundheit von Achim!
Wir gingen erst einmal auf die Strandpromenade und mieteten uns bis zum Ende unseres Urlaubes einen Strandkorb. Er trug die Nummer 31 und stand nahe am Hundestrand.
Gegen Mittag fuhren wir nach Kellenhusen, wo ich gezielt die Boutique ansteuerte, in der ich schon ein paar Mal eingekauft hatte. Ich
suchte mir vier schöne Shirts und eine Weste aus. Achim, der eigentlich erst gar nicht mit in das Geschäft kommen wollte, ließ sich von mir
überreden zwei Pullover und eine Weste anzuprobieren, für die er sich dann auch entschied. Nachdem wir bezahlt hatten setzten wir uns in
das kleine Cafe gleich neben der Boutique. Ich hatte mir schon einen Capuccino bestellt als ich die Eiskarte sah. Auch wenn das Wetter
nicht gerade zum Eisessen einlud bestellte ich mir einen „Schwedenbecher“, der aus 3 Kugeln Vanilleeis mit Apfelmus und einer Sahnehaube plus Eierlikör bestand.
Von den angesagten 11 Stunden Sonnenschein war nichts zu merken. Der Himmel war grau und trüb. Statt uns in den Strandkorb zu
setzen legten wir uns in der Wohnung hin. Am späten Nachmittag machten wir einen Spaziergang bis zum Restaurant „Kum Luk“.
Mittwoch (19.5.)
Ich hatte die Nacht so tief und fest geschlafen wie schon seit langem nicht mehr. Es war schon 7 Uhr durch als ich aufwachte. Ich ging
nach draußen vor die Tür und sah, dass es in der Nacht geregnet hatte. Aber es waren keine dunklen Wolken mehr zu sehen. Stattdessen
zogen am blauen Himmel ein paar weiße Wölkchen vorüber. Ab und zu lugte sogar die Sonne hervor. Dabei hatten sie im Radio für diesen Tag keine Sonne gemeldet. Es wurde sogar 80 % Regen vorausgesagt.
Gegen 10 Uhr zogen vom Meer doch ein paar dunkle Wolken heran. Und der Wind hatte mächtig zugelegt. Doch die Wolken verzogen sich sofort wieder und die Sonne herrschte am Horizont.
Gegen Mittag gingen wir mit Decke, Fernglas und Fotoapparat bepackt zu unserem Strandkorb. Darin war es so warm, dass wir in unseren Klamotten zu schwitzen anfingen..
Ich ging noch einmal zurück zur Ferienwohnung und zog mir statt der dicken Jeans eine luftige Sommerhose und ein T-Shirt an und
tauschte die Brille gegen eine Sonnenbrille. Für Achim nahm ich eine Badeshorts und etwas Sonnencreme mit.
Durchs Fernglas beobachtete ich einen Angler, der im Wasser stand und auf Hornhecht angelte. Nach einigen Minuten ging ihm auch
tatsächlich ein Fisch an den Haken. Ich konnte leider nicht erkennen ob es ein Hornhecht oder eine Meerforelle war. Etwas später
erschien ein weiterer Angler. Achim beobachtete, wie der erste dem zweiten seine gefangenen Fische zeigte. Es waren mindestens drei Hornhechte, die er am Galgen hatte.
Ich bin nicht der Typ, der stundenlang ruhig auf einer Stelle verbringen kann. Also nahm ich meine Kamera und schlenderte auf der Promenade entlang, immer auf Ausschau nach einem interessanten Fotomotiv.
Als die beiden Angler aus dem Wasser gingen kamen vier andere dazu. Zwei von ihnen hatten ein Bellyboat, die anderen beiden waren mit einem – wie wir später feststellten - Pontoonboot auf dem Wasser.
Ich wünschte mir, dass wir unser Bananaboot mitgenommen hätten. Aber selbst wenn es so gewesen wäre, dann wären wir jetzt aufgrund
von Achims Erkrankung doch nicht rausgefahren. Aber irgendwann einmal möchte ich, wenn wir wieder in Dahme sind, unbedingt einmal mit dem Bananaboot rausfahren. Natürlich nur bei „Ententeichwetter“!
Wir blieben bis 16.30 Uhr, dann packten wir unsere Sachen ein und gingen zurück zur Ferienwohnung. Gegen 18 Uhr – die Sonne schien noch immer vom wolkenlosen blauen Himmel – gingen wir ins Restaurant Akropolis.
Donnerstag (20.5.) Kurz vor 7 Uhr war die Nacht für mich schon wieder zu Ende. Wie immer ging ich nach dem Aufstehen zuerst einmal nach draußen um
nach dem Wetter zu schauen. Betrübt stellte ich fest, dass der Himmel voller grauer Wolken war. Während ich nach einer Lücke am
Himmel Ausschau gab es einen heftigen Regenschauer, vor dem ich mich noch gerade rechtzeitig ins Haus flüchten konnte. Dann kam eine
Windböe die den Stuhl draußen auf der Terrasse zum Klappern brachte und Achim weckte. Er kroch aus dem Bett und kam ins Wohnzimmer. Verschlafen fragte er mich: „Was ist denn hier los? Ist Sturm?“
„Ja, so ähnlich. Der Wind hat die Terrassenmöbel ein wenig durchgeschüttelt. Im Moment schüttet es wie aus Eimern. Leg dich wieder schlafen.“
Ich schaltete das Radio ein und wartete auf den Wetterbericht, obwohl dieser fast nie stimmte. Als es soweit war hörte ich den Sprecher
sagten: „Heute ist es aufgelockert und trocken. Es werden Temperaturen bis 22° C erwartet.“ Ich dache bei mir: „Na toll! Der passt mal wieder wie die Faust aufs Auge!“
Für Dienstag waren 11 Stunden Sonnenschein vorhergesagt worden – und es war kein bisschen Sonne zu sehen gewesen. Für Mittwoch
hatten sie 80 % Regen angesagt – und es war kein einziges Wölkchen am Himmel. Was sollte man da noch glauben? Am besten hörte man sich die Meldungen erst gar nicht an.
Gegen 7.30 Uhr kam der nächste heftige Schauer, der etwas länger anhielt. Schon bald standen die Narzissen bis zu den Knien im Wasser. Und auch die Vögel hatten Schutz in den Bäumen gesucht.
Dieses nasskalte Wetter tat meinen Knochen und besonders meinem Ellenbogen nicht gut. Er schmerzte sehr. Es war genau so wie vor 4
Jahren, als ich das erste Mal mitgeteilt bekam, dass ich an einem „Golferellenbogen“ erkrankt sei.
Es war schon fast 9 Uhr, doch der Regen wollte nicht aufhören. Aber am Himmel waren schon einige Lücken auszumachen und man
konnte ahnen, wo die Sonne stand. Fünf Minuten später schien tatsächlich die Sonne! Doch schon nach kurzer Zeit war sie wieder
verschwunden. Aus dem Regenschauer wurde ein Nieselregen, der nicht aufhören wollte.
Achim lag immer noch im Bett und so überlegte ich, was wir an diesen verregneten Tag unternehmen könnten. Keine Frage: Am liebsten
hätte ich natürlich geangelt, aber ohne Achim machte es mir keinen Spaß. Außerdem traute ich mich seit meiner Bauchlandung vor drei
Jahren nicht alleine ins Wasser. Ich hatte die letzten Male erst gar keine Wathose mitgenommen. Doch dieses Jahr wollte ich es wieder
einmal probieren, obwohl das Wasser doch noch recht kalt war. Aber ich musste ja nicht wieder reinfallen. Es war schon recht seltsam,
dass ich es immer wieder schaffte dort, wo wir gerade angelten, ins Wasser zu fallen. Ob am Neckar, am Regen, am Gevattersee… ich
erkenne alle Gewässer an ihrem Geschmack! Als Achim aufgestanden war und ich ihm sagte, dass ich gerne angeln wollte, meinte er, ich
könnte doch abends vom Strand aus auf Dorsch angeln. Er würde sich dann in den Strandkorb setzten und mir beim Angeln zuschauen.
Wer’s glaubt wird selig! Das hatte er keineswegs ernst gemeint. Achim wäre nie sitzengeblieben, während ich angelte. Und selbst wenn er
selber nicht geangelt hätte, so hätte er bei mir gestanden um zu sehen, ob ich auch alles richtig machte. Also schob ich auch diesen Gedanken wieder beiseite.
Der Himmel hatte sich zwischenzeitlich aufgehellt, war aber um 11 Uhr wieder dunkel. Wir beschlossen nach Heiligenhafen zu fahren. Wir
stellten unser Auto auf dem Parkplatz am Hafen ab. Dann gingen wir zur Fischhalle, wo ich zwei frische Heringe kaufte, die ich zum
Angeln benutzen wollte. So schnell gab ich den Wunsch doch noch zu angeln nicht auf! Als wir beim Angelgeschäft Baltic Kölln vorbeikamen wollte ich dort unbedingt reingehen.
„Was willst du denn da?“ fragte Achim erstaunt. „Du hast doch alles.“ „Ach, Schatz. Lass uns doch einfach mal ein bisschen schauen.“
Er antwortete: „Das kenne ich. Du gehst doch nie ohne irgendetwas gekauft zu haben aus einem Laden.“
Ich ging in den Laden hinein und sagte zu Achim, während ich mich zu ihm umdrehte: „Das stimmt nicht. Manchmal finde ich auch nichts Gescheites.“
Gleich beim Eingang sah Achim die gleichen Fangkörbe liegen, die wir beim Bootsangeln immer ins Wasser lassen wenn wir ankern bzw.
uns treiben lassen. Unser Fangkorb war schon sehr rostig und ich redete Achim zu einen neuen zu kaufen.
Ich ging weiter zu den Ruten. Als Achim mich dort stehen sah fragte er, was ich bei den Ruten wolle. „Ich schaue mir nur die Brandungsruten an.“
„Die kannst du doch gar nicht auswerfen. Die wiegen ganz schön was“, antwortete er.
Irgendwie hatte er ja recht. Brandungsangeln war ja auch mit meiner 3,90 m langen Balzer Feederrute möglich, wie ich vom letzten Angeln wusste. Also keine Brandungsrute!
Ich ging weiter zu den Bekleidungsstücken und blieb bei den Wathosen stehen. Achim hatte seine Wathose zwar repariert, das heißt, er
hatte die Filzsohlen, die sich beim letzten Watangeln gelöst hatten, wieder festgeklebt. Aber ob und wie lange sie halten würden war nicht
zu sagen. Achim wollte jedoch keine neue Hose sondern es erst einmal weiterhin mit seiner alten probieren.
Ich ging weiter zu den Watjacken. Schon auf der Hinfahrt fiel mir ein, das ich vergessen eine kurze Jacke einzupacken. Eine richtige
Watjacke, die auch schön warm hält, besaß ich jedoch nicht. Ich sah die gleiche Thermo-Watjacke von B.Richi, die auch Achim sich vor
einigen Jahren übers Internet bestellt hatte. Er meinte, nachdem ich sie anprobiert hatte, dass ich damit auf jeden Fall richtig liegen würde.
Ich entschied mich diese zu kaufen, während Achim sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte.
Als wir den Laden verließen gingen wir zum gegenüberliegenden Imbißstand. Wir bestellten uns jeder eine Portion gebratenen Dorsch und
setzten uns zum Essen auf eine der Bänke. Wir waren noch beim Essen, als es einen heftigen Regenschauer gab. Er ließ jedoch schon
nach wenigen Minuten nach. Da wir noch nicht ausgetrunken hatten blieben wir noch etwas sitzen. Als wir gerade gehen wollten kam der
nächste Schauer. Einen Schirm hatten wir nicht mit und auch keine Kapuzen an unseren Jacken. Wir warteten ca. 10 Minuten, doch als es
nicht danach aussah, dass der Regen nachlassen würde, standen wir auf und rannten zum Parkplatz. Je näher wir nach Dahme kamen
umso trockener wurde es. Und tatsächlich hatte es in Dahme seit unserer Fahrt nach Heiligenhafen nicht mehr geregnet. Hier war es knüppeltrocken.
Nachmittags legten wir uns ein wenig aufs Ohr. Abends kochten wir den Spargel, den wir morgens gekauft hatten. Dazu aßen wir
geräucherten Lachs. Dann schauten wir uns im Fernsehen das UEFA Women’s Champions League mit Turbine Postdam gegen Olympic
Lyon an. Es war sehr spannend. Leider fielen während der regulären Spielzeit und auch in der Verlängerung keine Tore, so dass wir bis
zum Elfmeterschießen warten mussten. Kurz vor Mitternacht stand fest: Potsdam war Pokalsieger!
Freitag (21.5.)
Wie immer war ich an diesem Morgen schon sehr früh wach. Ich hätte gerne einmal länger geschlafen und versuchte es auch, aber das
Brummen in meinem rechten Ohr, das anfangs nur ab und zu und jetzt fast ständig auftrat, trieb mich schließlich doch aus dem Bett. Um
dieses nervige Geräusch loszuwerden bzw. nicht mehr wahrzunehmen stellte ich leise das Radio an. Es half insoweit, als es das Brummen unterdrückte.
Nachdem ich eine Tasse Kaffee getrunken hatte nahm ich unsere kleine digitale Kamera und ging damit ums Haus. Es schien ein schöner
sonniger Tag zu werden, jedenfalls waren nur wenige weiße Wolken am Himmel zu sehen.
So langsam stieg in mir wieder das Angelfieber. Vielleicht war das ja der Grund für meine innere Unruhe, die in den letzten Tagen
zugenommen hatte. Ich hoffte sehr, dass ich Achim doch noch überreden konnte mit mir auf die Seebrücke zu gehen. Ob man dort von
aus jedoch auf Hornhechte angeln konnte wusste ich nicht. Aber ich wollte es wenigstens einmal probieren.
Als Achim aufgestanden war und ich ihm von meinem Plan erzählte war er davon, wie ich schon befürchtet hatte, gar nicht begeistert. Er
wollte lieber das schöne Wetter ausnutzen und im Strandkorb liegen. „Du kannst ja vom Strand aus mit der Wandhose ins Wasser gehen
und dort angeln“, meinte er. „Dann musst du aber deinen ganzen Kram mitschleppen. Ich kann zurzeit nichts Schweres tragen.“
Das war mir schon klar, aber ich selber konnte auch nicht viel schleppen. „Schatz, ich möchte doch nur einmal wieder ein Gefühl für die Angelrute bekommen“, entschuldigte ich mich.
„Das kannst du doch am Sonntag, wenn wir mit dem Boot rausfahren. Wir haben doch auch noch die ganze nächste Woche Zeit dazu.
Ich bin noch nicht so fit, aber wenn du meinst, dass du unbedingt angeln musst, dann tu das doch. Aber ohne mich!“
„Ich will aber nicht alleine angeln!“ knurrte ich vor mich hin. Ich war enttäuscht und stimmte nicht gerade begeistert seinem Vorschlag zu,
an den Strand zu gehen und uns dort in den Strandkorb setzten. Früher, vor vielen, vielen Jahren konnte ich auch stundenlang herumsitzen
und mir die Gegend oder andere Menschen anschauen, aber heute wollte ich lieber aktiv sein bzw. angeln.
Sehnsüchtig schaute ich durchs Fernglas den Watangeln zu. Ab und zu fing auch einer einen Hornhecht. Sch….ade! Warum stand ich nicht da? Stattdessen saß ich hier lustlos im Strandkorb herum.
Gegen Mittag kam auch noch ein Fliegenfischer dazu, der – wie ich beobachten konnte - ebenfalls ein paar Fische fing. Mir tat mein
Anglerherz weh. Ich lenkte mich von meinen traurigen Gedanken ab und erinnerte mich daran, dass mich meine Tochter Heike vor ein
paar Tagen zum glücklichsten Menschen der Welt gemacht hatte, als sie mir sagte, dass sie ein Baby erwartet. Sie war zwar erst ganz am
Anfang der Schwangerschaft, aber ich spürte schon den kleinen neuen Erdenbürger in meinen Armen. Natürlich musste ich ihr
versprechen noch nicht darüber zu sprechen bzw. es nicht weiterzuerzählen. Aber dieses Versprechen konnte ich einfach nicht halten. Dazu war ich viel zu glücklich.
Der Wind hatte sich gegen Mittag gedreht und kam nun aus Süd-West. Ab und zu schaute ich durchs Fernglas ob auch die Angler im
Schlauchboot Erfolg hatten. Ein weiteres Boot kam in mein Blickfeld. Die beiden Insassen legten doch tatsächlich entlang des Strandes
Netze aus! Sie platzierten zwar am Anfang und Ende ihrer Strecke eine rote Boje, trotzdem würde ich im Wasser keine Netze vermuten, wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.
Wir blieben bis 15 Uhr am Strand, dann packen wir unsere Sachen zusammen. Wir machten uns eine Kleinigkeit zu Essen und dann legte ich mich zum Schlafen aufs Sofa.
Gegen 18 Uhr rief Thomas an. Er und sein Schwiegersohn Kai wollten, wie verabredet, am nächsten Tag nach Dahme kommen. Thomas
fragte, ob wir wohl mit den bestellten 50 Watwürmern pro Boot auskommen würden. Ich meinte, dass wir am Sonntagmorgen ja noch
jeder 25 weitere mitnehmen könnten. Michael Woyda, mit dem wir vor einigen Tagen telefoniert hatten, hatte uns gesagt, dass er vor
einigen Tagen mit dem Kutter rausgefahren sei. Er und 4 weitere Angelkollegen hätten in 2 Stunden über 80 Dorsche gefangen! Das war
ein Wort. So viele mussten es ja nicht sein, aber ein paar vernünftig große wünschte ich mir auch. Ich freute mich tierisch auf den kommenden Tag. Endlich, endlich würde ich angeln.
Samstag (22.5.)
Das Brummen im Ohr trieb mich auch an diesem Morgen schon sehr früh aus dem Bett. Verdammt! Hörte das denn überhaupt nicht mehr
auf? Und warum war es gerade hier im Urlaub wieder so massiv aufgetreten? Verursachte Stress das Brummen oder verursachte das
Brummen Stress? Ich glaube beides. Oder war es eine Nebenwirkung von den Tabletten, die ich einnehmen musste? Es war zum verzweifeln!
Als ich die erste Tasse Kaffee getrunken hatte zog ich meine Schuhe an und ging zum Taucherparkplatz. Wie ich vermutete, traf ich dort
wieder ein paar Russlanddeutsche mit ihrem Boot an. Es schienen die Drei zu sein, die ich schon im letzten Jahr dort gesehen hatte. Sie
waren gerade dabei ihr Boot zu Wasser zu lassen und hatten dafür ihr Auto rückwärts den Weg zum Strand hinunter gefahren.
Ich schlenderte zum Strand hinunter. Rund herum zog Nebel auf. Auf jedem Stein, der im Wasser lag, saß mindestens eine Möwe. Auch ein paar Schwäne waren zu sehen.
Im Sand fand ich ein selbst gebasteltes Paternostervorfach. Die Haken waren zwar schon rostig, aber ansonsten konnte man es wieder
aufpäppeln. Ich hob es auf und nahm es mit. Ich bin ja nicht abergläubisch, jedenfalls nicht mehr als andere auch, aber vielleicht würde es mir ja Glück bringen.
Gegen 9 Uhr hatte sich der Himmel total zugezogen. Es waren nichts als Nebelschwaden zu sehen. Der Wetterbericht für Schleswig
-Holstein meldete für den Tag viel Sonnenschein und Temperaturen um die 20° C. Örtlich jedoch auch Regen. Doch darauf konnte man sich ja nie verlassen. Am späten Vormittag fuhren wir nach Grube zum Einkaufen.
Als wir wieder zurück waren kochten wir uns eine Kleinigkeit. Dann endlich holte Achim unsere Angelsachen aus dem Auto und wir
montierten für den nächsten Tag unsere Ruten. Als er die Dorsch- und Bootsvorfächer durchschaute, stellte er fest, dass einige von ihnen
nicht mehr zu gebrauchen waren. Das Salzwasser hatte ihnen reichlich zugesetzt. Spontan meinte ich: „Dann lass uns doch gerade mal nach
Heiligenhafen fahren und dort welche kaufen. In einem der beiden Geschäfte bekommen wir bestimmt welche. Und bis Thomas und Kai hier sind sind wir wieder zurück.“
Aber Achim war dazu nicht aufgelegt. Sorgfältig überprüfte er alle unsere Ruten. Wir hatten sie zuletzt im Dezember benutzt. Als alles
seine Richtigkeit hatte packten wir unsere Angelsachen ins Auto. Es war gerade mal 13.30 Uhr. Ich war überrascht als Achim sagte: „Wenn du noch nach Heiligenhafen willst, dann lass uns jetzt hinfahren.“ Hurra!
Na klar wollte ich das. Lieber heute nach neuen Vorfächern Ausschau halten als wenn wir morgen ohne diese daständen. Es war ja nicht
gesagt, dass im Angeltreff in Neustadt immer alles das vorhanden war, was wir benötigten.
In Heiligenhafen angekommen gingen wir zuerst ins Angelgeschäft Kott wo Achim ein paar Dorschvorfächer aussuchte. Außerdem
nahmen wir für uns und für Thomas und Kai je 25 Seeringelwürmer mit, was sich im Nachhinein als gute Idee erweisen sollte.
In Heiligenhafen war der Teufel los. Es dauerte etwas bis wir einen Parkplatz fanden. Im Fischladen am Hafen kaufte ich außerdem für
jeden von uns 2 frische Heringe. Während ich draußen stand ging Achim noch ins Angelgeschäft Baltic Kölln um Vorfächersysteme von B-Rici zu kaufen.
Wir waren erst kurze Zeit zurück in Dahme, als endlich Thomas und Kai in der Tür standen. Sie hatten fast 6 Stunden für die Fahrt von Schloß Holte nach Dahme gebraucht.
Im Kum Luk hatten wir für 18.30 Uhr einen Tisch bestellt. Da wir jedoch alle hungrig waren gingen wir schon gegen 17 Uhr hin. Thomas
und Kai waren von der riesigen Auswahl an Schnitzelgerichten begeistert. Es dauerte auch dementsprechend lange bis wir alle unser spezielles Schnitzel bestellt hatten.
Hinter dem Restaurant spielten auf der Wiese eine Band. Wir hörten uns einige Musikstücke an, doch wir wollten nicht warten bis die
zweite Band um 21 Uhr auftrat. Thomas war das Bier am Bierstand viel zu kalt. Keiner von uns war Bayern Fan, trotzdem schauten wir uns das Spiel im Fernsehen an. FC Bayern verlor gegen Madrid 0 : 2.
Sonntag (23.5.) Der Wecker war auf 5 Uhr gestellt, doch Thomas und Kai waren schon viel früher wach. Ich wurde um 4.50 Uhr wach und stand sofort
auf. Doch so richtig munter war ich um diese Uhrzeit trotzdem noch nicht. Ich ging erst einmal unter die Dusche um meine Lebensgeister zu wecken.
Als Kai seine zweite Tasse Kaffee getrunken hatte meinte er: „Jetzt freue ich mich aufs Angeln und kann es kaum erwarten dass wir losfahren.“
Ich wusste nicht so recht was ich anziehen sollte, denn kalt war es an diesem Morgen nicht. Aber auf dem Wasser konnte es ganz anders
sein. Ich beschloss erst einmal Thermosachen anzuziehen. Wenn es dann tatsächlich sehr warm werden sollte konnte ich ja ein paar Sachen ausziehen.
Um 6 Uhr saßen wir in unseren Autos und fuhren nach Neustadt. Als wir dort ankamen waren die anderen schon dabei die Boote zu
beladen. Ich musste über ein Boot in das dahinterliegende klettern was mir etwas Unbehagen bereitete. Wenn ich an Land stehe traue ich
mich nicht aufs Boot, doch wenn ich erst einmal drin bin ist alles okay. Dann möchte ich am liebsten nicht mehr runter.
Thomas und Kai halfen mir unsere Angelsachen ins Boot zu laden während Achim in den Angelladen ging um die Watwürmer, die
Schwimmwesten und das Echolot zu holen. Als ich dann endlich in unserem Boot alles verstaut hatte wolle ich auch, dass wir sogleich
losfuhren. Doch der Bootsvermieter musste Thomas, der zum ersten Mal mit den Angelbooten fuhr, erst einmal den Motor erklären. Es kribbele mir in den Händen. Fische wo seid ihr? Wir kommen!
Als wir aus dem Hafen waren fuhren wir nach rechts Richtung Sierksdorf. Bei unserem ersten Stopp fing Thomas sogleich einen kleinen
Dorsch. Einen Moment später hatte auch ich einen am Haken und kurz darauf biss auch an Achims Rute einer an.
Wir blieben vielleicht eine halbe Stunde an der Stelle, dann waren wir so weit rausgetrieben, dass Achim den Motor anschmiss und wieder
auf das Ufer zusteuerte. Die überwiegende Anzahl der Fisch fingen wir in Tiefen zwischen 6 und 9 Meter. Beim vierten oder fünften
Dorsch stellte Achim fest, dass dieser viele Ringelwürmer im Magen hatte. „Schau dir mal an, was der gefressen hat. Ringelwürmer!
Vielleicht stehen die heute auf diese.“ Also bestückten wir einen Haken mit Watwurm, den anderen mit Ringelwürmern. Im Laufe des Vormittags hatten wir schon 30 Fische gefangen, darunter auch eine kleine Scholle.
Die meisten Dorsche setzten wir wieder zurück, obwohl sie das Mindestmaß hatten. Aber wir fanden sie zum Filetieren doch etwas zu
klein. Außerdem wollten wir lieber ein paar große Dorsche fangen, was nicht einfach war.
Einmal glaubte ich auch einen großen Dorsch am Haken zu haben als sich die Spitze meiner Rute zum Wasser neigte und etwas Schnur
von der Spule gezogen wurde. Doch dann stellte sich heraus, dass an dem einen Haken ein Dorsch und am anderen ein Hornhecht hing. Auch letzterer hatte sich einen Ringler schmecken lassen.
Morgens war die Wasseroberfläche fast glatt gewesen, doch im Laufe des Tages nahm der Wind zu und das Wasser kräuselte sich immer mehr bis wir Wellen von knapp einem Meter hatten.
Um die Mittagszeit herum hatte ich einen richtigen Run. Kaum war der Köder im Wasser schnappte ihn sich auch schon ein Dorsch. So
machte mir das Angeln einen Heidenspaß! So hätte es stunden-, von mir aus sogar tagelang, weitergehen können.
Wie immer hatten wir die Fische, die wir mitnehmen wollten, in den Drahtkescher gelegt, der während des Angelns neben dem Boot im
Wasser hing. So blieben die Fische fangfrisch. Immer wenn wir weiterfuhren holte Achim den Kescher wieder an Bord. Mit jedem gefangenen Fisch wurde er von Mal zu Mal schwerer.
Gegen 14 Uhr wollte Achim nicht mehr weiter angeln: „Ich fahre jetzt ein Stück Richtung Ufer und kümmere mich dann um die Fische.“ „Okay. Aber ich möchte in der Zeit weiter angeln“, antwortete ich.
„Mach das“, war die knappe Antwort. Ich bestückte die Haken mit frischen Wattwürmern und ließ den Köder wieder ins Wasser. Achim hatte gerade den 5. Fisch filetiert, als
er zu mir sagte: „Guck mal. Den hat der Dorsch im Magen gehabt.“ Es war ein Sandaal. „Nicht wegschmeißen. Den nehme ich nachher mal als Köder. Vielleicht beißt darauf ja noch einer.“ Ich fing noch ein
paar Dorsche, setzte sie jedoch alle wieder zurück, weil Achim sich weigerte diese auch noch auszunehmen. Alle hatten vorne im Maul
gehakt, so dass sie ohne Probleme vom Haken gingen. Achim hatte vielleicht die Hälfte der bislang gefangenen Fische ausgenommen als er vorschlug wieder ein Stückchen Richtung Ufer zu fahren.
„Wir sind schon ein ganzes Stückchen abgetrieben. Hier ist es mehr als 10 m tief. Hol deine Rute rein. Wir fahren weiter Richtung Land.“ Als das Echolot eine Tiefe von 8 m anzeigte hielten wir wieder an.
Während Achim die nächsten Fische filetierte gingen mir auch tatsächlich noch mehrere Dorsche an den Haken. Doch Achim wollte auch
diese nicht behalten. „Wir haben jetzt 21 Stück. Das reicht“ meinte er. „Wir sind schon wieder sehr weit abgetrieben. Ich fahre jetzt zurück. Wie spät ist es?“ „Es ist gerade mal 15.00 Uhr.“
Als er alle Dorsche filetiert hatte ging mir ein weiterer an den Haken. „Schatz, den möchte ich aber behalten und nicht wieder reinsetzen!“
„Wenn du den behalten willst, dann filetierst du ihn auch selber. Mir reicht es jetzt. Hast du gesehen wo Thomas und Kai sind?“ „Nein“, antwortete ich. „Ruf ihn doch mal an und frag wo sie sind.“
Das tat Achim dann auch. Und ich setzte den Fisch wieder zurück in sein Element.
Thomas sagte, dass sie noch eine Stunde draußen bleiben wollten. Also fuhren wir wieder zum Ufer von Sierksdorf und ich angelte weiter
. Zweimal verlor ich leider einen Fisch, was mich sehr ärgerte, denn es musste sich um große gehandelt haben. Beide Male wurde viel
Schnur von der Rolle gezogen. Einen hatte ich sogar bis kurz vors Boot drillen können, doch dann schlitzte er aus. Einige Zeit hatte ich den
Sandaal auf einem der Haken, aber es interessierte sich für ihn kein Fisch. Als ich ihn abmachte und ins Wasser warf schnappte sofort eine der Möwen danach, die Achim während des Filetierens umkreist hatte.
„Willst du nicht doch noch ein bisschen angeln?“ fragte ich. Doch Achim antwortete: „Nein. Mir reicht’s. Ich filme ein lieber ein bisschen. Außerdem bin ich vom Ausnehmen kaputt. Ich muss mich jetzt ausruhen.“
Die Zeit verging wie im Flug. Immer wieder hatte ich schöne maßige Dorsche am Haken, die ich alle wieder reinsetzte, denn ich hatte mir vorgenommen nur noch einen großen mitzunehmen.
Als ich einen Dorsch fing der meinen Vorstellungen entsprach nahm ich dann doch mit. „Der ist für Hardy“, sagte ich zu Achim, während ich ihn abhakte.
„Den musst du aber alleine versorgen. Ich habe für heute genug getan.“ Den Vorschlag fand ich zwar nicht gut, aber was sollte ich machen. Ich wollte den letzten Fisch des Tages unbedingt mitnehmen. „Den
filetiere ich aber nicht, sondern nehme ihn nur aus. Vielleicht will Hardy den ja im Ganzen so zubereiten. Wenn er Filets möchte kann er ihn ja selber filetieren.“
Während ich mich auf dem schwankenden Boot bemühte den Fisch auszunehmen und mich dabei in den Finger schnitt filmte Achim die ganze Prozedur.
Als wir im Hafen anlegten und ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte merkte ich erst wie kaputt ich war. Ich war platt wie eine
Flunder. So viele Fische – wir schätzen dass es an die 60 Stück waren – hatten wir an einem einzigen Tag noch niemals gefangen. Und es hätten sogar noch einige mehr werden können. Was für ein Angeltag!
Auch Thomas und Kai waren zufrieden. Kai hatte zwar erst nach gut 3 Stunden seinen ersten Fisch am Haken, doch dann lief ging es bei
ihm auch. Von den gefangenen Dorschen hatten die beiden 15 Stück mitgenommen. Sie waren von der Bootstour so begeistert gewesen,
dass Thomas am liebsten noch geblieben wäre. Aber sie hatten zuhause gesagt, dass sie am Sonntag nach dem Angeln nach Hause fahren würden. „Das nächste Mal bleiben wir länger. Auch ohne die Frauen.“
„Warum denn das?“ fragte ich erstaunt. „Während ihr mit dem Boot rausfahrt, können eure Frauen doch im Strandkorb liegen und sich
die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Oder sie gehen in Kellenhusen schoppen…“ grinste ich Thomas an. „Das ist eine gute Idee. Wenn wir die Frauen mitnehmen dürfen wir auch länger bleiben.“
Thomas und Kai verabschiedeten sich von uns und fuhren zurück nach Schloß Holte. Das Thermometer im Auto zeigte 21° C an. Das es so warm war hätte ich nicht geglaubt, aber auf dem Wasser ist es sowieso immer
etwas kühler. Kaum waren wir wieder in unserer Ferienwohnung kam Hardy und sagte, dass er gleich den Grill anschmeißen würde und wir rüberkommen sollten.
„Wir kommen gleich. Ich muss nur noch die Fische zum Einfrieren fertig machen“, sagte Achim.
„Ich muss mich noch duschen um wieder etwas frisch zu werden. Und ich muss auch noch die Haare waschen. So wie ich auf dem Kopf aussehe kann ich mich nirgends blicken lassen“, warf ich dazwischen.
Wir saßen draußen bei Hardy auf der Terrasse und hatten miteinander viel Spaß.
Nach einiger Zeit wurde es uns kalt und außerdem waren Achim und ich total platt, so dass wir uns schon nach 2 Stunden
verabschiedeten und schlafen legten. Mit dem Gedanken „Was war das für ein schöner Tag gewesen!“ schlief ich ein.
Montag (24.5.)
Am nächsten Morgen wachte tatsächlich erst kurz nach 8.30 Uhr auf. Achim hatte vor dem Schlafengehen noch eine Schmerztablette
genommen weil ihm wieder die Brust weh tat. Außerdem hatte ich ihm eine Wärmflasche gemacht.
Als er aufgestanden war fragte ich ihn wie es ihm ginge. Er antwortete: „Ganz gut. Die Wärmflasche hat gut getan. Und meine Brust tut auch nicht mehr so weh.“
Diese Antwort ließ in mir die Hoffnung steigen, dass wir noch einmal mit dem Boot rausfahren würden. Doch ich wollte Achim nicht drängeln und hielt meinen Mund.
In der Nacht hatte es zu regnen angefangen und der Himmel war trotz des heftigen Windes immer noch voller dunkler Wolken. Ab und zu
gab es auch einen heftigen Schauer, dann kam zwischen den Wolken wieder blauer Himmel zum Vorschein.
Der Wechsel zwischen sonnigem und regnerischem Wetter erinnerte mehr an den Monat April als an den Wonnemonat Mai. Es war auch
viel zu kalt für diese Jahreszeit. Wir waren froh, dass wir am Sonntag mit dem Boot rausgefahren waren und nicht an diesem scheußlichen
Tag. Bei Regenwetter macht das Bootfahren wirklich keinen Spaß, selbst wenn es warm ist. Dann lieber etwas kälter, aber wenigstens trocken.
Gegen Mittag fuhren wir zu einem Bauern nach Grönwohldshorst, wo wir fürs Abendessen ein gutes Kilo frischen Spargel, ein paar Eier
und etwas Schinken kauften. Dann gingen wir ins Restaurant „Waidmannsruh“. Wir bestellten uns beide Wildscheinbraten mit Pilzen. Durchs Fenster sah Achim dass gegenüber in einem kleinen Laden "Kiek mol in" Wildspezialitäten anboten wurden. Wir nahmen uns vor
in den nächsten Tagen dort einmal hinzufahren und sauer eingelegtes Wildschwein und auch einen Wildschweinbraten zu kaufen.
Wildschwein gehört zu meinen Lieblingsgerichten. Ich hatte schon seit längerer Zeit vergeblich versucht auf dem Markt am Siegfriedsplatz wieder Wildschwein zu bekommen.
Nachmittags legten wir uns für ein Stündchen schlafen, dann schien ab und zu wieder die Sonne und wir machten einen Spaziergang über die Strandpromenade.
Unterwegs sah ich einen ovalen Tisch an der Straße stehen auf dem ein Zettel lag, auf dem „zu verschenken“ stand.
„Schau mal Schatz, das wäre doch was für Hardys Terrasse. Sollen wir den mitnehmen?“ Achim schaute mich verdutzt an: „Wir haben doch einen Tisch. Was sollen wir damit?“
Wieder zurück in der Wohnung schälte ich erst einmal den Spargel. Achim schnitt ihn dann in Stücke und briet ihn in der Pfanne. Dazu aßen wir Rührei mit Schinken.
Wir waren noch am Essen als Hardy kam und uns fragte, ob wir Lust hätten auf ein Bierchen zu ihm rüber zu kommen, da er am nächsten Tag wieder abreiste und er mit Achim noch eine Zigarre rauchen wollte.
Im Laufe des Abends erzählte Hardy, dass sie einen neuen Tisch für die Terrasse hätten. Ich fragte: „Etwa den, der an der Straße stand?“
Hardy lachte. „Genau der. Den haben wir vorhin mitgenommen. Unseren blauen habe ich bei euch hingestellt.“ „Das kann doch gar nicht sein. Ich war vorhin draußen. Da steht der weiße.“
„Nee, den habe ich euch weggenommen und unseren blauen hingestellt.“ Auch Achim war das nicht aufgefallen, als er den Spargel von draußen reinholte.
Wir unterhielten uns über Dieses und Jenes und kamen unter anderem auch auf die „Milchbar“ zu sprechen. Hardy und seine Frau sind
schon seit vielen Jahren dort Stammgast. Auch sie meinten, dass im Laufe der Zeit die Portionen viel kleiner und die Preise höher
geworden seien. Für ein Hefebier zahlten wir dort inzwischen 3,80 €. Außerdem hatten sie eine sehr dürftige Speisekarte. Wenn man dort
ein paar Mal gegessen hat kennt man alle Gerichte. Schade eigentlich, denn die Lage ist sehr schön und das Personal auch immer sehr
freundlich. Trotzdem gehen wir lieber woanders essen, eben wegen der dürftigen Portionen. Zum Frühstück würden wir dort auch nicht
hingehen. Heike und Grischa waren dort und erzählten, dass man jede Kleinigkeit einzeln bezahlen musste, z.B. das Ei, den Kaffee, die
Butter, das Brötchen, die Marmelade, die Wurst und den Käse. Trotzdem nannten die Inhaber der Milchbar dieses Frühstück „Buffet“.
Dienstag (25.5.)
Obwohl wir erst gegen 1 Uhr ins Bett gegangen sind war ich an diesem Morgen schon um kurz nach 5 Uhr wach.
In meinem Ohr dröhnte es wieder und ich ging, nachdem ich die erste Tasse Kaffee getrunken hatte, an die frische Luft. Seit einigen Tagen
beobachtete ich gegenüber von dem Eingang unserer Ferienwohnung ein Möwenweibchen beim Nestbauen.
Immer wenn sie mit etwas Nistmaterial in ihr Nest auf dem Schornstein des Nachbarhauses flog machte sie einen heiden Geschrei um das Männchen anzulocken.
Am Himmel waren kaum Wolken zu sehen. Der Wind drehte sich ständig. Mal kam er aus Nordost, dann aus Nordwest, zeitweise sogar
aus Südwest. Der Wetterbericht meldete: „Heute ist es wolkig bis heiter. Die Temperaturen erreichen nur 10 bis 13°C. Die
Regenwahrscheinlichkeit liegt bei 0 %. Örtlich sind bis zu 10 Stunden Sonne drin. Erst ab morgen wird es Stück für Stück etwas wärmer.“
Obwohl die Sonne schien war es tatsächlich saukalt. Das Märchen von der Erderwärmung glaubte ich nicht mehr. Es erschien mir
vielmehr so, als wäre der Nordpol nach Deutschland gewandert. Aber man konnte ja schon froh sein, dass wir keinen Schnee bekamen!!!
Bei der Affenkälte konnte ich natürlich den Gedanken mit der Wathose ins Wasser zu gehen knicken. Und auch Achim würde es bei
seiner angeschlagenen Gesundheit nicht tun. Dazu war das Wasser noch viel zu kalt. Dann wurde es eben nichts aus dem Hornhechtangeln.
„Morgen soll es sonnig sein und die Temperatur bei 15 Grad liegen. Am Donnerstag sollen es jedoch wieder nur noch 10 Grad werden.
Die Temperaturen gehen wie bei einer Fieberkurve mal rauf und mal runter“ sagte Achim. „Dann sollten wir am besten morgen noch einmal rausfahren“ meinte ich und hoffte sehr, dass Achim zustimmen würde.
Doch er sagte: „Tut mir leid, aber ich fahre nicht mehr mit dem Boot raus. Mir tut immer noch die Brust weh. Das wird nicht besser, wenn ich mich dann anstrengen muss.“
Ich war enttäuscht und auch etwas sauer. So eine Sch…, wenn doch wenigstens Michael mit mir rausgefahren würde. Aber auch das ging
nicht, denn auch er war krank. 14 Tage Dahme und nur einmal mit dem Boot rausfahren gefiel mir gar nicht! Und vor allen Dingen jetzt, wo die Dorsche so toll bissen.
Ich wünschte mir inständig, dass Achim endlich wieder gesund wurde. Aber ich sah ja ein, dass er es nicht riskieren konnte und wollte, dass die Rippenfell- und Herzbeutelentzündung wiederkam.
Als er vorschlug zum Strand zu gehen und sich in den Strandkorb zu legen war ich auch davon nicht begeistert. Natürlich konnte man den
Strandkorb so hinstellen, dass der Wind von der anderen Seite kam, aber das war doch heute bei dem ständigen Wechsel der Windrichtung gar nicht möglich.
Im Radio teilten sie mit, dass die Fehmarsundbrücke wegen des starken Windes für leere Lkws und Pkws mit Anhängern gesperrt sei.
Während Achim im Internet surfte prüfte ich in meinem Kopf alle Möglichkeiten durch wie ich doch noch zum Angeln kommen könnte.
Da kam mir der Gedanke, ob ich vielleicht mit dem Kutter aus Neustadt, wenn er denn rausfahren würde, mitfahren könnte. Als ich Achim von meinen Gedanken erzählte meinte er: „Kannst du machen.“
Ich erwiderte: „Aber du sollst auch mitfahren. Du musst ja nicht angeln.“ „Nee, ich kann nicht stundenlang auf dem Kutter rumstehen.“
So leicht gab ich mich nicht geschlagen: „Meinst du dort ist keine Sitzgelegenheit? Wenn nicht, wir haben doch unsere kleinen Angelstühle mit. Dann setzt du dich auf deinen eigenen Stuhl.“
Als Achim darauf nichts mehr erwiderte wusste ich, dass alles Betteln zwecklos war. Ich hatte ja Verständnis dafür, dass er erst völlig gesund werden wollte, aber …. Ich wollte doch nur angeln!!
Wir telefonierten mit Annika und beschlossen sie und Ole Freitagabend in Hamburg zu besuchen. Gegen Mittag fuhren wir nach Grömitz.
Achim kaufte sich im Geschäft „wind-sportwear“ in der Seestraße 26 in Grömitz einen dritten Pullover und ich mir eine schicke weiße
wind- und wasserdichte Jacke. Der Kauf tröstete mich ein wenig darüber hinweg, dass ich nicht angeln konnte.
Auf der Seebrücke blies der Wind sehr heftig und es fing auch leicht zu regnen an. Schnell verließen wir sie wieder und gingen das
Restaurant „Seebrücke“ wo wir zu Mittag aßen. Anschließend fuhren wir zurück nach Grube um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen.
Der Bauernladen, in dem wir Wild kaufen wollten, war leider nicht auf. Es hing ein Zettel an der Tür auf dem stand: „Bin um 15.30 Uhr
wieder zurück.“ Es war jedoch erst 14.45 Uhr und so lange wollten wir nicht warten. Also fuhren wir nach Dahme zurück. Achim packte
ein paar Sachen zusammen und ging an den Strand, während ich mich aufs Sofa legte und eine Runde schlief.
Es war schon 17.00 als ich mir meine Jacke anzog und zum Strand ging. Achim hatte den Strandkorb so gedreht, dass er die Sonne – wenn sie gerade mal nicht durch dicke schwarze Wolken verdeckt war – abbekam.
Wir hielten uns noch eine gute Stunde am Strand auf, packten dann unsere Sachen zusammen und holten uns beim Griechen zwei Schalen Zaziki zum Abendessen.
Mittwoch (26.5.)
Mich begrüßte am Morgen ein strahlend blauer Himmel. Kein Wölkchen war zu sehen und es wehte kaum ein Lüftchen. Es war sehr still
draußen, lediglich die weibliche Möwe machte bei ihrem Nestbau einen Krach wenn sie kreischend nach ihrem Männchen schrie.
In Norderstedt, so hörte ich im Radio, waren es am frühen Morgen gerade mal 1° C gewesen! Aber es solle ein schöner sonniger Tag
werden, wurde gemeldet. Nur die Temperaturen waren nicht so schön, höchstens 15 ° C wurden erwartet.
Ich hasste es, das man sich immer noch dick anziehen musste. Wann kam wohl endlich der Sommer nach diesem verdammt langen Winter
? Ich mochte gar nicht den Gedanken zu Ende denken: Vielleicht bekamen wir gar keinen Sommer…
Wie gerne wäre ich an diesem Morgen noch einmal mit dem Boot hinausgefahren! Obwohl Achim noch gestern seinem Bruder am
Telefon sagte, dass es ihm schon sehr gut ginge und er kaum noch Schmerzen hätte wollte er nicht mit mir rausfahren. Dabei hätte er doch
nur das Boot fahren brauchen. Die gefangenen Fische hätten wir gleich in unsere Kühlbox legen können, so dass er den Drahtkorb erst
gar nicht am Boot festmachen musste. Und ich wäre sogar bereit gewesen die Fische selber zu filetieren. Aber nichts zu machen! Achim
wollte nicht. Dabei wusste er, dass es nicht mein Ding war in einem Strandkorb zu liegen und zu faulenzen.
Ich weiß ja, dass Achim auch gerne geangelt hätte, aber ihm ging seine Gesundheit vor. Dafür hatte ich auch Verständnis, und doch hätte
ich so gerne Fische gefangen! Da sich auch keiner fand, mit dem ich mitfahren konnte. Es war einfach Scheiße, dieser Urlaub. Mir war
klar, dass ich mich wie ein kleines Kind benahm, dass jammerte, weil es sein Spielzeug nicht bekam. Es gab für mich auch mal eine Zeit,
wo ich keinen Gedanken ans Angeln verschwendete und ich dachte schon, ich hätte das Interesse daran verloren. Doch das waren die
beiden Jahre wo meine Schwester und meine Eltern sehr krank wurden und später starben. Damals hatte ich meinen Kopf nicht frei für solche Dinge. Aber jetzt… jetzt wollte ich wieder in jeder freien Minute angeln.
Es wunderte mich nicht, dass mein Blutdruck zurzeit wieder höher war als er sollte. Schließlich bereitete ich mir den Stress selber.
Es blieb mir eigentlich nur eine einzige Möglichkeit doch noch zum Fisch zu kommen: Ich musste vom Strand aus angeln. Aber ob das
erfolgreich würde bezweifelte ich, denn der Wind kam, wie schon die ganzen Tage zuvor, aus Nord-Ost, also der „falschen“ Seite. Die besten Bedingungen vom Strand aus zu angeln sind Winde aus der westlichen Richtung.
Achim war etwa 1 Stunde auf, als er mich fragte, was wir heute machen sollten. Ja, was wohl? Wie es aussah, hatte er vor sich in den
Strandkorb zu legen, denn er suchte nach seiner Badeshorts. Ich fand es viel zu kalt so rumzusitzen, aber er hatte ein anderes
Wärmeverständnis als ich. Wenn schon nicht angeln, dann wollte ich wieder Shopping gehen. Sein Bruder Dieter hatte nächstes
Wochenende Geburtstag und ich fand es eine gute Idee ihm ein Poloshirt oder einen Pullover zu kaufen. Leider konnte ich Gudrun
telefonisch nicht erreichen, um nach der Kleidergröße zu fragen. Aber ohne diese zu wissen wollte ich nichts kaufen.
Also fuhren wir nicht nach Kellenhusen sondern gingen zum Strand und setzten uns in den Strandkorb. Nach einer Weile stand ich wieder
auf und spazierte etwas auf der Promenade entlang während Achim im Strandkorb sitzen blieb. Ich ging bis zur Seebrücke und
beobachtete eine Zeitlang einen Angler. Während ich zuschaute ging ihm jedoch kein Fisch an den Haken. Der blaue Himmel sah plötzlich
bedrohlich aus. Eine dicke schwarze Wolke kam herangezogen. Ich drehte um und ging zurück zu Achim. Am Imbisstand kaufte ich für
jeden von uns ein Fischbrötchen. Als wir es aufgegessen hatten packten wir unsere Sachen und gingen zurück in die Ferienwohnung. Es sah zwar nach Regen aus, aber es kam keiner. Im Seehotel Holsteiner Hof stand heute ein Heringsbuffet auf dem Plan. Achim bestellte telefonisch einen Tisch für uns.
Bevor wir dort hineingingen bummelten wir noch ein wenig die Strandpromenade entlang.
Das Buffet wurde um 18 Uhr eröffnet. Die Auswahl war groß, neben einer Suppe gab es Spezialitäten aus dem Rauch wie Bücklingsfilet
und Räucherrollmops. Aber auch viele marinierte Spezialitäten wozu z.B. Sherrymatjes, Aal-Rauchmatjes, Hering in Gelee und natürlich
auch der Sahnehering gehörten. Natürlich gab es auch frische grüne Heringe und zu allem Bratkartoffeln oder verschiedene Brotsorten.
Die Salattheke war mit knackigen Salaten bestückt. Und auch an den Nachtisch wurde gedacht. Die Auswahl fiel nicht leicht, denn es gab
eine Hamburger Grütze oder eine leckere Götterspeise, beide mit Vanillesoße oder aber ein Schokopudding. Am besten schmeckte mir
der Quarkstrudel. Wem das nicht reichte, der konnte sich noch einen Obstsalat schmecken lassen.
Uns gefiel es so gut, dass wir bedauerten nicht schon bei unseren vorherigen Aufenthalten einmal dort gegessen zu haben. Aber nach
diesem Besuch war uns klar: wir würden wiederkommen. Auch die Getränkepreise waren human. So zahlt man z.B. für ein Hefebier 3,20 € und für einen Aquavit 2 €.
Nach dem leckeren Essen machten wir noch einen kurzen Verdauungsspaziergang bevor wir in unser Quartier zurück gingen.
Donnerstag (27.5.)
Obwohl morgen die Sonne schien war es immer noch bitterkalt. Gerade einmal 8° C wurden am Vormittag erreicht. Im Laufe des Tages
stieg das Thermometer auf 12° C. Solche Temperaturen waren im Februar und März angesagt und nicht im Wonnemonat Mai!
Dieses Mal erreichte ich Gudrun am Telefon. Ich erzählte ihr, dass wir vorhatten Dieter zum Geburtstag einen Pullover zu schenken. Sie
nannte uns seine Kleidergröße und so fuhren wir nach Kellenhusen und kauften ihm einen. Ich fragte die Verkäuferin nach einer hellblauen
Stretchjeans. Sie zeigte mir eine, die ich sogleich anprobierte. Sie passte prima und ich kaufte sie mir. Wir verließen den Laden und
schlenderten zurück in Richtung „Restaurant Passat“. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Boutique mit Kindersachen vorbei. „Schau mal Schatz. Sind die Sachen nicht süß?“
„Jetzt fang bloß nicht an schon ein paar Babysachen zu kaufen!“ regte sich Achim auf. Das hatte ich ja gar nicht vor, aber anschauen
durfte ich sie mir doch wohl. Heutzutage sind die Baby viel niedlicher angezogen als zu meiner Zeit. Ob es wohl ein Mädchen würde?
Oder doch ein Junge? Egal, Hauptsache es ist gesund. Und zum Angeln konnten ja beide mit…. Da die Sonne schien setzten wir uns im „Passat“ dieses Mal auf die Terrasse.
Auf dem Rückweg hielten wir an dem Bauernladen an und kauften fürs Abendessen frischen Spargel und auch etwas Wildschein für zuhause ein.
Achim ging, nachdem wir wieder in Dahme waren, sogleich an den Strand und setzte sich in den Strandkorb. Ich legte mich auf Sofa und
schlief ca. 1 ½ Stunden. Dann verließ ich die Wohnung und ging an den Strand. Bis ich kam schien die Sonne, dann kamen immer mehr
dunkle Wolken. Achim sagte scherzhaft: „Immer wenn du kommst verzieht sich die Sonne. Sollte mir das etwas sagen?“ „Scherzkeks“, antwortete ich.
Wir kuschelten uns in den Strandkorb und beobachteten ein Pärchen, welches mit ihren Wathosen in der Nähe des Taucherparkplatzes im
Wasser stand. Bei unseren Beobachtungen konnten wir jedoch nicht sehen, dass sie etwas fingen. Ich war mir sicher, dass die Zeit für die
Hornhechte noch nicht gekommen war. Der Raps blühte auch etwas später als in den letzten Jahren. Wenn einige da waren, dann nur
vereinzelt. Die richtige Hornhechtzeit sollte wohl erst noch kommen. Aber egal, für uns spielten sie in diesem Jahr keine Rolle mehr. Der Zug war für uns eindeutig abgefahren.
Abends kochten wir uns Spargel, dazu gab es eine holländische Soße und geräucherten Schinken.
Freitag (27.5.)
Wir hatten beschlossen schon am Samstag und nicht erst am Sonntag wie geplant nach Hause zu fahren. Für Samstag war zwar noch schönes sonniges Wetter angesagt worden, aber am Sonntag sollte es viel Regen geben.
Am frühen Morgen (6.00 Uhr) sah es nicht nach Strandwetter aus. Der Himmel hatte sich total zugezogen und es regnete auch ab und zu.
Zwei Stunden später prasselte es regelrecht vom Himmel. Aber der Wetterbericht hatte ab Mittag Sonnenschein gemeldet.
Als es nach einer Stunde immer noch am Regnen war fing ich schon einmal damit an meine Angelbekleidung in den Reisetasche zu packen
. Immer wieder schaute ich zum Himmel. Eine Viertelstunde später klarte der Himmel auf und man konnte hinter den Wolken die Sonne
erahnen. Aber so richtig wollte es nicht sonnig werden. Wenn ich die Möwe in ihrem Nest schreien hörte ging ich nach draußen und
beobachtete sie. Ab und zu setzte sich auch ein Männchen zu ihr doch sobald er mich erblickte flog er wieder davon.
Gegen Mittag fuhren wir noch einmal ins Restaurant Waidmannsruh. Dieses Mal bestellten wir uns eine Scholle zu essen. Dazu gab es einen gemischten Salat und Kartoffeln mit brauner Butter.
Wir hatten uns um 18 Uhr in Hamburg mit Annika und Ole verabredet. In Anbetracht des starken Verkehrs fuhren wir schon um 15 Uhr
in Dahme los. Aber die Bahn war frei, so dass wir zwischendurch eine kurze Pause einlegten. Es war kurz nach 17 Uhr als wir am Ziel
ankamen. Nun hieß es einen Parkplatz zu finden. Unsere Angelsachen hatten wir, da im Radio immer wieder davon berichtet wurde, dass
in Hamburg Autos angezündet wurden, vorsichtshalber aus dem Auto genommen, so dass lediglich noch unsere Wathosen und Stiefel im
Kofferraum lagen. Wir stellten den Wagen zwei Querstraßen weiter ab und setzten uns dann vor das Cafe, das genau gegenüber der
Wohnung von Annika und Ole lag. Annika hatte pünktlich Feierabend gemacht und kam dann radelnd zum Cafe wo sie noch einen Capuccino mittrank. Dann gingen wir in ihre Wohnung. Ole war schon da.
Um 18.15 Uhr machten wir uns auf den Weg zu den Ladungsbrücken, wo wir mit der „Roten Lola“ verabredet waren. Die „Rote Lola“
ist ein Theaterspaziergang quer durch St. Pauli. Auf ihrem Weg traf sie viele Bekannte. Aber sie hatte nur eines im Sinn: Sie wollte ihren ehemaligen Verlobten, der sie vor 20 Jahren
klammheimlich verlassen hatte, wiedersehen. Sie hatte sich um 21 Uhr am „Starclub“ mit ihm verabredet.
Wir überquerten die Straße und gingen eine Treppe hinauf zu einem Plateau. Von dort oben hatten wir einen tollen Blick auf den Hafen.
Als wir weitergingen bat sie uns pärchenweise weiterzugehen. Achim stand etwas abseits und filmte. Ohne dass ich wusste was los war
hing ich plötzlich am Arm der Roten Lola. Zusammen mit ihr und einer anderen Frau musste ich vorneweg marschieren. Mit ihren roten
Haaren und dem blauen Lackmantel fiel sie natürlich auf und manche anderen Besucher schauten uns verwundert an.
Wir waren erst ein kleines Stück gegangen, als sie einen Bekannten traf. Er war „Hafenarbeiter“ und wollte gerade seine Heuer in einer
Hafenkneipe verprassen. Lola appellierte an sein Gewissen doch lieber nach Hause zu gehen und das Geld seiner Frau zu geben.
Früher lagen die Schiffe einige Tage im Hafen und die Matrosen, die von Bord gingen, suchten sich unter den „Bordsteinschwalben“ eine
aus. Für diejenigen, die auf dem Schiff verbleiben mussten, kamen die Prostituierten an Bord. Sie wurden im Volksmund
„Dockschwalben“ genannt. Heute ist das nicht mehr möglich, weil die Schiffe erstens auf der anderen Seite des Hafens anlegen und zweitens auch meistens nur wenige Stunde im Hafen liegen.
Wir gingen weiter und hielten an der Kneipe Marys Treff „Bei Günter Jauch“ an. Hier traf sie den nächsten Bekannten, einen „Polizisten“.
Sie plauderten eine Weile miteinander und bevor es weiterging bekamen wir einen Schnaps, einen Sauren Paul, eingeschenkt. Als wir uns
dem Hans-Albers-Platz näherten ermahnte sie uns von den Prostituierten, die dort ab 20 Uhr anzutreffen waren, keine Fotos zu machen.
Das hätten diese gar nicht gerne, zumal viele von ihnen hauptberuflich einen ganz normalen Job hätten und sich als Prostituierte nur etwas
dazuverdienen wollten. Und die Frauen sollten sich bei ihren Männern einhaken, damit diese von den „Bordsteinschwalben“ nicht abgeschleppt werden. An der nächsten Straßenecke beim Hafenbasar begegnete die Rote Lola einem weiteren Bekannten. Der Bekannte telefonierte gerade mit
seiner Freundin und beschwerte sich bei ihr, dass sie nicht genügend Geld heranschaffte.
Wir gingen weiter zur Davidswache wo sie von einem „Touristen“ angesprochen wurde. Er kam gerade aus einer Bar, wo ihm viel Geld
abgenommen wurde und fragte, wo er günstig ein Bier trinken könne. Lola gab ihm einen Tipp und wollte ihm auf dem Stadtplan, den er in
der Hand hielt, zeigen wo die Kneipe ist. Doch sie fand die Straße nicht. Nach einiger Zeit stellte sie fest, dass es ein Stadtplan von Leipzig war!
Bevor sie endlich ihre große Liebe wiedersah traf sie einen weiteren Bekannten. Die „Schwuchtel“ stand in einem hellgelben Bademantel
und einem Handtuch um den Kopf an der Straßenecke und war gerade dabei für die Party, die am Abend stattfinden sollte, einzukaufen.
Nach ca. 2 Stunden kamen wir endlich dort an, wo die Rote Lola sich mit ihrem Freund verabredet hatte.
Im Anschluss an den Spaziergang gingen wir Vier in ein paar Seitenstraßen weiter in eine Pizzeria. Es war sehr laut dort drinnen, so dass
wir uns kaum unterhalten konnten. Gleich nachdem wir gegessen hatten verließen wir die Pizzeria und gingen zurück zum Kiez. Wir kehrten in die kultige Kitz-Kneipe “Zum Goldenen Handschuh” ein, wo wir trotz der vielen Leute noch einen Sitzplatz bekamen. Nach
einer guten halben Stunde zogen wir weiter. Eine andere Pinte war so voll, dass wir kaum bis zur Theke durchkamen. Es hätte Stunden
gedauert bis wir ein Bier bekommen hätten und so gingen wir sogleich wieder raus. Wir beschlossen unseren Spaziergang zu beenden und
mit der U-Bahn zurück zu fahren. Wieder in der Wohnung tranken wir noch ein Bier aus der Dose. Es war schon 1.30 Uhr durch als wir uns schlafen legten.
Samstag (29.5.)
Obwohl wir erst sehr spät schlafen gegangen waren war ich schon um 6.15 Uhr wach. Ich zog mich an, kochte mir einen Kaffee und
machte einen „Morgenspaziergang“ durch das noch schlafende Hamburg. Um 7 Uhr holte ich beim Bäcker gegenüber Brötchen. Achim,
Annika und Ole standen um 8.30 Uhr auf. Wir frühstückten zusammen, dann setzten Achim und ich uns ins Auto und fuhren nach Dahme zurück.
Auch hier schien wie schon in Hamburg die Sonne. Unterwegs hielten noch an der Landfleischerei-Meier an, und versorgten uns mit
Schnitzeln, Sauerfleisch, Schinken und frisch gebratenen Frikadellen für die Rückreise. In der Ferienwohnung angekommen, packten wir
in aller Ruhe unsere Sachen zusammen, verstauten sie im Auto und gingen dann noch einmal zum Strand um den Schlüssel vom
Strandkorb abzugeben. Bevor wir zur Wohnung zurück gingen kauften wir uns ein Fischbrötchen, setzten uns auf eine Bank und schauten
noch einmal aufs Meer. Dahme ade! Schade, dass der Urlaub schon wieder zu Ende war. Aber ich freute mich auch schon auf zuhause.
Und insgeheim hoffte ich, dass wir schon bald wieder für ein verlängertes Wochenende nach Dahme kommen würden. Natürlich zum Angeln!
Die Rückfahrt verlief gut. Bis auf zwei kleine Staus kamen wir schnell durch. Nach einer Fahrtzeit von 3 Stunden und 15 Minuten waren wir wieder in Oerlinghausen.
Oerlinghausen, den 29.06.2010
hier gehts weiter zum 3.Teil Angelerlebnisse 2010..........
|