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Angelerlebnisse 2004
Teil 2
Vom 19. bis 23. 4. zum Angeln nach Ribe Storkesoen/Dänemark
„Was wünschst du dir eigentlich zum Geburtstag?“ fragte mich Achim Mitte Februar.
„Ach, ich weiß nicht“, war meine Antwort. „Eigentlich habe ich keinen Wunsch. Oder doch: Ich wünsche mir, dass das Wetter
einigermaßen ist, damit wir endlich einmal wieder Angeln gehen können. Aber das kannst du mir ja nicht schenken.“
Das Wetter hatte uns dauernd einen Strich durch die Rechnung gemacht. Entweder war es zu kalt, an manchen Tagen schneite es sogar oder es schüttete aus allen Eimern und meistens war es auch viel zu windig.
Ein paar Tage später sagte ich zu Achim: „Vielleicht können wir ja über Ostern oder auch danach für einen oder zwei Tage nach
Schleswig-Holstein fahren. Ich habe im Internet gelesen, dass es in der Schlei viele Fische gibt. Die Schlei mündet in die Ostsee
und manchmal fängt man dort sogar Meerforellen und Lachse. Oder Heringe!“ „Klar können wir ein paar Tage in den Norden fahren“, war seine Antwort.
Kurz darauf bestellte ich übers Internet Prospekte von Schleswig und Kappeln. Ich studierte sie ausgiebig und fand auch bald ein
paar Ferienwohnungen, die für uns in Frage gekommen wären. Etwas enttäuscht nahm ich dann zur Kenntnis, dass sich Achim
doch nicht so sehr dafür zu interessieren schien. Jedenfalls blätterte er die Prospekte nur mal so durch, um sie dann gleich wieder wegzulegen.
Hm, irgendwie finde ich das komisch. Ich dachte er wäre dafür ein paar Tage in den Norden zu fahren. Na ja, vielleicht hat er ja
im Moment etwas anderes im Kopf. Wird schon werden. Bis Ostern ist es ja auch noch etwas hin, beruhigte ich mich.
Der Tag meines Geburtstags kam und neben einem wunderschönen Strauß dunkelroter Rosen überreichte mir Achim noch ein
Geschenk. Damit hatte ich nicht gerechnet, denn wir hatten eine Woche vorher eine Küchenmaschine, die ich schon lange haben
wollte, als Geburtstagsgeschenk für mich gekauft. Das, was ich jetzt in den Händen hielt, fühlte sich wie ein Bild an. War es aber
nicht! Es war ein Gutschein in einem Bilderrahmen. Und was für einer! Achim überraschte mich mit einer Woche Angelurlaub in Ribe Storkesoen/Dänemark. Ungläubig schaute ich ihn an.
„Wir können auch an die Schlei fahren, wenn dir das lieber ist“, meinte er als er mein überraschtes Gesicht sah.
„Nein!“ rief ich aus und drückte ihn so fest, dass ihm fast die Luft weg blieb. „Ich würde sehr gerne nach Dänemark fahren. Aber
ich hätte mich nie getraut, diesen Wunsch zu äußern. Damit ist dir wirklich eine Überraschung gelungen. Jetzt weiß ich auch, warum du dich für die Prospekte von Schleswig-Holstein nicht so sehr interessiert hast.“
„Als die hier eintrudelten, hatte ich schon längst im Kopf, mit dir eine Woche nach Dänemark zu fahren“, war seine Antwort.
„Oh, wie schön! Jetzt fahre ich auch einmal nach Ribe bzw. nach Dänemark zum Angeln. Du bist wirklich ein Schatz, mein Schatz“.
Wie man in Schweden auf Hechte angelt, wusste ich ja nun schon, aber eine Meerforelle oder Äsche an den Haken zu kriegen, war nun ganz etwas Neues.
Einen Tag nach meinem Geburtstag stimmten wir uns schon ein bisschen auf Dänemark ein, indem wir uns noch einmal die
Videofilme ansahen, die Achim 1994 – 1998 gedreht hatte, als er mit Christian und Willi in der Gegend um Ribe war. Ich hatte die
Filme zwar schon einmal gesehen, aber dieses Mal schaute ich viel genauer hin. So ganz einfach schien das Angeln dort nicht zu
sein, denn die Fänge konnte man an einer Hand abzählen. Doch die drei Meerforellen, die Achim – damals noch ein blutiger
Anfänger – gefangen hatte, ließen sich sehen. „Wenn ich auch nur eine fangen würde, wäre das ein perfekter Urlaub“, sagte ich zu ihm.
Gut, dass wir zwischendurch Anangeln vom Mindener Verein und vom ASV Dalbke hatten, sonst wäre mir die Zeit bis zur Abfahrt nach Storkesoen unendlich lange vorgekommen.
Die Möglichkeiten zum Angeln rund um Storkesoen (http://www.storkesoen.dk/) waren vielfältig. Storkesoen liegt ca. 1km vom
Zentrum Ribe entfernt und umfasst 13 ha Freizeitumgebung. In der Feriensiedlung gibt es einen 30.000 qm großen Forellensee mit
Regenbogen- und Bachforellen, Saiblingen, Hechten, Schleien und Aalen. Außerdem einen 5.000 qm großen Fliegenfischersee. In
beide Seen werden täglich Fische ausgesetzt. Und es gab keine Fangbegrenzung. In dem großen Angelgeschäft in der Siedlung
bekommt man alles was ein Anglerherz begehrt. Ein Kiosk und ein Restaurant sind ebenfalls vorhanden.
Ribe bietet sehr viele Möglichkeiten zum Angeln – nicht nur die Forellenseeanlage. Es gibt auch viele kleine Bäche rundherum, die
man beangeln kann. Meistens sind es Fliegenfischer, die dort nach Äschen und der Dänischen Monsterhasel fischen, ab und zu aber auch eine Meer- oder Bachforelle oder gar einen Lachs an den Haken bekommen.
Wir planten nicht nur am Forellensee, sondern auch in der Kongea zu angeln. Die Kongea ist ein typischer dänischer
Niederungsbach und verläuft in einem herrlichen durch die Eiszeit geformten Tal. Sie entspringt westlich von Kolding und mündet
nördlich von Ribe in die Nordsee. Hier fängt man überwiegend Bachforellen und Äschen. Den Tipp hatten wir übers Internet bekommen, als wir uns ein paar Nymphen und Nassfliegen bestellten (http://www.fliegenbindewerkstatt-nordlicht.de/kongeau.htm).
Im Internet hatte ich gelesen, dass man im Hafen von Hvide Sande von den Molenköpfen mit der Brandungsrute und
Wattwürmern am Haken gut Butt und Dorsche fangen könnte. Und im Ringkøbing Fjord könnte man sehr gut auf Hechte und
Barsche blinkern. Weiter vorne wäre auch ein Versuch auf Meerforellen möglich. Hvide Sande mit seiner Schleuse zwischen
Nordsee und Ringkøbing Fjord ist auch ein idealer Standort fürs Heringsangeln. Das wollten wir natürlich auch ausprobieren.
Schon vorher dachte ich, dass die Zeit des Aufenthalts in Dänemark eigentlich viel zu kurz sei, für das, was wir uns alles vorgenommen hatten.
Kurz vor dem Urlaub haben wir uns jeder noch eine neue Rolle (und zwar die Mitchell Fullrunner 4000 Pro) gekauft. Sie hat eine
wasserdichte Bremse und ein Edelstahlkugellager, ist also besonders für Salzwasser geeignet. Wir bespulten sie mit der STROFT
GTM. Außerdem hatte Achim sich eine Fliegenrute (Schnurklasse 7 – 8) mit Rolle übers Internet bestellt. Mit ihr wollte er in
Dänemark sein Glück versuchen. Leider kam sie erst 4 Tage vor unserer Abreise an, so dass er nicht viel Gelegenheit zum Üben hatte.
Das Wetter nach Ostern wurde täglich besser. Am Samstag hatten wir sogar über 20° C. Unser 307 SW war schon mit unseren
Angelsachen bepackt, als Heike anrief und sagte: „Es ist heute so schön, wollt ihr nicht angeln gehen? Morgen soll es schon
wieder regnen.“ „Ich weiß es noch nicht so genau. Bin etwas geschafft von vielen Packen und Einkaufen heute morgen. Komm
erst mal zu uns, dann sehen wir weiter“, antwortete ich ihr. Nachdem wir zusammen Kaffee getrunken hatten, fuhren wir zum
Sennesee. Achim nahm zwar seine Fliegenrute mit, aber so richtige Lust zum Angeln hatte er von vornherein nicht gehabt. Also
ließ er sie im Auto, setzte sich zwischen Heike und mich und schaute uns beim Angeln zu. Heike hatte zum ersten Mal ihre Rute
mit einem Grundblei ausgeworfen und dann hochgestellt. Oben an die Spitze montierte sie ein Glöckchen. Als Köder bot sie einen
Dendrobena an. Es dauerte keine 5 Minuten, als das Glöckchen bimmelte und sich die Rutenspitze bog. „Was ist das denn jetzt?“,
fragte sie erstaunt. „Du hast einen Fisch dran. Los geh hin und schlag an“, sagte Achim zu ihr. Während sie drillte, sagte sie immer
wieder: „Das gibt’s doch nicht. Ich hätte nicht geglaubt, dass ich auf diese Weise einen Fisch fangen würde. Das ist auch kein
kleiner Köderfisch, der ist größer, das spüre ich.“ Unter Anweisung von Achim drillte sie den Fisch ans Ufer. Ihre Freude war
groß, als sie sah, dass sie einen Barsch von 35 cm am Haken hatte. Wie meistens war es ein gieriges Weibchen voll mit Rogen, die sich den Wurm geschnappt hatte. Ja, ja. Gier zahlt sich meistens nicht aus!
Weitere Fische haben wir an diesem Samstag nicht gefangen, aber bei dem schönen Wetter machte uns das nichts. Es war einfach schön Sonnenschein am Sennesee zu sitzen und die Natur zu genießen.
Montagmorgen fuhren wir um 3.30 Uhr los Richtung Dänemark. Die Fahrt verlief sehr gut, so dass wir schon gegen 9 Uhr da
waren. Wir meldeten uns bei der Besitzerin, die uns sogleich den Wohnungsschlüssel aushändigte. Nachdem wir unser Gepäck in
die Wohnung gebracht hatten, machten wir erst einmal einen kleinen Spaziergang um die Seen. Als ich sah, dass einige Angler
große Forellen gefangen hatten, wollte ich sogleich auch fischen. Aber Achim meinte, wir sollten erst einmal nach Ribe fahren, um
uns dort die dänische Angelerlaubnis zu holen, denn wir hatten vor in der Ribeau und auch in der Kongeau zu angeln. Da wir mit
dem Gedanken spielen, im Laufe des Jahres noch einmal nach Dänemark zu fahren, holten wir uns bei der Touristinformation
gleich einen Jahresschein, der nur ein bisschen teurer war als der Wochenschein. Anschließend machten wir einen Spaziergang
durch das kleine Städtchen Ribe. Besonders gefallen haben mir die schmalen Gassen und jahrhundertealten, gut erhaltenen Häusern.
Obwohl wir früh aufgestanden und dementsprechend in der Nacht zuvor wenig Schlaf bekommen hatten, fühlten wir uns kaum
müde und beschlossen, für 4 Stunden unser Glück am Forellensee zu probieren. Als wir unsere Angelsachen auspackten, waren
nur wenige Wolken am Himmel und ab und zu schaute auch die Sonne aus ihnen hervor. Wir angelten jeder mit 2 Ruten. Unsere
Schwingspitzruten legten wir auf Grund. An Achims 2. Rute war eine Sbirolino und an meiner 2. eine Wasserkugel. Als Achim
seine Schwingspitzrute etwas einholte, schnappte sich eine Regenbogenforelle von 40 cm den Köder, der aus einem Drittel Wurm
(Dendrobena) und Power Bait bestand. Die Bachforelle von 41 cm, die Achim ca. 1 Stunde später am Haken hatte, fing er mit einer Posenmontage. Nachdem ich 2 Stunden lang vergeblich auf einen Biss
gewartet hatte, stand ich von der Bank auf, um meine Rute mit der Wasserkugel reinzuholen, um zu kontrollieren, ob sich das Power Bait noch am Haken befand. Im selben Moment
sah ich, dass sie unterging. Auch Achim hatte es bemerkt und war sofort bei mir. Einen Moment wartete ich, ob die Wasserkugel wieder auftauchen würde, was sie jedoch nicht
tat, dann schlug ich an. Ich hatte Mühe die Rute hochzuhalten, denn der Fisch, dem ich am Haken hatte, wehrte sich sehr heftig, als er sein Missgeschick erkannte. In der Mitte des
Sees versuchte er erst nach links und dann nach rechts zu flüchten. Er nahm sehr viel Schnur und fast wäre mir wieder der Fehler passiert, die Bremse fester zu stellen, wovon mich
Achim aber im letzten Moment abhielt: „Lass ihn sich erst austoben. Lass ihn ruhig Schnur nehmen. Du hast genügend auf der Rolle.“ Endlich hatte ich ihn in Ufernähe, als er
versuchte sich in die Büsche, die rechts von mir am Ufer standen, zu flüchten. Ich befürchtete schon, dass sich meine Schnur im
Astwerk verheddern würde, doch dann entschied sich der Fisch für die andere Seite und schwamm wieder weiter. Es dauerte
vielleicht noch einmal 5 Minuten, bis er im Kescher lag. Etwas erstaunt schauten wir uns den Fang an. Um was für einen Fisch
handelte es sich hier? So einen schönen hatte ich noch nie gesehen. Auf keinen Fall war es eine Regenbogenforelle, das stand fest.
Aber was könnte es sonst sein? Die Bachforelle, die Achim zuvor gefangen hatte, sah auch anders aus. Vielleicht war es ein Lachs
? Aber ein Lachs ist doch fast silbern und diese hier war an den unteren Bauchseiten rot und unten am Bauch schneeweiß.
Auch die Flossen waren rot und weiß gezeichnet. Ein paar Männer, die bei uns vorbei kamen, schauten erst auf den Fisch und
dann auf mich, sagten aber kein Wort. Fragen wollte ich sie natürlich auch nicht. Schließlich wollte ich nicht dumm dastehen. Erst
am nächsten Tag, als ich der Besitzerin ein Foto von dem Fisch zeigte, erfuhr ich, dass es sich um einen Bachsaibling gehandelt
hatte. Und um was für eine! Sie war 60 cm groß und wog 2,8 kg. Im Hausprospekt lasen wir, dass es die goldene Nadel für eine
Regenbogenforelle über 9 kg oder einen Bachsaibling über 2,5 kg gibt. Und mein Fisch wog sogar 2,8 kg! Über diesen Fang war
ich so glücklich, dass es mir nichts ausmachte, an diesem Nachmittag keinen weiteren Fisch gefangen zu haben. Nachdem ich den
Bachsaibling versorgt und wir ein paar Fotos gemacht hatten, fing es zu regnen an. Da wir für 4 Stunden Angeln bezahlt hatten, blieben wir trotz des Regens am See – und wurden ganz schön nass.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Vejen um uns eine Angelerlaubnis für die Kongeau zu holen. Tags zuvor hatten wir in Ribe
erfahren, dass der Verein, der für die Ribeau zuständig ist, kaum Karten verkauft hatte. Das lag wohl daran, dass nicht genügend
Fische eingesetzt wurden und es auch nicht mehr erlaubt war, auf Lachs zu gehen. In der Kongeau, so hatten wir gelesen, sollte es
Bachforellen und Äschen geben. Nachdem wir unsere Angelkarten hatten, fuhren wir nach Skodborhus zur Knagemölle. Auf dem
Parkplatz ließen wir den Wagen stehen und gingen an der Kongeau lang. Achim hatte sich zuvor seine Wathose angezogen und
nahm nur seine Fliegenrute mit. Ich selber versuchte es zuerst mit der Spinnrute an der die Wasserkugel montiert war. Ich warf sie
ans andere Ufer und ließ sie in der Strömung treiben. Als sich nach langer Zeit nichts tat, nahm ich meine andere Rute mit einem
schwimmenden Sbirolino. Das Angeln mit Maden und Mehlwurm war auch hier – wie in den Forellenseen – nicht erlaubt.
Außerdem war für Wurmköder ein Haken Gr. 2/0 vorgeschrieben! Den hatte ich leider nicht, sondern nur einen 2er. Da weit und
breit kein Mensch zu sehen war, angelte ich mit dem 2er Haken. Als jedoch nach einer Viertelstunde ein Fliegenfischer kam, holte
ich die Montage wieder rein und entfernte das Vorfach mit dem Haken. Stattdessen bot ich nun eine Nymphe als Köder an.
Wir waren viele Meter an der Kongeau entlang gegangen, ohne das wir Fische ausmachen konnten. In einer Kurve trafen wir auf
den Fliegenfischer, der uns vorher überholt hatte. Er beobachtete eine Bachforelle und warf sie immer wieder an. Bald hatte er sie
auch am Haken. Wir gingen an ihm vorbei und versuchten ebenfalls unser Glück. Aber es tat sich nichts. Plötzlich wurde es sehr
windig und hinter uns hörten wir ein Gewitter aufziehen. Schnell packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den
Rückweg. Gerade am Auto angekommen fing es auch schon zu regnen an. Da hatten wir aber Glück gehabt! Auf der Fahrt zu
unserer Ferienwohnung regnete so stark, dass wir beobachten konnten, wie die Kongeau und auch die Ribeau in kurzer Zeit anstiegen.
Am späten Nachmittag wurde es wieder heller und der Regen hörte auf. Wir machten zuerst einen Spaziergang um die Seen, um
zu sehen, ob die anwesenden Angler etwas gefangen hatten. Danach entschlossen wir uns jeder mit einer Rute für 2 Stunden
ebenfalls auf Forellen zu gehen. Dieses Mal gingen wir an den 2. Teich, der mit dem 1. verbunden ist. Ich konnte hier zwar ab und
zu einen Biss bemerken, aber an den Haken habe ich keine Forelle bekommen. Kurz vor Ablauf der Angelzeit waren Achim und
ich ganz alleine am See. Plötzlich sprang eine große Forelle mehrmals aus dem Wasser, als wenn sie nachschauen wollte, ob die
Luft rein sei. Es reizte uns sehr diesen Fisch zu fangen, aber er war schlauer als wir. Er ging nicht an die Fliege und auch das Power Bait ignorierte er.
Für Mittwoch hatten wir den Wecker auf 5.30 Uhr gestellt, denn wir wollten nach Hvide Sande zum Heringsangeln fahren. Es war
sehr kalt (1° C) als wir losfuhren. Die ganze Strecke (100 km) war es nebelig und die Temperatur stieg nur sehr langsam an.
Gegen 9.30 Uhr waren wir in Hvide Sande. Zuhause hatte ich für jeden von uns ein Heringsblei und 2 Heringsvorfächer gekauft,
da ich glaubte, wir würden damit auskommen. Dieser Irrtum stellte sich bald heraus. Da an der Wehrmauer alle Plätze von
Anglern belegt waren, gingen wir auf die Steinschüttung. Ich war noch dabei mein Heringsvorfach auseinander zu machen, als
Achim den ersten Hering am Haken hatte. Wie schön, sie sind also wirklich da, dachte ich und warf ebenfalls meine Rute aus, als
Achim zu mir sagte, dass er einen Hänger hätte. Im selben Moment hatte auch ich einen. Nun standen wir beide ohne Heringsbleie
da! Neben dem Parkplatz hatte ich einen Angelladen gesehen. Schnell lief ich hin um neue Bleie zu holen. Aber der Inhaber sagte
mir, „dass es in ganz Dänemark keine Heringsbleie gäbe!“ Was tun? Vorsorglich nahm ich ein weiteres 10er Pack
Heringsvorfächer mit. Als ich wieder bei Achim war, sagte er, dass wir im Auto noch ein Kästchen mit größeren Bleien hätten.
Also ging ich erneut zum Parkplatz um sie zu holen. Die Bleie, die im Kästchen lagen, waren alle unter 50 g. Erneut ging ich in den
Angelladen und holte 50 g Bleie – wenn auch keine Heringsbleie. Nachdem Achim einen weiteren Hering gefangen hatte, mussten
wir weitere Hänger an der Angelstelle zu vermelden. Nun wurde ich wütend. „Hier bleibe ich auf keinen Fall. Da hat das Angeln
keinen Zweck. So kann ich ja gleich mein Geld reinschmeißen! Lass uns nach oben auf die Plattform gehen“, meinte ich. Achim
sah ein, dass das Angeln dort, wo wir waren, sehr schwierig war. Also packten wir unsere Sachen und gingen an die Brücke des
Wehrs. Einige Angler waren inzwischen wieder gegangen und wir bekamen jeder einen Platz. Neben Achim zog ein Däne gerade
ein Vorfach mit Heringsblei an seiner Montage aus dem Wasser. Aufgeregt fragte ich ihn, ob wir das Blei bekommen könnten,
denn wir hätten keine mehr. „Ja gerne. Ich weiß, in Dänemark gibt es keine Heringsbleie mehr“, antwortete er. Überglücklich
reichte ich Achim das Heringsblei und er warf aus. Damit fing er auch zwei weitere Heringe – dann wurde das Wehr geöffnet und
es ging nichts mehr! Der Heringsschwarm verschwand durch die Schleusen und die starke Strömung machte ein weiteres Angeln
vorerst unmöglich. Kaum einer der Anwesenden fing nun einen Fisch. Die „alten Füchse“ standen herum und warteten – wie wir
auch – das die Schleuse wieder geschlossen wurde und der nächste Heringsschwarm kam. Gott sei Dank war es inzwischen wärmer geworden und auch die Sonne schien.
Etwas gelangweilt durch das lange Warten ging ich umher und schaute in die Eimer der Angler, ob und wie viel sie schon gefangen
hatten. Plötzlich kam ein Angler und holte aus einer Tüte mehrere Heringsbleie. „Wo haben Sie die denn her?“ fragte ich ihn
erstaunt. „Die gibt’s da drüben im Angelladen.“ Er zeigte in eine andere Richtung, als zum Parkplatz. „Wie, gibt es hier noch einen
?“ fragte ich ihn. „Ja, da hinter den Dünen.“ Sofort holte ich Geld aus meinem Rucksack und machte mich auf den Weg. Von
wegen „In ganz Dänemark gibt es keine Heringsbleie!“ Dieser Angelladen hatte noch Hunderte! Und auch in verschiedenen
Größen bzw. Gewichten. Vorerst nahm ich 6 Stück und noch ein paar Heringsvorfächer mit. Wenn die nicht reichen sollten,
konnte ich jederzeit neue holen. Aber ganz billig war die ganze Sache nicht. Für diesen Angeltag hatte ich um die 60 € ausgegeben
! Doch es sollte sich noch lohnen. Denn endlich, es war schon fast 14.30 Uhr, hatte ein Angler drei Heringe am Haken. Wie auf
ein Kommando warfen nun alle ihre Ruten aus. Ich selber habe mir nicht getraut meine Rute auszuwerfen, als ich sah, wie die
Angler ihre Schnüre kreuz und quer über die anderen hinweg warfen. Sehr oft verhedderten sie sich auch miteinander. Wenn
Achim seine Montage wieder reinholte hingen meisten einige Heringe daran, die ich mit flinken Händen abmachte, damit er sofort
wieder auswerfen konnte. Außerdem hatte ich vorsichtshalber an meiner Rute eine fertige Montage, die ich Achim dann sofort
reichen konnte für den Fall, das er einen Hänger hatte – was natürlich ab und zu auch vorkam. In kurzer Zeit hatten wir unseren Eimer voller Heringe.
Gegen 18 Uhr machten wir uns erschöpft vom langen Herumstehen und vom Angeln auf den Heimweg. Den ganzen Tag über
hatten wir noch nichts gegessen und dementsprechend natürlich großen Hunger. „Wenn wir zuhause sind, müssen wir die Heringe
noch ausnehmen und dann in Salz einlegen. Aber zuerst machen wir uns ein paar Heringe zum Braten fertig“, sagte Achim. „Ich
habe noch nie grüne Heringe gegessen. Bin sehr gespannt, wie sie schmecken“, antwortete ich. Als wir wieder in unserer
Ferienwohnung waren hatten wir beide jedoch so einen großen Hunger, dass wir uns erst einmal etwas zum Essen aus dem
Kühlschrank holten. Dann ging es ans Ausnehmen. 7 kleinere Heringe legen wir als Köderfische zur Seite. Die anderen schichtete
ich in einen Eimer und bedeckte sie mit Salz. Nach 2 Stunden waren wir fertig – fix und fertig! An Heringe braten dachte keiner von uns mehr. Also legten wir sie in den Kühlschrank für den nächsten Tag.
Am nächsten Morgen schliefen wir uns erst einmal richtig aus. Am späten Vormittag machten wir einen Spaziergang um die Seen;
natürlich wollten wir auch wissen, ob die anderen Angler gute Fänge zu vermelden hatten. Aber so einfach, wie sich die meisten
das Angeln an Forellenseen vorstellen ist es nun absolut nicht. Ich gehe davon aus, dass die Fische, die frühmorgens eingesetzt
werden, leichter an den Haken gehen als die, die schon länger im Wasser sind. Täglich wird ja auch nur eine bestimmte Menge
eingesetzt und wenn die dann gefangen wurde – Pech für die anderen! Nach dem Mittagessen fuhren wir nach Arrild. Dort gibt es ebenfalls eine Put & Take-Anlage. Sie gefiel mir, ehrlich gesagt, sogar etwas besser als die in Storkesoen. Rundherum um die
beiden Teiche waren nicht so viele Büsche und Bäume.
Außerdem gab es einen 560 m langen Bachlauf nur für Fliegenangeln. Seine Fliegenrute hatte Achim mitgenommen, aber leider die
Fliegen, Streamer und Nymphen in der Ferienwohnung vergessen. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als auf die althergebrachte
Weise zu angeln. Zuerst versuchte ich es mit Wasserkugel, worauf ich auch einen Regenbogner von ca. 40 cm fing. Achim
probierte es mit Sbirolino, später wechselten wir beide auf Schwingspitzruten um. Eine Dreiviertelstunde vor dem Ende unserer
Angelzeit meldete erst Achims Schwingspitze und einen Moment später meine (ich saß links von ihm) einen Biss. Aber leider ging
uns keine Forelle an den Haken, so dass wir mit nur einer einzigen unseren Heimweg antraten. Wieder in unserer Ferienwohnung bereitete Achim die Heringe für unser Abendsessen zu. Grüne gebratene Heringe schmecken einfach köstlich!
Wir waren gerade am Essen, als das Kätzchen, welches uns schon einige Male besucht hatte, wieder auftauchte. Pünktlich zum Essen. Dieses Mal ließ
ich mich erweichen und gab ihr die restlichen Fleischstücke, die von dem Gulasch, welches wir 2 Tage vorher gegessen hatten, übrig geblieben war. Danach wollte sie es in unserer Wohnung bequem machen, aber Achim
scheuchte sie raus. Draußen sprang sie auf den Terrassentisch und schaute sehnsuchtsvoll zum Fenster hinein. Einige Minuten später merkte sie wohl, dass das Warten sinnlos war und verschwand.
Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Da wir die Wohnung erst gegen 10 Uhr räumen mussten und ich schon um 6.30 Uhr wach war,
überlegte ich, ob ich nicht noch einmal zum Angeln gehen sollte. Aber erstens kam ich nicht alleine an die Rutentasche im … und zweitens ist es auch eine kostspielige Angelegenheit, Also ließ es sein und holte mir statt dessen meinen
Krimi hervor, während ich darauf wartete, dass der Kaffee fertig war. Noch im Halbschlaf hatte ich gemeint, ein Kratzen in der Wohnung zu hören, mir
dann aber gesagt, dass das Geräusch nur von einem der Nachbarn kommen könnte. Umso erschrockener war ich, als das Kätzchen plötzlich die Holztreppe herunterkam und an der Tür scharrte, weil es raus wollte. Da es
abends noch angenehm warm war, hatten wir über Nacht das Fenster gekippt gelassen. Diese Gelegenheit muss sie genutzt und sich hereingeschlichen haben. „Achim, wach auf. Wir haben Besuch.“ „Was ist los
?“ fragte er schlaftrunken. „Schau mal, wer heute Nacht unser Gast war! Das Kätzchen kam gerade seelenruhig die Treppe herunter. Hoffentlich hat sie uns
nicht aus lauter Dankbarkeit für das Fleisch gestern Abend irgendwo eine Maus hinterlegt“ antwortete ich. Ich ging hoch und schaute nach. Das war
Gott sei Dank nicht der Fall. Aber wenn, wär’s auch egal, denn dann hätten unsere Nachfolger auf Mäusefang gehen müssen. Für uns war der Urlaub in Dänemark jedenfalls beendet. Um 9.30 Uhr fuhren wir Richtung Heimat.
Oerlinghausen, den 02.05.2004
Wallerangeln am Regen
Schon vor 2 Jahren, bei unserem Urlaub im Altmühltal, wollten wir einmal für ein oder zwei Tage an den Regen fahren und dort
angeln. In diversen Angelzeitschriften hatten wir immer wieder von großen Wallerfängen im Regen gelesen. Leider wurde wegen dem damaligen Hochwasser nichts daraus. Also beschlossen wir unseren diesjährigen Sommerurlaub dieses Mal nicht in Töging, sondern am Regen zu verbringen. Aber
wohin genau sollte es hingehen? „Schau einmal in den Angelzeitschriften nach. Dort stehen auch immer Gewässertipps drin. Ich erinnere mich, in einer Zeitung
einmal etwas über den Regen gelesen zu haben“, sagte Achim zu mir. Und tatsächlich: In der Ausgabe Nr. 6/2002 von „Fisch &
Fang“ lag das Sonderheft „Auf Achse … in Ost-Bayern“ bei, in welchem u.a. auch ein Bericht über das Angeln am Regen stand. Wir lasen dort, dass besonders die Gegend um Regenstauf herum für den Fang große Waller bekannt sei. Ein Problem gab es
aber dabei: Das Angeln ist nicht überall erlaubt. Die meisten Abschnitte am Regen gehören Bauern und anderen Anwohnern. Nur
einige wenige Kilometer sind von Angelvereinen gepachtet. Leider kann man nicht überall eine Gastkarte erwerben. Außerdem gibt es nur Tagesscheine. Übers Internet fand Achim die Familie Josef und Christa Seebauer in Ramspau, die zu der Zeit, wo wir gerne Urlaub machen
wollten, ihre Ferienwohnung frei hatten.
Die Ferienwohnung war mit ihren 95 qm zwar etwas zu groß für uns zwei, aber – so unsere Überlegung – vielleicht würden ja
unsere Töchter ein paar Tage zu uns nach Bayern kommen (leider hat es dann doch nicht geklappt). Die Wohnung verfügte über
zwei große Schlafzimmern, ein großes Wohnzimmer mit Kamin, Küche, Toilette und Bad. Außerdem gab es eine überdachte
Terrasse, eine Sauna und sogar ein beheiztes Schwimmbecken. Bis zum nächsten Biergarten war es auch nur 100 Meter, wir
mussten nur über die Straße. Und wir waren auch ganz schnell am Fluss. Die Angelkarten gab es für 8 € im Informationsbüro in
Ramspau oder beim Wirt vom „Ramspauer Hof“. Zuerst fand ich das gar nicht gut, aber dann überlegten wir, dass das vielleicht
sogar besser war, als gleich eine Wochenkarte zu kaufen. So konnten wir uns jeden Tag von neuem entscheiden, ob und wo wir
angeln gehen oder – wenn z.B. das Wetter zu schlecht sein sollte – etwas anderes tun wollten. Außerdem fand zu der Zeit gerade
die Fußball-Europameisterschaft statt, die wir uns im Fernsehen auch ab und zu ansehen wollten.
Am Samstag, den 12.6. starteten wir schon früh, so dass wir gegen 10 Uhr in Ramspau ankamen. Ramspau gilt schon lange als die “Perle des Regentales”. “Randesbure” hieß das am rechten Regenufer gelegene Dorf in einer Urkunde von 1011. Es gehörte
den Burgherren, die auf der im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden zerstörten Burganlage herrschten. Nur Teile des
Turmes und Reste der Kellergewölbe sind heute noch zu sehen. Bis zu Beginn des 14. Jahrhunderts ist Ramspau als
Herrschaftssitz nachweisbar. Johann Sigismund von Reisach erwarb 1694 den Besitz und die Reste der Burg und verwendete die
Steine der Berg als Baumaterial für das weithin sichtbare, durch seine vier charakteristischen Zwiebeltürme gekennzeichnete Schloss.
Die Fahrt verlief problemlos und dank unseres Navigationssystems fanden wir auch sehr schnell unser Ziel. Josef und Christa
Seebauer waren in der Nacht gerade von ihrem einwöchigen Türkeiurlaub zurückgekommen. Und obwohl ihnen die Müdigkeit
noch anzusehen war (sie hatten nur ein paar Stunden geschlafen), standen sie bereit um uns zu begrüßen.
Da waren wir nun im Regental! Wie kann man die Gegend um Regenstauf beschreiben? Sie ist schön, lieblich, aber auch ein wenig
schroff. Der Regen schlängelt sich durch das Land und wird von satten Wiesen und stillen Wäldern umsäumt. Sanfte Hügelketten
schmiegen sich an den Flusslauf und verleihen dem Regental seine unverwechselbare, wildromantische Ausprägung. Idyllische
Schlösser, wunderschöne Kirchen und zauberhaft gelegene Ortschaften fügen sich ein in eine über Jahrhunderte gewachsene
Kulturlandschaft. Für Naturliebhaber erschließt sich die Schönheit und Üppigkeit des Regentals besonders beim Wandern oder Radfahren aber auch bei Ausfahrten mit dem Auto.
Uns interessierte natürlich am meisten das Angeln. Von so manchem spektakulären Fang wurde in den Anglermagazinen berichtet
und das wollten wir selbst einmal erleben, so hofften wir jedenfalls. Besonders bekannt und begehrt ist dort der „Waller“ oder
Wels. Er gehört zu einer Raubfischart, die eine stattliche Größe von bis zu zwei Metern erreichen kann. Aber nicht nur Waller gibt
es dort. Im Regen leben zahlreiche Fischarten: Karpfen, Barbe, Aal, Hecht, Zander, Forelle, Rapfen, Schleie, Barsch, Brasse, Güster, Döbel, Karausche. Rotauge, um nur einige zu nennen.
Wichtig bei unserer Urlaubsplanung war auch, dass wir nicht zu einer Zeit reisten, wo die Raubfische noch Schonzeit hatten. Anders als bei uns haben dort Hecht und Zander nur eine Schonzeit bis zum 15.05. (nach der Landesfischereiordnung Bayern
sogar nur bis zum 15. bzw. 30.4.) Jeder Verein kann die gesetzliche Schonzeit beliebig ausdehnen – und der Fischereiverein
Minden hat sie in der Weser für Zander und Hecht vom 1.1. bis 30.6. gesetzt. Eine viel zu lange Zeit, wie ich finde.
Am Tag unserer Ankunft ließen wir es erst einmal gemütlich angehen. Wir schauten uns die Ferienwohnung an und waren angenehm überrascht. Wenn man in den Flur kam, lag rechts das erste große Schlafzimmer. Dann folgte das ebenfalls große
Wohnzimmer. Dahinter lag ein weiteres Schlafzimmer für welches wir uns dann entschieden. Links vom Flur aus gesehen war die
Küche, dann kamen die Toilette und dahinter das Bad mit Dusche. Nachdem wir uns für das hintere Schlafzimmer entschieden
hatten, holten wir erst einmal unsere Koffer aus dem Auto und stellten sie dort rein. Auspacken konnten wir später.
Jetzt tranken wir erst einmal mit Josef – oder Beppi, wie ihn alle nennen – und Christa ein Bierchen. Dann fuhren wir nach
Regenstauf um ein paar Getränke und Lebensmittel zu kaufen. Unsere Köder (Dendrobena, Tauwürmer und Maden) hatten wir
von zu Hause mitgebracht. Als alles im Kühlschrank verstaut war bummelten wir durch die kleine reizende Ortschaft. Zuerst
führte unser Weg über die “Eiserne Brücke”, wo wir einen ersten Blick auf den Regen warfen. Angler hatten wir keine gesehen
und so wussten wir noch nicht, wie man ans Ufer des Flusses kommen konnte. Aber Beppi und Alfons, sein Nachbar (Alfons ist
ebenfalls Angler) wollten später mit uns die Fluss-Strecke abfahren und uns die besten Angelstellen zeigen. Dann schlenderten wir
über die Hauptstrasse zur neuen Brücke, die 1976 eingeweiht wurde. Neben der Brücke steht eine Figur, die den Heiligen Petrus darstellt.
Nach unserem kleinen Spaziergang sahen wir jedoch, dass sich Beppi und Christa hingelegt hatten, um etwas Schlaf nachzuholen.
Ihr Nachholbedürfnis war jedoch so groß, dass sie nicht mehr aufstanden. Mit der Angelstrecke abfahren wurde es also an
diesem ersten Tag nichts. Deshalb setzten wir uns ins Auto und fuhren selber ein bisschen am Fluss entlang. „Bisher habe ich –
außer am Wehr – noch keine Stelle gesehen, wo man angeln kann“, meinte ich während der Fahrt zu Achim. „Wart’s ab. Morgen
zeigen uns Beppi und Alfons welche“, antwortete er mir. Ich gebe zu: So richtig gefallen hatte mir die Gegend bzw. der Fluss an diesem ersten Tag jedoch nicht.
Abends sahen wir uns das Eröffnungsspiel der EM an und freuten uns, dass Griechenland Portugal mit 2:1 besiegte.
Sonntagmorgen kam Beppi jedoch sofort auf sein Angebot zurück. Wir vier fuhren mit dem Auto die Strecke ab, die wir mit der Gastkarte beangeln konnten. Sie zeigten uns wo und wie man einige schöne Angelstellen gut mit dem Auto erreichen konnte, wo
man an der Straße parken oder sogar bis ans Wasser fahren konnte.
Der Regen hat im Vergleich zur Naab, die ja wie der Regen ein Nebenfluss der Donau ist, weniger Altarme. Die Fließgeschwindigkeit ist in den meisten Abschnitten sehr hoch. Durch verschiedene Wehre, wie bei Nittenau, Ramspau und
Regenstauf, wird diese allerdings gebremst. Im Flussbett zwischen Nittenau und Hirschberg befinden sich zahlreiche Steine
unterschiedlicher Größe. An einigen Abschnitten ähnelt der Fluss daher dem einer Salmonidenregion.
Nachdem wir wieder von unserer Rundfahrt zurück waren, gingen Achim und ich ins Gasthaus „Ramspauer Hof“ zum Mittagessen. Dabei holten wir uns auch gleich eine Angelkarte für diesen und die nächsten Tage. Wir beschlossen, zuerst einmal gegenüber
dem Ramspauer-Wehr zu angeln. In der Extraausgabe von Fisch & Fang hatten wir nämlich gelesen, dass das eine ausgezeichnete Angelstelle sein sollte. Um 14 Uhr saßen wir also am Wehr.
Einige Tage zuvor muss es wohl geregnet haben, denn das Wasser lief über das Wehr, was in der Zeit danach nicht mehr der Fall
war. Kaum hatten wir unsere Köder im Wasser, hing auch schon ein Fisch dran. Meistens waren es Barsche, die gierig unsere
Dendrobenas verschlangen. Aber auch Rotfedern, Güstern und eine Hasel verschmähten unsere Köder nicht. Um 17 Uhr hatte
Achim eine Meldung auf ein Madenbündel. Gespannt schaute ich ihm beim Drillen zu. Als er den Fisch landete, sahen wir, dass es
eine kleine Barbe von etwas über 40 cm war. Gegen 19 Uhr zog ein Gewitter heran. Es schüttete wie aus Eimern und auch dicke
Hagelkörner prasselten auf unseren Angelschirm und unsere Angelsachen. Aber schon bald war der Spuk vorbei und ein wunderschöner Regenbogen zierte den Himmel.
Gegen 22 Uhr packten wir langsam unsere Sachen ein. Achim ging los, um unseren Wagen zu holen, der ein Stück entfernt am
Straßenrand stand. Zum Aus- und Einpacken konnte man über die Wiese bis ans Ufer fahren. Achim hatte seine Sachen schon
zusammen gepackt, nur ich hatte meine 2. Rute noch im Wasser. Ich hatte zwar bemerkt, dass ständig an den Dendrobenas
gezupft wurde, aber da wir schon 15 Barsche gefangen hatten und ich keinen weiteren mehr haben wollte, kümmerte ich mich
nicht weiter darum. Bevor ich die Rute reinholte schlug ich jedoch vorsichtshalber an und merkte sofort, dass ein Fisch am Haken
hing. Ich drillte ihn zum Ufer und glaubte meinen Augen nicht zu trauen, als ich sah, dass es ein Wels war. Er war zwar noch sehr
klein (ca. 40 cm), aber immerhin hatte ich gleich am ersten Tag einen Waller gefangen. Als Achim wieder bei mir war, zeigte ich
ihm aufgeregt meinen Fang mit den Worten: „Jeder fängt mal klein an. Ab morgen sind die großen dran!“
Als wir am nächsten Tag (14.6.) zu unserem Auto gingen schauten wir uns verdutzt an. Wie sah denn der Wagen aus? Bevor wir nach Bayern fuhren hatten wir ihn noch schnell gewaschen und nun war er total verdreckt. Wir vermuteten, dass eine Katze übers
Auto gelaufen war. „Na warte, wenn ich dich erwische“, schimpfte ich. Wir luden unsere Rucksäcke und Kühltruhe ins Auto und
fuhren zu einer anderen Angelstelle, ebenfalls am rechten Ufer des Regen. Bis wir dort angekommen waren, mussten wir über eine
Wiese mit hohem Gras laufen. Der Himmel war etwas bewölkt, aber immer wieder schien die Sonne. Der Wind kam aus südöstlicher Richtung.
Wieder bissen überwiegend Barsche und eine Brasse auf die Dendrobenas. Doch wo waren die Raubfische? Die Köderfische,
die wir zuvor gefangen hatten, wurden einfach verschmäht. Gegen 16 Uhr machte sich ein Babyzander von 35 cm über ein
Wurmbündel her. „Das gibt es doch nicht! Warum gehen immer nur die kleinen Fische auf die Köder?“ fragte ich Achim. „Keine Ahnung. Wahrscheinlich fallen die großen nicht auf unsere Köder herein“, war seine Antwort.
Am 15.6. angelten wir wieder am Wehr, dieses Mal aber auf der anderen Flußseite. Wieder gingen uns nur ein paar kleine Barsche und ein Döbel an den Haken. Ob es wohl am Wetter und am Wind lag, dass wir keine „richtigen“ Fische fingen? Und wo
verflixt hielten sich die großen Waller, die es im Regen geben soll, auf? Hier schienen sie jedenfalls nicht zu sein. Wir blieben bis es
dunkel war, ohne dass sich etwas tat. Na ja, nur nicht aufgeben. Morgen ist auch noch ein Tag!
Aber auch der Mittwoch (16.6.) verlief enttäuschend. Das Wetter meinte es gut mit uns. Es gab zwar wieder ein paar Wolken,
aber zwischendurch schien auch die Sonne. Dieses Mal hatten wir uns einen Platz gegenüber dem Flußbad bei Regenstauf
ausgewählt. Vorher hieß es noch unter einem Elektrozaun durchzukriechen. Auch diese Angelstelle galt als Geheimtipp bei den
Einheimischen, obwohl sie mir selber ganz und gar nicht gefiel. Warum kann ich selber nicht sagen, aber ich fühlte mich dort
einfach nicht wohl. Mir kam der Gedanke, dass dort vielleicht einmal jemand beim Baden im Fluss ertrunken sein könnte, so ein
beklemmendes Gefühl beschlich mich. Achim, der ein paar Schritte weiter saß, fühlte sich rundherum wohl. Er war auch der erste
an diesem Tag, der einen Fisch fing. Es handelte sich zwar erneut um einen „Babyfisch“, nämlich einen 35 cm großen Karpfen, aber immerhin tat sich bei ihm etwas. Ich badete lediglich meine Würmer im Wasser.
Es muss so gegen 19 Uhr gewesen sein, als Achim zu mir sagte, dass er sich einmal die Stelle am Birnbaum (der Lieblingsplatz
von Beppis Nachbar) anschauen wollte. Er war kaum weg, als plötzlich meine beiden Ruten und auch eine von Achims Rute einen
Biss anzeigte. Zuerst wusste ich gar nicht, auf welche ich mich einstellen sollte. Doch dann lief die Schnur von der Rolle an Achims
Rute, so dass ich hinging und anschlug. Eine – dieses Mal etwas größere! – Rotfeder hatte sich das Wurmbündel einverleibt.
Schnell entfernte ich den Haken aus ihrem Maul, dann ließ ich sie wieder schwimmen. Dann holte ich nacheinander meine Ruten
rein. Der Köder war zwar abgefressen, aber es hatte keiner gehakt. Vielleicht hätte ich auch einen Fisch landen können, wenn ich mich nicht um Achims Rute hätte kümmern müssen. Wer weiß?
Um 20.20 Uhr hatte Achim wieder einen Biss. Wir waren beide gespannt, wem der 8 cm lange Köderfisch geschmeckt hatte.
Doch dann die Enttäuschung: Wieder war es ein kleiner Zander (ca. 20 cm). Der Köderfisch steckte ihm noch im Hals. Gegen 22
Uhr packten wir unsere Sachen und fuhren zurück in unsere Ferienwohnung. Beppi hatte das Holz für den Kamin schon klein
gehackt und alles soweit vorbereitet, dass wir es nur anzuzünden brauchten. Sofort verbreitete sich eine angenehme Wärme im
Wohnzimmer. Es war zwar tagsüber nie kalt gewesen, aber wenn wir stundenlang bis spät abends am Wasser gesessen hatten, tat es doch gut, sich am Kamin ein wenig aufzuwärmen.
Am nächsten Tag (17.6.) wollte Achim, dass wir uns Glück erneut an einer anderen Angelstelle ausprobierten. So richtig begeistert war ich davon nicht. Ich fische lieber mehrere Tage an ein und derselben Stelle – vor allen Dingen, wenn mir der Platz
gut gefällt. Dort, wo wir dieses Mal hin wollten, mussten wir erst einmal eine längere Strecke laufen, bis wir am Ufer waren. Etwas
missmutig gab ich dann nach. „Nun ja, wer nicht probiert, der nicht fängt“, dachte ich bei mir. Vielleicht hatten wir dort ja auch
wirklich einmal mehr Glück als bisher. Gegen 15 Uhr fuhren wir los. Unser Auto parkten wir oben an der Straße, die von
Regenstauf nach Klein-Ramspau führt. Als wir den Wagen abgestellt hatten, hieß es erst einmal 100 m den schräg abfallenden
Fahrradweg hinunter zu gehen und die Angelsachen bis dorthin zu tragen, wo wir über die Wiese zum Fluss laufen mussten. Da
das Gras sehr hoch gewachsen und von der Nacht noch nass war, zog ich mir gleich meine Thermostiefel an (meine „normalen“
Gummistiefel hatte ich in Oerlinghausen gelassen) und bahnte mir einen Weg zum Ufer. Wir mussten mehrmals laufen, bis wir
unsere Sachen dort hatten. Achim suchte sich einen Platz neben dem kleinen Bach, der in den Regen floss.
Ich warf meine beiden Ruten aus, nachdem ich den einen Haken mit einem Wurmbündel und den Drilling mit einem Köderfisch
bestückt hatte. Zuerst bissen eine Brasse, mehrere Barsche und ein paar kleinere Rotfedern. Nichts Besonderes also. Dann tat
sich erst mal wieder nichts. Ich saß auf meinem Stuhl und wartete und wartete und wartete, bis Achim plötzlich rief: „Bring mir mal
den großen Kescher. Ich habe einen größeren dran!“ Sofort griff ich nach dem Kescher und ging zu ihm rüber. Dabei musste ich
über den kleinen Bach. Ich gebe ja zu, dass ich etwas aufgeregt war (hatte er tatsächlich einen Waller am Haken?), als ich zu ihm
ging, aber warum ich plötzlich mit meinen Stiefeln abrutschte und in den Bach fiel, weiß ich trotzdem nicht. Doch damit nicht genug
. Kaum stand ich wieder, fiel nach vorne und landete mit der ganzen linken Seite im Regen! So eine Sch….!!! Als ich wieder
stand, rief Achim: „Uschi, deine Mütze schwimmt weg!“ „Was interessiert mich meine Mütze! Ich bin pitschenass. Für mich ist
der Tag im Eimer. Jetzt kann ich einpacken“, war meine erste Reaktion. „Ach, das trocknet doch wieder“, meinte Achim und
drillte seinen >großen Fang< „Klar! Und was mache ich so lange? Ich bin bis auf die Haut nass. Auch meine Stiefel sind voller
Wasser. Verdammter Mist – ich fahre jetzt nach Hause.“ Doch nach einigen Minuten hatte ich mich wieder beruhigt und Achim
eine Rotfeder(!) von ca. 40 cm gelandet. Von wegen Waller! So nass konnte ich natürlich nicht am Wasser sitzen bleiben. Also
zog ich mich splitterfasernackt aus und hängte erst einmal meine Weste zum Trocknen auf einen Baumstamm. Die Unterwäsche,
meine Trainingshose, die Socken und das T-Shirt packte ich in den Eimer, der eigentlich für unsere Fänge gedacht war. Gott sei
Dank hatte ich im Rucksack noch ein paar weitere Socken, meine Regenhose und den dicken Fleece-Pullover. Mit diesen Sachen
konnte ich mir erst mal helfen. Die Plastikregenhose auf der nackten Haut und den dicken Pullover bei noch strahlendem
Sonnenschein war zwar nicht so angenehm, aber so konnte ich es aushalten. Achim ging anschließend zum Auto und holte mir
meine Sandalen, die ich während der Fahrt angehabt hatte. Als er wieder bei mir war sagte er zu mir: „Rate mal, was ich hier habe
?“ „Keine Ahnung“. Freudestrahlend hielt er meine Schirmmütze hoch, die er mit dem Kescher aus dem Regen gefischt hatte,
während ich mich umzog. Warum ihm so viel an dieser Mütze lag (wir hatten sie vom ASV Dalbke auf dem Emsfest bekommen), kann ich mir nicht erklären.
Viel tat sich an diesem Angeltag auch nicht. Um 20.30 Uhr fingen wir beide einen kleinen Zander (warum immer nur kleine den
Köder nahmen, war und blieb mir ein Rätsel), Achim auf Köderfisch und ich auf Fischfetzen. Eine Stunde später hatte Achim
erneut einen Zander auf Köderfisch gefangen. Aber auch dieser hatte nicht einmal das Mindestmaß! Wo zum Teufel waren nur die großen?
Jetzt hatten wir 5 Tage geangelt und immer noch nichts Vernünftiges an den Haken bekommen! Am Freitag (18.6.) hatte ich absolut keine Lust aufs Angeln, also beschlossen wir ein wenig mit dem Auto am Regen entlang zu fahren. Über Heilinghausen,
Hirschling und Hinterberg ging es nach Marienthal. Wer dort in dem Gasthof Wittman wohnt, kann als Gast in der Privatstrecke
angeln. In diesem Privatstück des Regen sollen schon viele große Welse gefangen worden sein. Unser Vermieter Beppi kennt den
Wirt sehr gut und hätte uns auch eine Tageskarte besorgt, aber wir wollten es (vorerst) in dem Abschnitt weiter probieren, wo wir bisher erfolglos waren.
Nachdem wir in Marienthal im Biergarten zu Mittag gegessen hatten (sie haben dort eine vorzügliche Speisekarte!), fuhren wir
weiter nach Nittenau. Dort wollten wir eigentlich in den Angelladen von Johann Menath, der leider um diese Zeit gerade
geschlossen war. Also fuhren wir weiter nach Schwandorf an der Naab. Im Anglerparadies erwarb ich ein paar Glöckchen und
mehrere 80 bis 100 g Bleie. Ich hatte zwar nicht oft einen Hänger, aber einige mal doch die ganze Montage verloren, so dass ich
mich um Ersatz kümmern musste. Auf der Rückfahrt nach Ramspau hielten wir noch einmal in Hirschling an. Auch hier war der Regen breit, flach und voller großer Steine.
Samstag (19.6.) fand das Fußballspiel Lettland gegen Deutschland statt, welches wir uns unbedingt ansehen wollten. Deshalb entschlossen wir uns an diesem Tag ganz früh aufzustehen und bis zum Mittag zu angeln. Doch als um 4 Uhr der Wecker klingelte,
kam keiner von uns beiden so richtig aus dem Bett. Auch nach dem 2. Becher Kaffee hätte ich mich am liebsten wieder ins Bett
gelegt, so müde war ich noch. Dabei bin ich eigentlich ein Frühaufsteher. Egal, wann ich mich schlafen lege, nach spätestens 8
Stunden bin ich hellwach. Vielleicht lag es an diesem Morgen auch daran, dass ich nicht so richtig in die Gänge kam, weil wir die
Tage zuvor nichts Vernünftiges gefangen hatten. Die Sonne lugte schon um die Ecke, als wir dann endlich ins Auto stiegen und
losfuhren. Wieder saßen wir eine halbe Stunde später an der Angelstelle, wo ich zwei Tage zuvor ein kurzes Bad im Regen
genommen hatte. Bis 9 Uhr fingen wir ein paar Barsche auf Tauwurm, eine Brasse von 30 cm auf Mais und mehrere kleine
Rotfedern. Dann tat sich wieder nichts. Gegen Mittag packten wir unsere Sachen ein, aßen eine Kleinigkeit und legten uns zum
Mittagsschlaf hin. Abends schauten wir uns das enttäuschende Fußballspiel an. Da standen wir extra so früh auf, um uns abends das Spiel anzusehen und dann gewannen die Deutschen nicht einmal! 0:0 ging es aus!
Am Sonntagmorgen (20.6.) fuhren wir ins Altmühltal. Zuerst kehrten wir im Gasthaus „Zur Sonne“ ein, wo wir schon mehrmals waren, als wir in Töging/Dietfurt Urlaub machten. Wieder waren alle Plätze belegt und es dauerte ein paar Minuten, bis wir einen
Platz bei anderen Gästen am Tisch fanden. Das Essen war – wie immer – hervorragend. Gegen 14 Uhr klingelten wir bei Josefa
und Anton Daubner. Bei unseren Ostergrüßen hatte ich schon erwähnt, dass wir sie, wenn wir ins Ramspau seien, einmal
besuchen würden. Und so waren sie gar nicht überrascht, uns plötzlich vor der Tür stehen zu sehen. Die Begrüßung fiel wieder
sehr herzlich aus. Nachdem wir ein wenig geplaudert, von der köstlichen selbstgebackenen Erdbeertorte gegessen und eine Tasse
Kaffee getrunken hatten, fuhren wir zu der Angelstelle am Wehr in Dietfurt, wo wir so manche Stunde gesessen und schöne
Fische gefangen hatten. Wir unterhielten uns mit einem einheimischen Angler, der dort gerade saß. Auch er war enttäuscht, dass
die Fische nicht so richtig beißen wollten. Er meinte, dass es schon im letzten Jahr schlechter geworden wäre. Das läge sicher auch
daran, dass nicht genügend Fische eingesetzt würden. Den Angelvereinen fehlt ebenfalls das Geld. Je mehr Mitglieder ein Verein
hat, desto mehr Geld kommt in die Kasse. Deshalb machen Achim und ich auch immer wieder Werbung für den ASV Dalbke e.V. Vor kurzem haben wir (Achim als Webmaster und ich als Schreibkraft) die Homepage neu gestaltet und sie scheint sehr gut
angekommen zu sein.
Montagmorgen (21.6.) fuhren wir nach Regenstauf in Helmut’s Angelshop. Helmut ist ein passionierter Welsangler und hat bereits so manchem dicken Fisch den Weg an Land gezeigt – unter anderem einen Wels von 1,89 Metern. Er beriet uns bei der Auswahl
der Haken, knüpfte kostenlos ein Seidenstahlvorfach an die Drillinge und gab uns weitere gute Tipps fürs Wallerangeln. Er selber
wohnt in der Nähe von Regendorf und angelt überwiegend an einer Privatstrecke. Als er uns erzählte, dass er und sein Freund
dort am Wochenende gerade 4 (!) Waller gefangen hätten, wurde ich etwas unruhig. „Ich kann euch eine Tageskarte besorgen,
wenn ihr wollt“. Und ob wir wollten! Wir bestellten also für Dienstag und Donnerstag eine Tageskarte, denn am Mittwoch (23.6.)
fand das Fußballspiel Deutschland – Tschechien statt, welches wir uns unbedingt ansehen wollten. Gleichzeitig nahmen wir eine
Tageskarte für die Strecke Regenstauf-Ramspau mit, wo wir am Nachmittag angeln wollten. Schon im Angelshop entschieden wir
uns für die Stelle hinterm Ramspauer Wehr, die wir Sonntagnachmittag auf unserem Spaziergang entdeckt hatten. Und was das
Schöne daran war: man konnte dorthin sogar mit dem Auto fahren, brauchte nicht so weit zu schleppen! Stuhl, Rutentasche,
Gerätekasten, Rucksack, Kühlbox, Ködereimer und was man sonst noch so alles mitnimmt, meterweit zu schleppen ist nicht so mein Fall.
In der Wohnung wieder angekommen schmierte ich uns erst einmal ein paar Brote fürs Abendessen. Dann packten wir unsere
Lebendköder und kalte Getränke in die Kühlbox und los ging es. Ich saß ein paar Meter links von Achim. Voller Erwartung stellte
ich meine Ruten auf. Ob sich heute wohl was tun würde? So konnte es doch nicht weitergehen! Wir sind zwar an keinem Tag
Schneider gewesen, denn irgendein kleiner Fisch hatte immer gebissen, aber das hätten wir ja auch zuhause haben können. Wir wollten endlich einmal einen kapitalen Fisch an den Haken bekommen.
Das Wetter meinte es wieder gut mit uns, vielleicht sogar zu gut, denn an diesem Tag brannte die Sonne förmlich am Himmel. Und
prompt holte ich mir auch einen Sonnenbrand auf den Schultern. Um 15.20 piepste ein Bissanzeiger. Gespannt schaute ich auf die
Rolle, von der Schnur abging. Ich wartete einige Sekunden und schlug dann an. Endlich! Endlich hatte einmal ein – so hoffte ich –
größerer Fisch die kleine Laube genommen. Während ich vorsichtig drillte, spürte ich in der Rute, dass ich wirklich einen
Kapitalen am Haken hatte. Als ich ihn kurz vor dem Ufer hatte und gerade nach Achim rufen wollte, damit er mit der Kamera
bereit stand, gab es einen Ruck und der Fisch war ab. „Verdammt! Das kann doch nicht wahr sein! Nein, das glaube ich nicht.
Endlich habe ich einen Großen dran und dann geht er mir ein paar Meter vorm Ufer ab“ murmelte ich vor mich hin. Enttäuscht ging
ich zu Achim rüber und erzählte ihm von meinem Pech. „Wart’s ab. Vielleicht beißt er ja wieder. Wenigstens ist es ein gutes
Zeichen, dass sich hier Große aufhalten und auch beißen“, sagte er zu mir. Trotzdem war ich sauer! Ich ging wieder zurück auf
meinen Platz, montierte erneut einen Köderfisch an den Haken und warf aus. „Der ist bestimmt nicht mehr da. Und wenn doch,
dann fällt er garantiert nicht mehr auf meinen Köder rein“, ging es mir durch den Kopf. Und während ich noch über mein Pech
nachgrübelte, hörte ich Achim rufen: „Ich habe auch einen Großen dran“. Einen Moment später stand ich bei ihm und schnappte
mir die Kamera, um den großen Fang im Bild festzuhalten. Doch dann kam die Enttäuschung, denn bei dem „großen Fang“
handelte es sich nur um einen Hecht von 45 cm. Na ja, immerhin mal etwas anderes als ein Barsch oder eine Rotfeder, dachte ich.
Wir blieben nur bis ca. 21.30 Uhr, denn nach dem Fang des Hechtes tat sich absolut nichts mehr.
Am nächsten Morgen (22.6.) schliefen wir etwas länger, denn wir hatten bis spät in die Nacht ferngesehen. Gegen Mittag hatten wir uns mit Helmut in seinem Angelshop verabredet. Er wollte uns nicht nur die Karten geben, sondern auch zu der Stelle fahren,
wo er seine Waller fängt. „Ihr müsst auf jeden Drilling mindestens 10 Tauwürmer ziehen, wenn ihr einen Waller fangen wollt. Je
mehr, desto besser. Im Moment beißen Waller nur auf Tauwürmer. Was anderes braucht ihr gar nicht versuchen“, meinte er. Und
weiter: „Sollten die Würmer abgeknabbert sein, dann sind das meistens Barsche oder Brassen. Und wenn die sich dort tummeln, ist meistens kein Waller da.“
Wir kauften noch 4 Dosen Tauwürmer und fuhren Helmut dann hinterher zur Privatstrecke. Auch hier konnten wir mit dem Wagen
bis ans Ufer fahren, was mir sehr entgegen kam. Leider waren die Angelplätze so schmal, dass dort immer nur eine Person fischen
konnte. Ich entschied mich gleich für die erste Stelle, Achims Platz war ca. 200 m entfernt von mir. Bevor Helmut wieder nach Regenstauf fuhr, sagte er uns, dass er abends zu uns käme.
Zuerst fing ich für uns ein paar Köderfische (überwiegend Lauben), denn an dieser Privatstrecke durften wir mit 2 Ruten auf
Raubfisch angeln, was an der Ramspauer Strecke nicht erlaubt war. Noch zuhause hatte ich mir eine Wallerrute mit einem
Wurfgewicht von 100 – 150 g zugelegt. Die wollte ich hier das erste Mal ausprobieren. In den Karabinerwirbel hängte ich ein 80g
-Blei und auf einen 1/0er Drilling mit Seidenstahlvorfach steckte ich 6 Tauwürmer (10 Stück waren mir persönlich einfach zu viel).
Dann versuchte ich auszuwerfen. Aber die Rute lag so schwer in meiner Hand, dass der Köder immer wieder ein paar Meter vom
Ufer entfernt ins Wasser plumpste. Allein der Handgriff der Rute war – für meine Hände jedenfalls – sehr dick. Als Achim einmal
kurz zu mir kam, fragte ich ihn, ob er die Rute für mich auswerfen könnte. Ich kriegte das beim besten Willen nicht hin. Achim
nahm sie in die Hand, peilte das andere Ufer an – und warf tatsächlich fast bis an die andere Seite! Nachdem sich fast eine
dreiviertel Stunde nichts getan hatte, holte ich die Wallerrute wieder rein und staunte: Alle Tauwürmer waren abgefressen, ohne
dass ich davon etwas mitbekommen hatte! Ich beköderte den Drilling wieder mit Tauwürmern und versuchte erneut auszuwerfen.
Doch auch dieses Mal klatschte die Montage nur wenige Meter vor meinen Füßen ins Wasser. Nach dem 3. Versuch ließ ich es
sein und packte eine andere Grundrute aus. Dieses Mal nahm ich einen kleineren Drilling und bestückte sie auch nicht mit
Tauwürmern sondern mit Dendrobenas. Sie ließ sich bedeutend leichter auswerfen, obwohl ich auch daran ein 80g-Blei getan hatte.
Um 14.30 Uhr biss ein Rotauge von immerhin 35 cm auf das Wurmbündel und um 17.10 Uhr schnappte ein 33 cm großer Barsch
nach der Laube, die am Drilling hing. Leider haben wir davon keine Fotos gemacht. Schließlich warteten wir auf den „großen“ Fang und wollten solche „Kleinkram“ nicht dokumentieren.
Als wir mittags an der Angelstelle ankamen schien die Sonne, aber nach und nach zogen Wolken auf und am späten Nachmittag fing es auch für kurze Zeit zu regnen an.
Es dämmerte gerade, als ich neben mir ein leises Rascheln wahrnahm. „Das ist bestimmt wieder eine Ratte“, dachte ich. Ich
verhielt mich ganz ruhig und drehte nur einmal leicht meinen Kopf in Richtung des Geräusches. Aber es war keine Ratte sondern
ein niedliches kleines Feldmäuschen. Es hatte ein hellbraunes Fell und war so putzig, dass ich es am liebsten hätte ich es
gestreichelt hätte. Als ich mich bewegte huschte es sofort wieder weg. Ich ging zu der Kühlbox und holte ein Käsebrot, was ich
noch nicht gegessen hatte. Dann setzte ich mich wieder auf meinen Stuhl und warf ein paar Käsestückchen und Brotbrocken hin.
Einen Moment später lugte das Mäuschen hinter meinem Gerätekasten hervor. Sie stellte sich auf ihre Hinterbeine und schnüffelte.
Dann rannte sie zu dem Käse und verschwand blitzschnell in einer Höhle. Immer wieder kam sie und holte sich nach und nach das
Brot und den Käse. Als sie alles weggeschafft hatte ging ich zu Achim um ihm von meinem kleinen Besucher zu erzählen. Ich hörte
ihn mit jemand reden und dachte, dass es wohl Helmut sei. Aber er war es nicht. Ein anderer Angler hatte sich zu Achim gesellt.
Ich hörte ihnen einige Zeit bei ihrem Gespräch zu und erzählte dann von dem kleinen Mäuschen. Als ich wieder bei meinem Stuhl
angekommen war wollte ich einen neuen Köderfisch auf den Haken machen. Doch es waren keine mehr da! Sollte das Mäuschen
die geholt haben? Nein, das konnte nicht sein. Mäuse fressen bestimmt keine Fische. Außerdem waren die Köderfische
mindestens 3-mal so groß wie die Maus. Also hatte mir eine Ratte mal wieder meine Köderfische stibitzt. Da wir sowieso
einpacken wollten, war das nicht weiter tragisch. Das nächste Mal musste ich besser aufpassen bzw. die Köder woanders hinlegen.
Am Mittwochmittag (23.6.) fuhren wir nach Furth im Wald zur tschechischen Grenze. Im Traveller Shop kauften wir günstig Zigaretten, Parfum, Kaffee und Spirituosen ein. Dann tankten wir noch den Wagen voll und fuhren anschließend in die Stadtmitte von Fruth i.W. Zuerst gingen wir zum Stadtturm, dann zum Rathaus und zuletzt bestaunten wir das Glockenspiel am
Amtsgerichtsgebäude.
Inzwischen war es schon 14 Uhr und wir beschlossen eine Kleinigkeit zu Mittag essen, was uns aber erst nach dem 3. Anlauf
gelang. Zwei Gaststätten mit Biergarten sprachen uns an, hatten aber leider mittags nicht geöffnet. Nachdem wir in einem Cafe
einen Imbiss zu uns genommen hatten, ging ich noch in einen Buchladen um mir einen neuen Krimi zu kaufen. Die anderen 2, die
ich mir mitgebracht hatte, hatte ich schon durchgelesen. Die Verkäuferin zeigte mir einen „Inspektor Banks“ Krimi. Von dem
Autor Peter Robinson hatte ich noch nie etwas gelesen, aber sie schwärmte davon. Also nahm ich gleich die beiden mit („Kalt wie
das Grab“ und „Das verschwundene Lächeln“), die sie im Laden vorrätig hatte. Na, das war wenigstens etwas. Wenn schon die Fische nicht beißen, dann habe ich wenigstens wieder etwas Spannendes zu lesen.
Als wir am späten Nachmittag zurück kamen warteten schon Beppi und Christa auf uns. Sie hatten uns für abends zum Grillen
eingeladen. Wir erzählten ein bisschen von unserer Fahrt nach Tschechien und tranken ein Bierchen zusammen, dann zündete
Beppi den Grill an. Das Feuer brannte gerade richtig schön, als es zu regnen anfing. „Muss das denn ausgerechnet jetzt sein?“
fragte ich. „Ja, damit hätten die da oben ja auch noch ein bisschen warten können. Aber kein Problem“, meinte Beppi. „Ich halte
den Regenschirm übers Feuer. Dann klappt das schon.“ Wir selber wurden nicht nass, denn die Terrasse, auf der wir es uns bequem gemacht hatten, war überdacht.
Christa hatte leckere Sachen aufgetischt und nachdem wir alle satt waren beschlossen wir uns gemeinsam das Fußballspiel in
unserer Ferienwohnung anzuschauen. Nachdem Deutschland die ersten beiden Spiele unentschieden gespielt hatte, mussten sie
heute gewinnen, um weiter zu kommen. Zur Halbzeit hatten wir ja noch die Hoffnung, dass daraus etwas werden könnte (es stand 1:1), aber dann verloren wir 2:1 und der Traum vom Endspiel war aus!
Für Donnerstag (24.6.) hatten wir ja schon die Tageskarte für die Privatstrecke und so
brauchten wir uns nur noch ein paar frische Tauwürmer zu besorgen. Helmut grinste uns an, als wir in seinen Laden kamen. „Na, wie war’s? Habt ihr einen Waller gefangen?“ „Nein“
, antwortete Achim. “Da tut sich auch absolut nichts.“ „Habt ihr auch so ausgeworfen, wie ich es euch gesagt habe? Also immer nach rechts. Wenn ihr nach links werft, dann sitzt ihr
noch am Ende des Jahres da, ohne einen Biss zu bekommen“, war Helmut’s Kommentar. Klar haben wir das gemacht, aber so richtig glaubte ich ihm seine Geschichten nicht. Er
hatte uns gleich, als wir das erste Mal in seinen Laden kamen, erzählt, dass er am Wochenende 4 (!) Waller gefangen hätte. Wer glaubt, wird selig!
Doch so schnell geben wir ja nicht auf. Wir fuhren erneut nach Regendorf. Dieses Mal tauschten Achim und ich die Angelplätze. Meinen Ugly Stick (Wallerrute) hatte ich Achim
überlassen, denn er konnte damit wenigstens umgehen. Der einzige erwähnenswerte Fisch an diesem Angeltag war um 21.30 Uhr eine Brasse von ca. 35 cm, die auf ein
Wurmbündel biss. Von Waller oder anderen Raubfischen war keine Spur zu sehen bzw. zu merken. Ich glaube ja, dass es dort welche gibt, aber ob sie gerade dann an der Stelle
waren, wenn wir uns dort aufhielten wage ich zu bezweifeln.
Am Freitag (25.6.), als ich aufstand, hatte ich absolut keine Lust mehr aufs Angeln. Erst gegen Mittag, als Achim vorschlug, dass es wir wieder einmal gegenüber vom Wehr probieren wollten, kam so langsam wieder die Hoffnung auf, vielleicht doch einen
Fisch zu fangen. Wir hatten Glück, dass noch kein anderer Angler da war, denn dieser Platz ist auch sehr begehrt. An unserem
ersten Angeltag hatten wir hier sehr viele Fische gefangen, aber heute wollten sie nicht so richtig. Um 17.15 Uhr ging Achim ein
Döbel an den Haken. Er wehrte sich beim Drillen heftig, aber letztendlich half es ihm nichts und er landete im Kescher.
Gegenüber unserer Angelstelle, direkt neben dem Wasserkraftwerk, schauten wir einem Angler zu, der auch nach einiger Zeit
einen kapitalen Fisch am Haken hatte. Leider ging ihm dieser - wie wir durchs Fernglas sehen konnten - kurz vor der Landung ab.
Kurz danach packte er seine Sachen. “Was hälst du davon, wenn wir dort angeln?” meinte ich zu Achim. “Unsere Sachen haben
wir schnell wieder eingepackt und nach drüben sind es nur 3 Minuten mit dem Auto.” “Klar, können wir machen.” Gesagt, getan.
Kurze Zeit später saßen wir an diesem begehrten Platz. Hier am Wehr herrscht eine sehr starke Strömung und das Angeln dort ist
nicht gerade leicht. Ich hatte aber kein Problem meine Rute bis vor die Sandbank zu werfen. Als 2. Rute entschied ich mich für
meine 5m lange Stellrute mit Posenmontage. Links von mir raubte ein Fisch und ich hatte die stille Hoffnung, dass er meinen
Köder, der dort hintrieb, vielleicht nehmen würde. Achim saß bzw. stand direkt am Kraftwerk und blinkerte. Später „blinkerte“ er
auch mit einem Köderfisch am System, wie wir es bei den Einheimischen gesehen hatten. Und tatsächlich fing Achim auch einen Zander damit, aber leider handelte es sich wieder nur um ein relativ kleines Exemplar.
Am nächsten Tag (Samstag, 26.6) waren wir an der gleichen Stelle wie tags zuvor. Auch an diesem Tag blinkerte Achim. Wir waren etwa eine Stunde da, als er mir zurief, daß er einen großen Fisch am Haken hätte. Ich rannte sofort zu ihm hin und sah, wie
sich die Rutenspitze bog. Einen Moment später war der Fisch jedoch wieder ab. Wir waren beide enttäuscht und rätselten, um
was für ein Exemplar es sich wohl gehandelt haben könnte. Achim meinte, dass es gut ein Waller gewesen sein könnte. Aber das
werden wir wohl nie erfahren. Alles, was Achim an diesem Tag an den Haken ging, war eine Eidechse.
Er hatte die kleine Rute, mit der wir zuerst immer die Köderfische fingen, hinter sich an die Wand gestellt. Den Haken, auf dem 2
Maden hingen, hatte er noch nicht abgemacht. Er beobachtete schon einige Zeit eine Eidechse und wunderte sich, dass sie nicht
davon lief. Beim näheren Hinsehen bemerkte er, dass sie den kleinen Haken im Maul hatte. Das Eidechsen auch Maden fressen
war uns bis dahin neu. Gegen 20.35 Uhr hörte ich ein leises Bimmeln meines Glöckchens, welches dann immer lauter wurde. Ich
schaute zur Rutenspitze und sah, daß sie sich immer wieder Richtung Wasser neigte. Ob da wohl wieder Barsche an dem
Wurmbündel knabbern, dachte ich. Dann nahm ich kurzerhand die Rute hoch und schlug an. Vorsichtig drillte ich den Fisch zum
Ufer und staunte, daß es sich dieses Mal um keinen Barsch sondern um einen Zander handelte. Aber wieder war es nur ein
kleineres Exemplar. Wo die Kleinen sind, da müssen doch auch die Großen sein. Immer wieder warf ich meine Köder aus, aber es ging kein Kapitaler mehr an den Haken. Als es dunkel war packten wir ein.
Vom Fußballspiel Schweden gegen Niederlande haben wir nicht alles gesehen. Wir waren kurz vor Spielende zurück und
verfolgten mit Spannung das Elfmeterschießen. Bisher waren alle „Favoriten“ (Deutschland, England, Frankreich und Italien) ausgeschieden und ich hätte den Schweden einen Sieg gegönnt. Leider verloren sie 4:5.
Inzwischen waren wir beide ein bisschen vom Angeln enttäuscht, darum beschlossen wir am Sonntag (27.6.) eine „Angelpause“ zu machen und nach Regensburg zu fahren. Bei strahlendem Sonnenschein bummelten wir ein wenig durch die alten Gassen. Auf
einem großen Platz spielte eine Band, der wir eine zeitlang zuhörten. Dann gingen wir über die steinerne Brücke und auf der
eisernen Brücke zurück zum Parkplatz. Es war schon morgens so heiß, dass ich mich entschloss barfuss in halboffenen Schuhen zu
laufen. Leider war das keine gute Idee gewesen, denn nach einer Stunde bummeln hatte ich mir an jedem Fuß eine Blase gelaufen.
Ich zog mir zwar zwischendurch die Schuhe aus um barfuss zu laufen, aber das war auch keine Lösung, denn das Straßenpflaster war sehr heiß. Ich war froh wieder im Auto zu sitzen.
Eigentlich wollte ich in Regensburg noch ein Eis essen, aber da ich kaum laufen konnte, fuhren wir zurück nach Regenstauf um
hielten dort bei der Eisdiele. Wir saßen unter einem Sonnenschirm und hatten gerade unser Eis gegessen, als es zu regnen anfing.
Schnell rannten wir zu unserem Wagen und fuhren zurück nach Ramspau. Abends verfolgten wir mit Spannung das EM Spiel
Tschechien – Dänemark. Bei jedem Tor, das die Tschechen gegen Dänemark schossen, gossen wir uns einen Obstler ein. Und das waren immerhin 3!
Montagmorgen sagte ich zu Achim, dass ich nur dann angeln würde, wenn wir wieder zu der Stelle ans Wehr fahren würden, wo wir eine Woche vorher gesessen und er den kleinen Hecht gefangen hatte. Noch während Achim schlief war ich zur
Touristeninformation gegangen und hatte für uns für die nächsten 2 Tage Angelkarten geholt.
Achim wäre gerne wieder an den Platz gefahren, wo ich ins Wasser gefallen war. Aber um dorthin zu gelangen muss man immer
so weit laufen und schleppen. Dazu hatte ich keine Lust. Er gab nach und gleich nach dem Mittagessen saßen wir am Wasser. Ich
weiß nicht warum, aber ich war mir sicher, dass uns heute ein großer Fisch an den Haken gehen würde. Und so war es dann auch
. Um 14.35 hörte ich Achim rufen: „Ich habe einen! Dieses Mal ist es ein großer! Komm mal rüber und bring den großen Kescher
mit!“ Sofort war ich bei ihm. Ein Fisch hatte auf ein Wurmbündel (Dendrobena) gebissen. Wir waren beide sehr gespannt, um was
für einen Fisch es sich wohl handeln würde. Endlich hatte Achim ihn so weit am Ufer, dass wir erkennen konnten, um was es sich
handelte. Ein Karpfen! Er kämpfte sehr und immer, wenn ich glaubte ihn keschern zu können, haute er wieder ab. Es dauerte fast
eine Viertelstunde bis Achim ihn so weit gedrillt hatte, dass seine Kräfte nachließen und ich ihn keschern konnte. Mit seinem
dicken orangen Schmollmund sah er richtig niedlich aus. Wenn es auch dieses Mal wieder kein Waller war, so war es doch
endlich einmal ein Fisch, den man vorzeigen konnte! Er hatte immerhin eine Länge von 67 cm und brachte gute 7,5 kg auf die Waage.
Sofort schrieb ich meiner Tochter eine SMS: „Endlich! Achim hat einen Schuppenkarpfen von 67 cm gefangen. Vielleicht klappt
es bei mir ja auch mal.“ Aber an diesem Tag passierte nichts mehr. Abends sagte ich zu Achim: „Na, war doch eine gute Idee von
mir, dort zu angeln. Wenn wir wo anders gewesen wären, hättest du nicht den dicken Karpfen gefangen!“ „Aber vielleicht einen
Waller“, war seine Antwort. „Den kriegst du bestimmt noch“, meinte ich, aber es klang nicht überzeugend.
„Lass uns heute noch mal da hin“, sagte ich zu Achim am nächsten Morgen (29.6.). „Ich möchte auch einen Karpfen fangen. Den Traum von einem Wels habe ich inzwischen aufgegeben.“ Doch ich fing keinen Karpfen. Meinen Maisköder ließen sich ein großes
Rotauge und eine kleine Feldmaus schmecken. Die kleine Maus schnüffelte zuerst an meinem Rucksack, kletterte hinauf und
wollte sich gerade über meine Schokoladenkekse hermachen, als ich sie wegscheuchte. So nicht mein Freund! Einen Moment
später war sie schon wieder da und hupps saß sie auf der Dose mit dem Mais. “Na, gut”, dachte ich. “Die darfst du dir einverleiben. Die Fische hier mögen es sowieso nicht.”
Auf Achims Wurmbündel bissen an diesem Angeltag ein Barsch und eine Güster. Wieder kein Waller! Sch…ade.
Als wir uns tags zuvor neue Tauwürmer von Helmut geholt hatten, hatten wir uns noch einmal für die Privatstrecke am Mittwoch (30.6.) entschlossen. Es war so heiß an diesem Tag, dass Achim mittags erst einmal ein paar Runden im Swimmingpool schwamm
. Das Wasser hatte immerhin eine Temperatur von 28°. Während Achim sich im Wasser tummelte, packte ich schon alle Sachen zusammen, die wir an den Fluss mitnehmen wollten.
Gegen 14 Uhr saßen wir am Wasser. Abends kam auch Helmut und schaute uns ein wenig beim Angeln zu. Gerade als beide sich
unterhielten, piepste Achims Bissanzeiger und der Fisch zog Schnur von der Rolle. Sofort schlug Achim an und wie schon so oft ging der Fisch kurz vorm Ufer ab. Es sollte einfach nicht sein.
Da ich unser Kofferradio in der Wohnung hatte stehen lassen, verfolgte ich zwischendurch das Halbfinale Portugal gegen
Niederlande im Autoradio. Schon in der ersten Halbzeit führte Portugal 1:0. Ich hätte mir gerne die 2. Halbzeit im Fernsehen
angesehen, aber Achim hatte immer noch die Hoffnung, wenn nicht einen Wels, dann wenigstens einen großen Zander oder Hecht
an den Haken zu bekommen. Aber daraus wurde nichts. Als wir endlich nach Hause fuhren hatte Portugal die Niederlande mit 2:1 besiegt.
Am Donnerstag gingen wir nicht mehr zum Angeln, denn am nächsten Morgen hieß es die Heimreise antreten. Ich wollte gerne noch einmal nach Marienthal zum Essen. Die Luft war zwar warm, aber es gab immer wieder kurze Schauer und so waren die
Tische im Biergarten nicht gedeckt. Wir setzten uns in den Gasthof und bestellten uns ein Hefebier. Während wir auf das Essen
warteten, schauten wir uns ein wenig um. An den Wänden hingen zwei Köpfe von großen Welsen und der Kopf eines sehr
großen Zanders. Über der Theke hing ein Spruch: „Wenn du einen Tag glücklich sein willst, dann trink dir einen. Wenn du 3 Tage
glücklich sein willst, dann heirate. Wenn du 8 Tage glücklich sein willst, dann schlachte ein Schwein und verzehre es. Wenn du
immer glücklich sein willst, erlerne die Fischerei.“ Im Großen und Ganzen hat der Dichter ja Recht, aber Achim und ich sind schon
über ein Jahr verheiratet und immer noch sehr glücklich. Diese Passage stimmt also nicht!
Von Marienthal fuhren wir weiter nach Burglengenfeld. Burglengenfeld liegt an der Naab. Unser Navigationsgerät führte uns in die
Stadtmitte, aber als ich das Schild „BURG“ las, sagte ich zu Achim: „Lass uns mal zur Burg hochfahren. Die würde ich gerne
besichtigen. Ich habe gelesen, dass es eine der größten der gesamten Oberpfalz ist.“ Das taten wir auch. Wir stellten unser Auto auf dem großen Parkplatz ab und gingen auf die Burg zu.
Das Burgtor stand weit offen und wir traten ein. Im Hof saßen ein paar Leute rum die etwas sonderbar dreinschauten. Wir
schlenderten etwas herum, als uns plötzlich jemand ansprach: „Sie dürfen hier nicht rein. Das ist Privat. Das ist hier eine
heilpädagogische Einrichtung.“ „Oh, Entschuldigung. Das wussten wir nicht. Wir gehen sofort wieder raus.“ Als wir zum Tor
kamen, war dieses jedoch abgeschlossen. Verdutzt schauten wir uns an. Dann gingen wir wieder in den Hof und fragten jemanden
, wie wir hier wieder raus kämen. „Da hinten gibt es noch ein Tor. Das ist auf.“ Gott sei Dank! Ich dachte schon, wir kämen aus
dieser Einrichtung nicht mehr raus. Ist ja noch mal gut gegangen. Schnell setzten wir uns in unser Auto und fuhren Richtung
Innenstadt. Ein bisschen saß uns der Schreck noch in den Knochen. In der Stadtmitte parkten wir am Straßenrand und schauten
uns ein wenig um. Auf dem Marktplatz stand ein Brunnen mit der Figur eines Georgs, der einen Drachen besiegt. Der Brunnen heißt deshalb auch „St. Georgs-Brunnen“. Er wurde im Juli 1995 aufgestellt.
Wir stiegen wieder ins Auto fuhren über die Naab. Ein paar Meter weiter hielten wir kurz an uns gingen zum Fluss. Auch in der Naab soll es große Waller geben. Aber ob man dort besser fängt?
Als wir wieder in Ramspau waren, habe ich nach gelesen, Später dass auf dem Burggelände seit 1968 das private heilpädagogische Zentrum der Familie Heuser für Kinder und Jugendliche betrieben wird. Wenn man die Burg besichtigen möchte,
dann hat man (nach vorheriger Anmeldung) samstags dazu Gelegenheit. Gegen Abend saßen wir noch einmal mit unseren Vermietern zusammen und tranken ein Bier. Zum Abschied hatten wir Christa
eine Orchideenpflanze mitgebracht, worüber sie sich freute. Auch sie hatte ein Abschiedsgeschenk für uns: Ein Bierseidel mit einer Ansicht von Ramspau und eine Bierzeitung.
Oerlinghausen, den 10.07.2004
Schöner Sennesee, was ist aus dir geworden?
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Ich erinnere mich noch sehr gut, wie glücklich Achim und ich waren, als wir dem ASV Dalbke beitraten. Endlich hatten wir zwei
Gewässer (Sennesee und Südstadtteich) ganz in der Nähe unserer Wohnung. Wenn wir mal spontan angeln wollten, brauchten wir
nicht erst eine 50 km mit dem Auto fahren. Doch die letzten Tage haben uns das Angeln am Sennesee sehr vermiest. Und nicht nur das: Wir kamen auch kaum noch dazu.
Die ganze letzte Woche gab es tagsüber Temperaturen über 30°C und auch nachts gingen sie auf höchstens 18 °C zurück.
Verständlich, dass viele Menschen nach Abkühlung suchten. Da kam ihnen ein See natürlich entgegen. Vor allem kostet er keinen Eintritt, wie sie ihn in den Badeanstalten zu zahlen hätten.
Der Sennesee gilt nicht nur bei den Ansässigen als „Geheimtipp“. Auch viele Jugendliche und Erwachsene aus der weiteren
Umgebung kommen hierher und das, obwohl überall Schilder darauf hinweisen, das Campen, Lagern, Baden und Grillen
verboten sind. Aber das wird einfach ignoriert. Wo kein Wächter ist, da ist auch kein Kläger – meinen sie. Immer wieder haben
wir und andere Vereinsmitglieder in unserer Freizeit Kontrollgänge durchgeführt und die Leute aufgefordert den Uferbereich nicht zu betreten.
Trafen wir sie an und wiesen sie auf das Bade- und Liegeverbot am See hin, bekamen wir Ausreden wie: „Wir wussten nicht, das
wir hier nicht liegen bzw. baden dürfen“ oder „Wir haben kein Schild gesehen“ oder auch „Ich darf mich doch wohl einmal kurz abkühlen“ zu hören.
Einige Besucher sind zwar einsichtig und packen nach Aufforderung sofort ihre Sachen, andere kommen der Aufforderung, den
Platz zu verlassen, nur zögern nach und lassen sich beim Zusammenpacken ihrer Sachen viel Zeit, in der Hoffnung, dass sie doch
noch bleiben können, wenn die Kontrolleure weitergegangen sind. Wieder andere packen recht schnell ihre Sachen um sich einige Zeit später an der gleichen oder einer anderen Stelle erneut niederzulassen.
Dann gibt es noch eine andere Kategorie von Menschen. Sie kommen der Aufforderung erst gar nicht nach. So zum Beispiel
Samstag vor ca. 2 Wochen. Ein Pärchen hatte sich nackt im Laichschongebiet gesonnt und war auch trotz meiner Aufforderung
nicht bereit den Platz zu räumen. Stattdessen sagte der Mann zu mir: „Was wollen Sie von uns? Wir baden hier nicht, wir sonnen
uns, wie Sie sehen können. Und wer sind Sie überhaupt?“ Als ich es ihm sagte, dass der See vom ASV Dalbke gepachtet und
auch Sonnen am Ufer nicht gestattet sei, wollte er mit mir eine Diskussion über den Begriff „Ufer“ führen. Seine Worte: „Erklären
Sie mir mal, wo hier das Ufer anfängt und aufhört. Und überhaupt. Ihr mit euren blöden Angelvereinen! Alles wollt ihr alleine
haben. Verschwinden Sie hier. Sie nehmen mir die Sonne.“ Auch meine nochmalige Aufforderung den Platz zu verlassen ignoriert
er. Selbst als ich sagte, dass ich die Polizei rufen würde, störte ihn das nicht. Erst als einige Zeit später tatsächlich Polizeibeamte erschienen, kamen sie und viele andere Badegäste auch der Aufforderung nach.
Letzten Samstag wurde es noch schlimmer: Eine Horde Jugendlicher hatte nicht nur nachts am See gelagert, sie hatten auch ein
Grillfest gefeiert. Um ein Feuer zu machen hatten sie den Zaun des Verpächters beschädigt, die Pfähle herausgerissen und diese
kurzerhand zu Kleinholz gemacht um sie dann zu verbrennen. Sie unternahmen auch noch den Versuch, das Holz, welches hinter
dem Haus des Verpächters lagerte, anzuzünden. Als der Verpächter am nächsten Tag das Malheur sah, unterrichtete er den
Vorstand des ASV Dalbke. Die Inspektion des „Grill- und Badeplatzes“ ließ uns gestern bei unserem Rundgang um den See die
Hände über den Kopf zusammenschlagen. Zwar hatten die Jugendlichen ihren mitgebrachten Abfall in eine gelbe Tüte getan, diese
jedoch – vielleicht im Suff – anschließend wieder zerstört. Nun lag der Abfall in einem großen Kreis verstreut auf dem Boden. Um
den ganzen See herum liegen Flaschen, Dosen, zerrissene Handtücher, Zeitungen etc. – jeden Spaziergänger bietet sich ein Bild des Grauens!
Sogar vor dem eingezäunten Vereinshaus machten die Jugendlichen nicht halt. Entweder schwammen sie quer durch den See, um
dann den Steg am Haus als Sprungbrett zu benutzen oder aber sie klettern – wie gestern geschehen – einfach über den hohen
Zaun und sonnten sich auf der Terrasse des Vereinshauses. Dass sie damit Hausfriedensbruch begingen, kam ihnen gar nicht in
den Sinn. Auch gegen diese Jugendlichen wurde Anzeige erstattet, wie auch gegen mehrere Badende, die letzte Woche erwischt wurden.
Ich könnte noch etliche solcher Beispiele aufführen. Vor einer Woche lag ein kaputter Fernseher im Uferbereich und auf dem Parkplatz hatte jemand einen toten Hasen abgelegt, den er somit umsonst erschossen hatte.
Am Ende des Sees gibt es einen großen Platz, auf dem die Spaziergänger und auch die Angler ihre Wagen abstellen. Vor einigen
Tagen wurde dort Müll entsorgt. Nicht nur halbvolle Kanister mit diversen Malerfarben liegen dort herum, auch eine beschmutzte
Hose und Jacke wurde dagelassen. Einige Tage vorher lag am Ufer ein Fernseher, den jemand inzwischen aber wieder mitgenommen hat.
Als Pächter des Sees ist unser Verein nicht nur dafür verantwortlich, es liegt auch in unserem eigenen Interesse, dass der vorhandene Müll entsorgt wird.
Um es gelinde auszudrücken: Es kotzt mich an, meine Freizeit damit zu verbringen, den Dreck fremder Leute wegzuräumen.
Trotz alle dem lassen wir uns nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Unsere Kontrollgänge werden noch mehr verstärkt und es wird
auch, sobald jemand am oder im Wasser gesichtet wird, sofort die Polizei gerufen und Strafanzeige erstattet. Für diejenigen, die erwischt werden, wird es ein teurer Badespaß!!!
Die schönen weißen „Strände“ werden wir evtl. mit schwarzem Mutterboden auffüllen und anschließend darauf Weiden pflanzen.
Außerdem, so ist es geplant, sollen besonders „ansprechende“ Flächen jetzt eingezäunt werden. Das bedeutet für uns Angler, dass
wir dann dort auch nicht mehr hinkönnen. Aber wir sehen keine andere Möglichkeit uns zu wehren.
Oerlinghausen, den 13.08.2004
hier gehts weiter zum 3.Teil Angelerlebnisse 2004..........
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