|
Angelerlebnisse 2007
Teil 1
Ein neues Angeljahr hat begonnen...
Am Sonntag, dem 4. Februar, waren wir endlich wieder einmal angeln. Bislang war es leider aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse
nicht möglich gewesen. Schnee hatten wir in diesem Jahr nur an drei Tagen, dafür umso mehr Stürme mit teilweise starken Orkanböen und sehr viel Regen.
Umso mehr freute ich mich, dass es mit dem Angeln endlich klappte. Außerdem wollte ich unbedingt einmal an unserem neuen Teich, dem
Dalbker Teich, fischen. Seit 1.1.2007 haben wir ein ihn als drittes Vereinsgewässer des ASV Dalbke e.V. hinzugepachtet. Viele
Gespräche und Begehungen mit dem Verpächter und den zuständigen Behörden waren vorangegangen, doch die Mühe hat sich gelohnt, wie wir schon bald feststellten.
Der Dalbker Teich passt nicht nur von der Namensgebung her sehr gut zu unserem Verein. Er ist ca. 2 ha groß, liegt im wunderschönen
Naturschutzgebiet „Menkhauser Bachtal“ und wird vom kristallklaren Wasser des Menkhauser Baches, einer der wenigen Wasserläufe, die im Teutoburger Wald entspringen und ganzjährig Wasser liefern, gespeist.
Im Umfeld des Dalbker Teiches finden einige Spechtarten im zum Teil alten Baumbestand geeignete Höhlenbäume. Sonntagmorgen
machten sich einige von ihnen durch ihr Hämmern bemerkbar. Neben dem Buntspecht sind dort auch Grün-, Schwarz- und Kleinspecht anzutreffen.
Am Bachlauf neben dem Teich kann man mit etwas Glück einige für Fließgewässer typische Singvogelarten beobachten. Gebirgsstelze,
Wasseramsel und auch der Eisvogel finden hier einen geeigneten Lebensraum. Während die beiden erstgenannten Vogelarten hier brüten,
ist der Eisvogel ein unregelmäßiger Brutvogel. Zur Nahrungssuche ist er jedoch regelmäßig und das ganze Jahr über in der Nähe des Baches und Teiches anzutreffen.
Neben den Singvögeln sind hier aber auch Amphibien, wie z.B. der Feuersalamander, und viele andere Tiere anzutreffen. Es ist eben nicht
nur ein Naturschutzgebiet, sondern ein kleines idyllisches Paradies, welches wir hegen und pflegen werden.
Geangelt werden darf nur an einigen ausgewiesenen Plätzen. Anfüttern ist strengstens untersagt. Ebenso das Fischen im Bachlauf.
Im Dalbker Teich gibt es zurzeit neben vielen Weißfischarten wohl auch Aale, Karpfen, Barsche, Zander, Hechte und Schleien. Da der
Teich offiziell als Hecht-Schleien-Gewässer ausgewiesen ist, wird er vom Verein in Zukunft auch nur noch mit den zugelassenen
Fischarten besetzt. Ob das noch in diesem Jahr geschieht hängt vom vorhandenen Fischbestand ab. Dazu werden uns Mitarbeiter vom
Landesfischereiverband Westfalen, die wir auf der Messe Jagd & Hund in Dortmund trafen, Ende Mai bzw. Anfang Juni mit ihren Stellnetzen und Elektrofischen helfen.
Für Vereinsmitglieder ist der Dalbker Teich ab 1. Juni zum Angeln freigegeben. 8 von den Mitgliedern, die zum Vorstand gehören, haben
am 4. Februar ein so genanntes „Testangeln“ durchgeführt. Dabei wurden 3 kleinere Hechte, einige Barsche und Weißfisch gefangen. Ich
fing zuerst an einer Posenmontage und zwei Maden auf einem 14er Haken ein paar Rotaugen. Kurz darauf schnappte sich eine kleine
Brasse das Tauwurmbündel auf Grund. Mein Angelnachbar fischte vorwiegend auf Raubfisch. Zweimal hatte er an seiner Rute eine
Meldung, die nach einem Zanderbiss aussah, aber er bekam den Räuber nicht zu fassen. Einige Zander von beachtlicher Größe und
kapitale Hechte , so hatten wir gehört, wurden dort in den letzten Jahren schon gefangen.
In den letzten 2 Jahren hatte sich der vorherige Pächter kaum um sein Gewässer gekümmert, deshalb waren dort sehr viele Schwarzangler
anzutreffen. Obwohl wir vor 2 Tagen Schilder angebracht haben, die auf den ASV Dalbke als neuen Pächter hinweisen, wird es in den
nächsten Wochen und Monaten verstärkt Kontrollgänge geben, damit die Schwarzangelei dort aufhört.
Wenn ich auf das vergangene Jahr zurückblicke, dann war es nicht besonders schön. Als ich im April erfuhr, dass meine Schwester an
unheilbaren Lungenkrebs erkrankt war, sank mein Angelfieber schlagartig auf Null. Erst nach einigen Wochen ging ich wieder einmal zum
Angeln. Aber ich war nicht bei der Sache, ständig drehten sich meine Gedanken um Margit. Als ich endlich kapierte, dass ich mich nicht
nur um meine Schwester, sondern auch um mich, meine eigene Gesundheit und um meinen Mann kümmern müsste, erkrankte ich selber.
Es war nichts Schwer-, aber immerhin Langwieriges. Mitte August stellte mein Arzt bei mir einen Golferellenbogen fest. Wochenlang war
ich krank geschrieben und als es endlich besser wurde und ich wieder arbeiten ging, fingen nach einer Woche erneut die unerträglichen
Schmerzen an. Trotzdem fuhr ich im Oktober mit Achim an die Ostsee zum Dorschangeln. Dieses Erlebnis wollte ich mir auf keinen Fall nehmen lassen. Alle anderen Angeltermine sagte ich schweren Herzens ab.
Im Dezember, so glaubte ich, sollte es wieder aufwärts gehen. Wenn erst der Weihnachtsmarkt in Schloß Holte, wo wir jetzt seit 3 Jahren
mit unserem Dalbker Verein einen Verkaufsstand hatten, vorbei wäre, würde ich, so meine Hoffnung, endlich Zeit finden um am
Mittellandkanal den Zandern nachzustellen. Dann erfuhren wir aber von einer weiteren Krebserkrankung in unserer Familie. Statt also an den Mittellandkanal zu fahren, machten wir weitere Krankenbesuche
Mir bleibt nur die Hoffnung, dass es in diesem Jahr endlich besser wird. Schon jetzt freue ich mich sehr auf unseren Urlaub im Mai/Juni in
Rockenau. Die Ferienwohnung am Neckar haben wir schon im letzten Jahr gebucht. Vielleicht fangen wir ja auch endlich einmal einen großen Wels.
Vorher möchte ich jedoch wieder an die Ostsee um den Heringen, Hornhechten, Meerforellen und Dorschen nachzujagen. Als möglicher
Termin bleibt nur der 14./15. April oder der 28./29. April. Am 6.4. (Karfreitag) findet das Osterangeln und am 22.4. das Anangeln statt.
Wenn die Anreise nach Schweden nicht so furchtbar lang wäre, würde ich im Herbst auch gerne wieder an den Asnen fahren. Aber ich
habe Angst, dass es meiner Schwester vielleicht gerade dann, wenn wir weit weg sind, schlechter geht. Was Schlimmeres noch geschehen könnte möchte ich lieber nicht aussprechen!
Und dann ist da noch unser Bananaboot, welches wir uns im letzten Jahr gekauft haben. Mit dem Boot möchte ich sehr gerne auf der
Weser oder einem anderen Fluss schleppen. Oder auch auf einem See, aber davon gibt es hier in der Nähe leider nicht sehr viele. Auch die großen Talsperren liegen einige Stunden Fahrtzeit von uns entfernt.
Achim fiel in der Zeitschrift Fisch & Fang eine Anzeige auf. Eine Familie aus Markt Windorf bot dort eine Ferienwohnung an, die nur 50
m vom Altwasser der Donau liegt. Die Wochenkarte für das Altwasser, das nur Touristen beangeln dürfen, und eine Strecke der Donau soll 40 € die Woche kosten.
Mit dem motorisieten Bananaboot, so teilte uns die Touristeninformation mit, dürfte man auf dem Altwasser nicht fahren, aber auf der
Donau. Als wir jedoch bei unserem Vermieter anriefen um die Wohnung vom 18. bis 25. August zu buchen, wurde uns gesagt, dass wir mit unserem Faltboot ohne Motor wohl auf dem Altwasser fahren dürften.
Im September wollen wir noch einmal an die Ostsee und außerdem ist ein Wochenende am Hücker Moor geplant.
Am 1. Februar waren wir wieder einmal in Dortmund auf der Messe Jagd & Hund. Letztes Jahr hatten wir die Bootsmesse in Düsseldorf
besucht, weil wir dort vom Hersteller ein Ersatzteil für unser Bananaboot abholen wollten. Leider hatte er uns ein falsches Teil mitgebracht
, aber wir waren trotzdem nicht umsonst hingefahren, denn es gab auch eine Halle für Angler, wo wir uns umsahen.
Kaufen wollten wir in Dortmund eigentlich nur Kleinigkeiten. Aber es kam natürlich anders. Als sich meine Tochter Heike nach einer
Balzer Feederrute umsah, schaute ich mir die anderen Balzer-Ruten an. Plötzlich hielt ich die Soft-Pilk-Rute in einer Länge von 3,10 m in
den Händen. Achim hatte sich vor unserer Bootstour in Neustadt die gleiche Rute gekauft. Nur seine war 2,70 m lang. Nach kurzem
Verhandeln um einen angemessenen Preis ließ ich sie mir zurückstellen. Dann schlenderten wir weiter zum Stand vom
Landesfischereiverband Westfalen und Lippe, wo sich Achim und Thomas mit einem Mitarbeiter unterhielten.
Bevor wir Besatzmaßnahmen an unserem neuen Teich (Dalbker Teich) vornehmen dürfen, soll erst einmal der Fischbestand festgestellt
werden. Netz- und Elektrobefischungen (Fischbestand), Analyse der Gewässergüte oder gewässermorphologische Kartierungen (Strukturgüte) werden vom LFV Westfalen durchgeführt. Die nötige Ausstattung an Arbeits- und Untersuchungsgeräten wird von ihnen
mitgebracht. Als Termin schlug der Mitarbeiter Ende Mai/Anfang Juni vor. Dann sind Achim und ich jedoch schon am Neckar. Hoffentlich klappt es noch vorher, denn wir würden bei der Aktion gerne dabei sein.
Anschließend bummelten wir an den verschiedenen Ständen entlang. Thomas interessierte sich brennend für eine 4,80 m lange Feederrute
. Nach einigen Überlegungen kaufte er sie sich. Während sich Heike nach einer Freilaufrolle umschaute, die sie für ihre inzwischen an
einem anderen Stand erworbenen 3,60 m langen Feederrute brauchte, kaufte auch Achim sich die BERKLEY CHERRYWOOD
FEEDER 480 mit einem Wurfgewicht bis 250 Gramm. Bevor wir uns auf den Rückweg machten holte ich mir die zurückgelegte Soft-Pilk-Rute ab.
Im Großen und Ganzen hat es mir auf der Messe überhaupt nicht gefallen. Es wurden keine neuen Angelgeräte vorgestellt und die
Vorträge entsprachen auch nicht unserem Geschmack bzw. Interesse. Im nächsten Jahr werden wir wohl doch wieder nach Düsseldorf auf die Bootsmesse fahren. Aber bis dahin vergeht noch eine lange Zeit.
Oerlinghausen, den 08.02.2007
Kurztrip zum Hornhecht- und Dorschangeln an die Ostsee
Himmelfahrt kam Achim von seiner einwöchigen Radtour rund um Berlin zurück. Gleich am anderen Tag wollten wir nach Dahme fahren
(Achim hatte mir das Wochenende zum Geburtstag geschenkt), da es die einzige Gelegenheit war noch vor unserem Neckarurlaub ein
paar Hornhechte zu fangen. Der Raps war auch an der Ostseeküste fast schon verblüht.
Achim und sein Bruder Dieter fuhren am 11. Mai 2007 mit meinem Peugeot 307 SW zu ihrem Treffpunkt nach Caputt, wo sie sich mit
den anderen Teilnehmer trafen. Als sie ankamen stellten sie fest, dass der Auspuff laut röhrte. In Potsdam war man jedoch nicht in der
Lage ihn sofort zu reparieren. Folglich rief Achim mich an und ich vereinbarte einen Termin mit meiner Werkstatt am darauf folgenden
Freitag. An diesem Tag wollten wir zusammen mit meinem Schwager eigentlich schon recht früh nach Dahme reisen. Doch bevor es auf
die Autobahn ging, musste der Wagen erst in die Werkstatt. Nach 2 Stunden konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.
In Dahme hatten wir wieder, wie schon im letzten Jahr, die Ferienwohnung von Achims Arbeitskollegen gemietet. Als wir unsere Sachen
in der Wohnung verstaut hatten, zogen Achim und ich unsere Wathosen an und fuhren sofort an den Strand zum Hornhechtangeln. Dort standen schon mehrere Angler im Wasser.
Als wir bei ihnen waren, erzählten sie uns, dass sie in 4 Stunden zusammen erst 4 Hornis gefangen hatten. Bereits nach einigen Würfen
konnte Achim seinen ersten Hornhecht landen. Kurz darauf folgte der zweite. Wahrscheinlich lag es an den mitgebrachten Heringen aus
Bielefeld, dass wir besser fingen als sie, sagte Achim zu den anderen Anglern. Dann hatte auch ich einen Biss, den ich verwerten konnte. Neidisch schauten die anderen Angler zu mir rüber.
Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel. Willi bummelte derweil auf der Strandpromenade. Nach einer Stunde kam er zu uns an den Strand und schaute uns beim Angeln zu.
Das Wasser hatte zwar eine angenehme Temperatur, trotzdem fühlte ich mich nicht so wohl. Die Erinnerung an meinen letzten
„Tauchgang“ in Dahme war mir noch sehr gut in Erinnerung. Als es windig wurde und die Wellen höher schlugen machte ich mich auf den
Rückweg zum Strand. Sehr vorsichtig, fast wie auf Stelzen durchquerte ich das Wasser und war froh als ich den Sandstrand erreicht hatte.
Achim blieb derweilen noch eine Zeitlang im Wasser stehen und fing seinen dritten Hornhecht.
Nachdem wir wieder in unserer Ferienwohnung waren erfrischten wir uns kurz unter der Dusche. Dann zogen wir uns frische Kleidung an
und gingen zum Fischessen ins Restaurant „Zum Goldenen Anker“. Wir kannten es von unserem letzten Kurzurlaub im Oktober 2006 in Dahme.
An diesem Abend gingen wir relativ früh schlafen, denn wir hatten für den nächsten Tag in Neustadt im “Angeltreff Neustadt” für 7.00 Uhr
ein Boot gemietet, mit dem wir in die Neustädter Bucht rausfahren wollten.
Schon auf der Fahrt nach Neustadt fing es zu regnen an. Dabei hatte der Wetterbericht erst für den späten Nachmittag Schauer angesagt. Aber auf die Vorhersagen ist sowieso kein Verlass.
Wir zogen unsere Regensachen an, packten unsere Angelutensilien ins Boot und los ging es.
Als wir weit genug raus gefahren waren hielten wir an und pilkten ein wenig. Sobald Achim auf dem Echolot große Fische entdeckte hielten wir an und angelten.
Doch sie wollten einfach nicht beißen. Nach einiger Zeit wechselten wir von Pilker auf Blinker, dann von Blinker auf Wobbler und zuletzt
von Wobbler auf Watwurm. Vergeblich! Kein Fisch interessierte sich für unsere Köder.
Als wir weiterfahren wollten Spürte mein Schwager Willi beim Reinholen der Rute plötzlich, dass er einen Fisch am Haken hatte. Als er
ihn landete sahen wir, dass der Haken in seiner Seite saß. Pech für ihn – Glück für Willi!
Gegen Mittag wurde der Regen stärker, so dass ich bald mehr mit dem Schöpfen des Wassers aus dem Boot als mit dem Angeln beschäftigt war.
Erst am späten Nachmittag besserte sich endlich das Wetter. Mit den Sonnenstrahlen kam jedoch heftiger Wind auf. Das Boot schaukelte zeitweise wie eine Nussschale auf den Wellen.
Um die Mittagszeit gelang es Achim mit einem Wattwurm am Buttlöffel einen Dorsch zu fangen. Er wurde in den Kescher gepackt, der außen am Boot im Wasser hing und leistete nun dem Hornhecht Gesellschaft.
Sofort holte ich meinen Pilker rein und zog ebenfalls einen Watwurm auf den Haken. Doch alle Mühe war vergeblich. Es biss kein weiterer Fisch.
Gegen 16 Uhr steuerten wir wieder den Hafen an. Inzwischen war es so heiß geworden, dass wir zu schwitzen anfingen.
Als wir wieder in Neustadt anlegten zogen wir sofort unsere Regensachen aus und genossen die warmen Sonnenstrahlen. Im
Angelgeschäft hörten wir von den anderen Bootsanglern dass die meisten ebenfalls kaum etwas gefangen hatten. Enttäuscht von dieser mageren Ausbeute setzten wir uns in „Klüvers Brauhaus“ und aßen eine Kleinigkeit, bevor wir den Rückweg nach Dahme antraten.
Am anderen Morgen sah das Wetter nicht viel besser aus. Eigentlich wollten wir morgens noch einmal mit der Wathose ins Wasser. Doch
dann entschlossen wir uns es sein zu lassen und die Heimreise anzutreten. Durch den starken Rückreiseverkehr brauchten wir mehr als 6 Stunden bis wir wieder in Oerlinghausen ankamen.
Oerlinghausen, den 28.06.2007
hier gehts weiter zum 2.Teil Angelerlebnisse 2007..........
|