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Angelerlebnisse 2003
Teil 1
Welch eine Freude!
Eigentlich sollten hier ja nur Berichte über meine Angelerlebnisse stehen. Heute mache ich mal eine Ausnahme, indem ich schon vorab etwas mitteile, nämlich, dass wir heute unseren
Urlaub gebucht haben. Natürlich wird es wieder ein Angelurlaub – was auch sonst! Aber dieses Mal geht es nicht ins Altmühltal nach Bayern. Nein, ganz woanders hin. Wir fahren nach Schweden!!!
Wir haben dort vom 26. April bis zum 14. Mai 2003 ein Ferienhaus mit Kamin und Sauna, und – was wohl noch viel wichtiger ist mit Bootsanleger! – gemietet. Dort werden
wir uns dann, das ist ja wohl klar, natürlich auch ein Boot mieten, um dann auf dem Åsnen See den großen Hechten auf den Leim zu gehen. (Hoffentlich werde ich nicht seekrank!) Du glaubst daraus wird nichts? Ich
habe nicht die richtige Ausrüstung? Nicht den richtigen Köder? Und überhaupt, kenne ich den See nicht?
Nun ja, wenn das deine Meinung ist, dann sei doch bitte so lieb und teile mir deine Erfahrungen mit. Vielleicht warst du ja selber schon einmal dort. Ich würde mich über einen Tipp sehr
freuen.
Und wenn du Schweden auch noch nicht kennst und jetzt auch noch neugierig bist wo genau wir denn hinfahren werden, dann klick dich doch mal rein:
Hier erfährst du dann mehr:
PRAXIS HECHT
Die Hechtpose taucht ab wie von einem Hammerschlag getroffen. Federt noch einmal zur Oberfläche und huscht dann seitlich
nach unten. Ein paar Sekunden folgen Ihre Augen der orangeroten Pose unter Wasser – dann ist sie von der Tiefe verschlungen:
Irgendwann klappen Sie den Bügel um, reißen die Rute nach oben. Mächtiger Widerstand! Für Sekunden pulsiert die Rutenspitze.
Aber dann: Die Schnur erschlafft, der Köderfisch gleitet Ihnen entgegen. Kommt Ihnen das bekannt vor?
Natürlich gibt es keine Methode, bei der jeder Anhieb garantiert sitzt. Aber es gibt viele Kniffe, die Zahl der Fehlbisse zu
reduzieren. Ich verspreche Ihnen, dass Sie mit den folgenden Tricks acht, manchmal auch neun von zehn (mäßigen) Hechten haken.
Blitz oder Zigarette
Ob Ihr Anhieb erfolgreich ist, hängt besonders vom Zeitpunkt ab. Es gibt dazu drei grundlegende Überzeugungen:
• Blitz-Anhieb: Vor allem englische Angler geben dem Hecht zwischen drei und zehn Sekunden – dann schlagen sie an.
• Flucht-Anhieb: In Deutschland wartet man nach dem Biss meistens ab, bis der Hecht das erste Mal anhält, um den Köderfisch
im Maul zu drehen. Wenn er dann weiter schwimmt, wird angeschlagen.
• Zigaretten-Anhieb: Manche Angler, vor allem ältere, rauchen nach dem Biss erst mal ein, zwei Zigaretten. Sie warten also gut
zehn Minuten, damit der Hecht den Haken beim Anhieb auch ganz sicher im Maul hat.
Welcher Anhieb bringt nun am wenigsten Fehlbisse? Die Antwort wird Sie erstaunen: Es kommt gar nicht so sehr auf den Zeitpunkt an, sondern auf die Situation und die Montage!
Ein Beispiel: Der Blitz-Anhieb wird immer versagen, wenn Sie einen großen Köderfisch nur an einem Drilling im Maul montiert
haben. Der Hecht packt den Köderfisch in der Mitte, dass Maul kommt mit dem Drilling gar nicht in Berührung. Das spricht nicht gegen den Blitz-Anhieb – aber gegen Ihre Montage.
Umgekehrt ist eine Zigaretten-Pause dem Erfolg nicht dienlich, wenn Sie eine Laube von 15 Zentimetern an drei Drillingen
anbieten. Bei einem vorsichtigen Hecht besteht die Gefahr, dass er vom Köder ablässt; die Drillinge stören ihn schon beim Biss,
spätestens aber beim Drehen des Fisches. Ein gieriger Hecht dagegen kann zu tief schlucken.
Gut kombiniert
Ihr Erfolg beim Anhieb hängt wesentlich von der Montage ab. Gehen wir die drei Anhiebs-Varianten unter diesem Aspekt durch.
Der Blitz-Anhieb ist nur unter einer Voraussetzung erfolgreich: Der Hecht muss, wenn er Ihren Köder ins Maul nimmt, garantiert
auf (mindestens) einen Haken beißen. Bei einem kleinen Köderfisch, der von einem großen Hecht genommen wird, ist das kaum ein Problem – der Köder verschwindet fast automatisch „mit einem Bissen“ im Maul.
Aber wie steht es mit größeren Köderfischen, zwischen 15 und 25 Zentimetern? Fast immer packt der Hecht einen größeren
Köder zwischen Brust- und Afterflosse. Sitzt der Haken nur im Maul des Köderfisches oder unter seiner Rückflosse, kann er kaum fassen.
Das bedeutet: Sie müssen Ihren Köderfisch mit zwei, besser sogar drei Drillingen spicken. Eine bewährte Montage beim
Grundangeln: Der erste Drilling sitzt am Schwanz, der zweite in der Mitte der Flanke, der dritte kurz vorm Kopf. Mit einer Garnwicklung am Schwanz können Sie die Montage sichern.
Haltung bewahren
Beim Posenangeln sollte der Köderfisch im Wasser eine natürlich Schwimmhaltung einnehmen. Am besten verwenden Sie ein
System, bei dem ein „Halte-Haken“ oben unter der Rückenflosse sitzt, zwei Drillinge links und rechts an der Flanke. Ich platziere
diese Drillinge aber nicht parallel, sondern seitlich versetzt – einen dichter beim Kopf, den anderen dichter beim Schwanz. Das senkt die Fehlbiss-Quote enorm.
Wählen Sie die Drillinge nicht zu groß. In England gilt ein 4er Drilling als groß; üblich sind die Größen 6 und 8. Natürlich müssen
es stabile Haken sein, damit sie auch einen harten Drill überstehen. Der „Blitz-Anhieb“ ist mit dieser Montage absolut erfolgreich,
allerdings sollten Sie den Blitz nicht zu wörtlich nehmen: Wenn Sie zehn statt drei Sekunden warten, hängt der Hecht besser – und hat dennoch nicht geschluckt.
Gestoppte Flucht
Der Flucht-Anhieb ist dann die richtige Wahl, wenn Sie einen Köderfisch über 15 Zentimetern an nur einem Drilling oder
Einzelhaken anbieten. Das empfiehlt sich, wenn Sie beispielsweise mit der treibenden Pose dicht am Grund oder an Hindernissen fischen. Jeder zusätzliche Haken würde hier Hänger provozieren.
Im Unterschied zur „Blitz-Montage“ müssen Sie für den Flucht-Anhieb große Haken wählen; mindestens Größe 4 (bei 15
Zentimetern), besser aber Größe 2 oder 1 (ab 20 Zentimeter). Der Hecht flüchtet ein Stück mit Ihrem Köderfisch und dreht ihn
dann im Maul, um ihn Kopf voran zu schlucken. Beim Anhieb könnte ein kleiner Haken vom Köderfisch gewissermaßen „verdeckt“ werden. Aber ein großer Haken wird fassen.
Der Hecht schluckt den Kopf des Köders zuerst, das heißt: Wenn Ihr Haken im Maul des Köderfisches platziert ist, kann er
früher anfassen. Vor allem bei trägen Winterhechten ist das ein Vorteil; sie schlucken oft wie in Zeitlupe. Ursache für viele Fehlbisse: Der Haken in der Körpermitte ist beim Anhieb noch gar nicht im Maul.
Maul im Vorteil
Ich ziehe bei Maulköderung einen großen Einzelhaken vor, beim Haken im Rücken einen großen Drilling. Ich habe oft erlebt, dass
ein Hecht einen Köderfisch mit großem Drilling am Maul lostgelassen hat. Wahrscheinlich behindert ihn der Drilling, wenn er den Fisch gedreht hat und ins Maul nehmen will.
Generell hat die Maulköderung den Vorteil, dass sich der Köder damit aktive fühlen läßt. Wenn Sie ihn an der Pose oder beim
Grundangeln zupfen, nimmt er eine natürlich Schwimmhaltung ein. Der Drilling im Rücken hält besser bei Weitwürfen.
Der Flucht-Anhieb wird gesetzt, wenn der Hecht nach der ersten Pause wieder in Fahrt kommt. Was aber, wenn er erst gar keine Pause einlegt?
Zwei Antworten: Es gibt Hechte, die 50 Meter Schnur von der Rolle wirbeln, bevor sie anhalten, gerade beim Angeln mit
Köderfisch von über 20 Zentimetern. Manchmal werden diese Räuber, wie Taucher beobachtet haben, von futterneidischen
Artgenossen verfolgt. Schlagen Sie niemals panisch an, nur weil 30 Meter Schnur von der Rolle sind – das führt nur zu klassischen Fehlbissen.
Oft dauert es vier, fünf Minuten, bis der Hecht anhält und den Fisch dreht. Warten Sie diese Pause und die folgende Flucht ab.
Nach dem Anhieb werden Sie sehen: Ihr Haken sitzt (meiste) im Maulwinkel.
In seltenen Fällen haben solche „Panik-Fluchten“ allerdings einen konkreten Grund: Der Hecht hat bereits auf den Haken gebissen
, sich selbst gehakt, und nun zischt er ab wie ein Karpfen am Festblei.
Solche Fische erkenn Sie daran, dass sie deutlich schneller davon stürmen als andere Hechte. Geben Sie in diesem Fall nicht mehr
als 50 Meter Schnur. Falls der Hecht bis dahin keine Pause einlegt: anschlagen! Diese Fische hängen zwar oft ganz spitz, aber daran würde sich auch durch längeres Warten nichts ändern.
Einladung zum Schlucken?
Und wie steht es mit dem dritten, mit dem Zigaretten-Anhieb? Sind zehn Minuten Wartezeit nicht eine unweidmännische
Übertreibung, die den Hecht zum tiefen Schlucken einlädt? Tatsächlich ist diese Wartezeit viel zu lang, wenn die Hechte hungrig
sind. Dann schlucken sie Köder und Drilling bis in den Magen und stürmen in ein Hindernis, so dass sie kaum mehr zu landen sind.
Aber es gibt auch Situationen, in denen lange Wartezeiten nötig sind. Zum Beispiel, wenn Sie in sehr kaltem Wasser mehrere
Bisse hatten, aber mit dem „Flucht-Anhieb“ erfolglos geblieben sind. Dann ist es ratsam, dem Hecht mehr Zeit zu geben.
Es kann sogar passieren, dass ein Anhieb nach 15 Minuten noch erfolglos ist – obwohl die Biss-Spuren auf dem Köderfisch
verraten, dass er locker ins Maul gepasst hätte. In solchen Fällen kann eine (verlängerte) Zigarettenpause erfolgreich sein. Zumal dann, wenn sich der Hecht nach dem Biss kaum vom Fleck bewegt.
Und doch hat das lange Warten einen Nachteil: Oft lassen träge Hechte den Köderfisch vor dem Anhieb wieder fallen. Der
Königsweg auf Winterhechte: Spicken Sie den Köderfisch mit mehreren Drillingen – und setzen Sie einen Blitz-Anhieb. Auch der
trägste Hecht kommt nicht umhin, den Köder ins Maul zu nehmen, wenn er ihn fressen will.
Anhieb frei
Noch eine entscheidende Frage. Wie gut kommt Ihr Anhieb durch?
Das hängt davon ab, wie stark Sie anschlagen, mit welcher Technik und auf welchen Entfernungen. Zudem spielen die Dehnung
der Schnur und die Aktion der Rute eine Rolle. Zur Stärke und Technik des Anhiebs: Schlagen Sie erst an, wenn Sie wirklich
Kontakt mit dem Hecht haben. Senken Sie die Rute, kurbeln Sie etwas Schnur ein, liften Sie – vorsichtig! – eventuelle Bögen.
Dann lassen Sie den Hecht in die Rute laufen, bis sich einmerklicher Widerstand aufbaut.
Jetzt reißen Sie die Rute schwungvoll hoch. Lassen Sie es an Kraft nicht fehlen, Ihr Drilling muß sich aus dem Köderfisch lösen
und in das harte Hechtmaul dringen. Wiederholen Sie den Anhieb, bis Sie den Widerstand des Hechtes spüren. Manchmal sind drei bis vier Anhiebe nötig.
Wann immer es möglich ist, sollten Sie die Entfernung zwischen sich und dem Hecht vor dem Anhieb verringern. Ist der Hecht am
Ufer entlang gewandert oder angeln Sie vom Boot aus: Nehmen Sie die Verfolgung auf, holen Sie die lockere Schnur ein und schlagen Sie aus der Nähe an.
Richtige Dosis
Doch Vorsicht: Wenn Sie nur ein paar Meter vom Fisch entfernt sind, müssen Sie die Wucht des Anhiebs dosieren – sonst könnte bei einem kapitalen Hecht die Schnur reißen.
Was Ihnen jetzt zum Erfolg noch fehlt, sind eine Rute mit harter Spitze und eine Schnur mit nicht zu großer Dehnung. Die meisten
Köderfischruten sind zu weich, mit einer etwas härteren Spinnrute fahren Sie besser. Ob Sie mit monofile oder geflochtene
Schnüre fischen, macht bei dehnungsarmen Marken kaum einen Unterschied. Das haben unsere Redakteure in einem Praxis-Test
herausgefunden: Beide Schnurarten übertragen auf den Haken fast eins zu eins, was die Rutenspitze vorgibt – eine gute
Voraussetzung für Sie, um beim Hechtangeln mit Köderfisch erfolgreich zu sein. Und war auf Anhieb!
Dieser Bericht stammt aus der Zeitschrift „Blinker“ 05/02 und wurde von Uli Beyer verfasst.
Auf zu neuen Ufern
Die Sonne meinte es seit einigen Tagen so gut mit uns, dass wir unbedingt wieder einmal einen Tag am Wasser verbringen wollten.
Am Samstagmittag packten wir unsere Angelsachen und fuhren nach langer Zeit einmal wieder an die Weser. Die Zeit fürs
Raubfischangeln war hier zwar vorbei (Schonzeit vom 1.1. bis 30.6.!!), aber es gibt ja noch mehr bzw. andere Fische in der
Weser. Also versuchten wir unser Glück auf Barbe. Eigentlich hatten wir es auch nicht erwartet, einen Fisch an den Haken zu
bekommen, denn schließlich gibt es noch Nachtfröste und das Wasser ist dementsprechend sehr kalt. Aber wer nicht wagt, der
nicht gewinnt. Kurz: Wir haben es gewagt, aber nichts gefangen. Alles in allem war es trotzdem ein schöner warmer Tag und es
wurde uns keineswegs langweilig. Kurz nachdem wir an unserer Angelstelle angekommen waren, gesellten sich andere Angler, die
jedoch keine Ausrüstung dabei hatten, zu uns um ein bißchen mit uns zu plaudern. So erfuhren wir u.a. von einer guten
„Barbenstelle“, die etwas weiter von unser jetzigen liegt. Diese wollen wir demnächst einmal aufsuchen.
Es war schon leicht dämmerig, als von rechts ein riesiger Schwarm Wasserhühner auf uns zu kam. Normalerweise schwimmen sie
recht nah am Ufer entlang, aber da unsere 4 Schnüre im Wasser lagen, trauten sie es sich nicht. Die ersten 50 nahmen sich nach
mehreren Anläufen ein Herz und schwammen bzw. flogen dann doch vorbei. Die anderen drehten erst einmal wieder um. Dann
fassten wieder einige den Mut und schwammen in einem großen Bogen ebenfalls an uns vorbei. Die ganze Prozedur dauerte fast
eine Stunde, bis endlich alle (schätzungsweise) 200 Wasserhühner das „Hindernis“, sprich unsere Ruten mit den Schnüren, umschwommen hatten.
Wir blieben bis ca. 19.30 Uhr, ohne das wir eine Meldung hatten. Dann wurde es uns einfach zu kalt. Die Rollen gingen schon
recht schwer, denn es hatten zu frieren angefangen. Also packten wir ein und fuhren nach Hause.
Am nächsten Morgen weckte uns erneut der schönste Sonnenschein. Mitte der Woche hatten wir endlich unsere „Kanalkarten“
vom LFV NRW bekommen. Wir überlegten uns, wo wir mit wenig Gepäck, d.h. jeder mit einer Spinnrute, hinfahren sollten. Die
Entscheidung fiel uns nicht leicht, denn es standen außerdem dem Dortmund-Ems-Kanal auch noch der Datteln-Hamm-Kanal, der
Rhein-Herne-Kanal und der Weser-Datteln-Kanal zur Verfügung. Wir entschieden uns für ersteren und fuhren in Richtung
Münster bzw. Hiltrup. Dort angekommen erwies sich das Angeln als sehr schwierig, denn es schwammen viele und vor allen
Dingen große Eisstücke auf dem Kanal. Also setzten wir uns wieder in unser Cabrio und fuhren weiter. In der Nähe von
Amelbüren hielten wir erneut an und versuchten dort am Kanal unser Glück mit Blinker und Twister. Das Wasser war fast eisfrei und auch gut zugänglich. Die Fische wollten jedoch auch hier nicht beißen.
Nachdem wir uns dort eine halbe Stunde aufgehalten hatten, entschlossen wir uns es einmal an der Lippe zu probieren. Also
fuhren wir nach Werne, genauer: nach Stockum bei Hamm. Trotz Karte des LFV war es nicht einfach, eine Straße zu finden, die
zum Lippeufer führte. Ein paar Einheimische sagten uns, dass wir schon auf dem richtigen Weg seien. Wir müssten nur die Straße,
die als Sackgasse bezeichnet war, weiterfahren, den Dortmund-Hamm-Kanal überqueren und schon sähen wir die Lippe. Und so
war es auch. Auf einem LFV ausgeschilderten Parkplatz parkten wir und gingen runter zur Lippe. Das war ein Flüsschen, wie ich
es mir immer gewünscht hatte. Schon kurvig und nicht so breit wie die Weser. In der Lippe, so hatten wir übers Internet
herausgefunden, werden am meisten Aale, Rotaugen und Karpfen gefangen. An 2. Stelle stehen Döbel, Gründling und Hecht.
Letzterer unterlag jedoch gerade der Schonzeit (15.2. – 30.4.). Aber wir wollten ja auch keinen Hecht fangen (das behalten wir
uns für unseren Schwedenurlaub vor), sondern es auf Barsch oder Zander versuchen, die ebenfalls in der Lippe vorkommen sollen, wenn auch „nur“ an 3. Stelle.
Zuerst versuchte ich es mit einem schönen bunten Twister. Dann montierte ich eine Pose an die Rute, öffnet den Bügel und ließ sie
treiben. Aber auch das brachte uns nichts ein. Kein Fisch hatte zu dieser Jahreszeit Appetit auf Würmer, Maden oder Kunstköder
. Zwei „Schneidertage“ hintereinander haben wir bisher noch nicht erlebt. Doch was soll’s! Alles in allem war es ein schöner Tag
und wir haben schon einmal neue Ufer kennengelernt. Uns steht ja noch das ganze Jahr zur Verfügung. Jetzt freuen wir uns erst
einmal auf Anangeln am 15. März am Gevattersee II in Minden. Hoffentlich wissen das die Forellen auch!
Oerlinghausen, den 24.02.03
Die Fische beißen wieder – die Saison ist eröffnet
So langsam könnte sich aber am Wasser mal wieder etwas tun, dachte ich. Schließlich schien schon seit Wochen tagsüber die
Sonne und auch die letzten 3 Tage gab es keinen Nachtfrost mehr. Am Freitagnachmittag fuhren wir nach Feierabend zum
Sennesee, um zu nachzusehen, ob dort ein Angeln bald wieder möglich wäre. Vielleicht in 14 Tagen, im Moment war der ganze
See noch von einer, wenn auch schon recht dünnen, Eisschicht überzogen. Bei unserer Besichtigung trafen wir einen Angelkollegen
vom ASV Dalbke mit seinem Sohn. Auch sie waren ganz heiß darauf, endlich wieder Fische an die Rute zu bekommen.
Der Samstag war schon verplant, aber für den Sonntag hatten wir uns noch nichts vorgenommen. Also beschlossen wir unser
Glück einmal am Südstadtteich in Bielefeld-Sennestadt zu versuchen. Gegen 13 Uhr fuhren wir hin und schon bald waren unsere
Ruten im Wasser. Wir saßen vielleicht 10 Minuten dort, als uns ein Fischereiaufseher ansprach und unsere Papiere verlangte. Die
neuen haben wir noch nicht bekommen, sagte Achim zu ihm. Wir sind erst vor kurzem in den ASV Dalbke eingetreten. Dann sind
Sie hier aber falsch. Dieser Teich wird von dem Sennestädter Verein beangelt. Der Südstadtteich liegt auf der anderen Seite der
Straße, hinter dem Hochhaus. Oh, Gott. Wie peinlich. Wir waren der festen Überzeugung, dass es sich bei diesem Teich um den
Südstadtteich handeln würde und sind schon einige Male drum herum gelaufen, um uns schöne Angelplätze auszugucken.
Kurzerhand packten wir wieder unsere Sachen ein und fuhren zu der angegebenen Stelle. Tatsächlich gab es dort noch einen
Teich – und er gefiel uns viel besser, denn er lag etwas abseits und war gut zugänglich. Der „falsche“ Teich liegt direkt im S tadtgebiet an einer Bundesstraße. Bevor wir dieses Mal unsere Angelsachen auspackten, wollten wir ihn uns erst mal ansehen.
Am gegenüberliegenden Ufer saß schon der Angelkollege, den wir am Freitag am Sennesee getroffen hatten. Also war es der „richtige“ Teich. Als
wir an dem Kollegen vorbei kamen, fragten wir ihn, ob sich denn etwas täte. Nicht viel. Ich habe eben mal einen kurzen Zupfer gehabt, aber das war’s auch schon.
Wir gingen ein Stück weiter und bauten erneut unsere Ruten auf. Meine Grundrute beschwerte ich mit einem kleinen
Blei, als Köder kamen Rotwürmer und Maden an den Haken. An die Teleskoprute befestigte ich eine 1 g Pose mit einem 14er Haken und einer Made. Der Teich ist sehr
flach, höchstens 1,5 m tief und es dauerte etwas, bis ich die Pose auf die richtige Tiefe eingestellt hatte. Achim angelte mit der Schwingspitz- und Grundrute auf Grund. Er hätte gerne einen
Karpfen gefangen und deshalb als Köder Boilies genommen.
Zuerst sah es nach Regen aus, aber dann setzte sich wieder die Sonne durch. Gerade als ich meine Pose erneut auswarf, sah ich, wie der Angelkollege eine kleine Rotfeder landete
. Bei uns tat sich immer noch nichts – bis auf einige kleine Zupfer. Gegen 16 Uhr packte der Kollege seine Sachen ein. Er hatte nur 2 kleine Rotfedern gefangen. Er war gerade weg, als
meine Pose abtauchte. Na bitte, es geht doch! Sie beißen wieder. Ich holte die erste Rotfeder raus. Dann ging es Schlag auf Schlag. Kaum war eine neue Made dran und die Rute
ausgeworfen, tauchte auch schon die Pose ab und die nächste Rotfeder hing am Haken. „Ob es hier wohl auch Barsche gibt“, fragte ich Achim. Die Antwort bekam ich prompt,
denn der nächste Fisch war ein kleiner Barsch. Als es zu dämmern anfing, brodelte das Wasser nur so von Köderfischen. Auch die Karpfen machten sich nun bemerkbar. Aber so richtig in Fresslaune waren sie
doch noch nicht. Etwas später rüstete Achim seine Schwingspitzrute um und angelte nun mit einer durchsichtigen Wasserkugel. Auch er fing damit sofort mehrere Rotfedern.
Als wir gegen 18 Uhr einpackten, hatten wir 19 Köderfische gefangen und es wären bestimmt noch mehr geworden, wenn wir länger geblieben wären.
Oerlinghausen, den 03.03.03
Farbig fängt besser!
Auf der Messe „Jagd und Hund“ in Dortmund Ende Januar diesen Jahres hörten wir auch einen Vortrag von Uli Beyer. Wer ihn
nicht kennt: Uli Beyer ist als Raubfischspezialist bekannt und schreibt sehr interessante Berichte für den „Blinker“.
 Von ihm bekamen wir den Tipp, die toten Köderfische
in farbiges (wahlweise rotes, gelbes, grünes oder blaues) Krepp-Papier einzuwickeln. Die Farbe des Krepp-Papiers zieht in die Haut der feuchten Fische ein und färbt sie wunderschön. Anschließend werden sie in
den Gefrierschrank gelegt, bis sie als Raubfischköder gebraucht werden. Ein weiterer Tipp von ihm war der, die Fische in gefrorenem Zustand an den Haken oder die Köderfisch-Montage anzubringen. Also unbedingt darauf achten,
dass die Fische nicht schon aufgetaut sind, wenn man am Wasser angekommen ist!
Durch den gefrorenen Zustand behalten sie ihre Festigkeit (ein aufgetauter Köderfisch hält nicht so gut am Haken) und vor allen Dingen entfaltet sich ihr
typischer Geruch erst im Wasser und hinterlässt nicht schon eine „Geruchsspur“ beim Auswerfen.
Als wir gestern weitere Köderfische fingen, haben wir sie „eingefärbt“. Ob sie wirklich so gut fangen, wie Uli Beyer erzählte, werden wir leider erst in
Schweden feststellen können, denn zur Zeit haben die Räuber hier Schonzeit.
Oerlinghausen, den 06.03.03
Anangeln am Gevattersee II in Minden
Endlich war der heiß ersehnte Tag gekommen! So richtig behagte es mir zwar nicht, auch heute morgen wieder so früh aufstehen
zu müssen, aber was sein muss, muss sein. Schließlich begann das Anangeln um 7 Uhr und wir wollten wenigstens eine Stunde
vorher da sein, um einen guten Platz zu erwischen. Also starteten wir um 5.30 Uhr Richtung Minden.
Die Ruten hatten wir schon einen Tag vorher fertig gemacht, so dass wir gleich loslegen konnten. Am Mittwoch hatte Achim übers
Internet von einer Futtermischung gelesen, mit der Jemand eine Forelle von 1,3 kg gefangen hatte. Dieser Angelkollege hat zwar
kurz darauf mitteilen lassen, dass das angegebene Rezept nicht vollständig sei (es kämen noch gewisse Aromastoffe hinzu, die er
jedoch nicht verraten wollte), aber wir sind dann doch gleich in den Supermarkt und haben uns die Zutaten gekauft. Da wir nicht alles in passender Form bekamen, hieß es abends erst einmal einige der
Zutaten durch die Mandelmühle zu drehen. Als die Mischung fertig war, duftete sie so gut, dass ich sie am liebsten selbst probiert hätte. Aber das tat
ich dann doch nicht, schließlich sollte es eine Futtermischung für Fische sein. Wenn ich im Nachhinein so überlege, dann hätte ich sie eigentlich doch
probieren können, schließlich bin ich ein Fisch - vom Sternzeichen her. Doch nun gut, ich ließ es jedenfalls bleiben. Das Wetter meinte es einigermaßen gut mit uns. Es war zwar noch bitterkalt,
aber immerhin trocken. Vorsichtshalber hatte ich mir den Handwärmer mitgenommen - falls mir die Finger abfrieren sollten. Und natürlich eine Kanne Tee, dem ich mit Rum zu etwas mehr Geschmack verhalf.
Als wir am See ankamen, war es windstill und auch gar nicht so kalt. Unsere Freunde Willi und Christian waren schon dort und hatten für uns einen Platz reserviert. Zuerst hieß es einmal die Angelgeräte
auszupacken und die Ruten aufzubauen. Und dann begann das Warten auf den Startschuß. Alle 5 Minuten sah ich auf die Uhr,
denn ich konnte es kaum erwarten, meine drei Ruten auszuwerfen. Und dann war es soweit. Zuerst warf ich die Teleskoprute mit
der durchsichtigen Wasserkugel aus. Auf den 6er Forellenhaken hatte ich zwei Mehlwürmer L-förmig aufgezogen.
An die Grundrute hatte ich einem schwimmenden Sbirolino montiert und den 6er Forellenhaken mit einem orangegelben
Marshmellow bestückt. Ich wollte gerade meine dritte Rute, an der noch eine 10 Gramm Pose vom letzten Köderfischangeln hing,
rauswerrfen, als meine Wasserkugel abtauchte. Willi und Achim standen neben mir und meinten, ich müsste meine beiden Ruten reinholen und neu auswerfen, weil sie durch den Wind, der inzwischen aufgekommen war, weit nach rechts abgetrieben waren.
"Gleich, meine Wasserkugel ist gerade abgetaucht", antwortete ich und drillte sie langsam rein. Am Haken hing eine kleine, höchsten 300 g schwere Forelle. "Ich
habe mein Abendessen schon", meinte ich anschließend zu den Jungs. "Das ist aber eine kleine Portion", erwiderte Willi, "aber wir fangen ja gerade erst an. Wird
schon noch besser werden". Achim machte schnell ein paar Fotos und ich warf die Rute wieder aus. Inzwischen war ein dicker Nebel aufgekommen und es wurde immer
windiger. Die angenehme Temperatur, die noch morgens zwischen 6 und 7 Uhr herrschte, veränderte sich schlagartig. Es wurde bitterkalt. Die Nebelwand wurde so dick, dass man gerade noch seinen Nachbarn
erkennen konnte. Erst als sich der Nebel langsam wieder lichtete, was ca. 2 Stunden dauerte, bekam auch Willi einen Forelle an den Haken. Aber das war's dann auch.
Danach tat sich absolut nichts mehr. Gegen Mittag hatte zwar Christian noch einen Biß und freute sich schon auf seine erste Forelle, aber es war ein kleiner Hecht von vielleicht 30 cm, den er wieder reinsetzte.
Wir sind bis ca. 15 Uhr am See geblieben, ohne dass wir eine Forelle springen sahen, geschweige denn eine an den Haken
bekamen. Aber nicht nur uns ging es so, alle anderen Angler hatten, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nichts gefangen. Die meisten
der ca. 120 Angler, die morgens zum Anangeln gekommen waren, gingen schon nach 2 Stunden frustriert nach Hause. Manche
kamen gegen Mittag noch einmal, als sich die Sonne wieder sehen ließ, doch gefangen haben sie später auch nichts.

Ich bin noch niemals so geschafft gewesen, wie an diesem Tag! Alle 2 oder 3 Minuten mußte ich meine Posen reinholen und neu auswerfen, denn der starke Ostwind trieb sie immer wieder ab. Als wir gegen 16 Uhr
Zuhause waren, hatte ich nur einen Gedanken: "Aufs Sofa und schlafen." Gegen 19 Uhr wachte ich auf und spürte jeden Muskel in meinem Körper. Ich konnte mich kaum auf
den Beinen halten und so legte ich mich gleich wieder aufs Sofa.
Am nächsten Morgen ging es mir wieder besser und gegen 13 Uhr fuhren wir erneut nach Minden. "Wenn sie gestern nicht beißen
wollten, tun sie es vielleicht heute", meinte Achim. Meine Tochter Heike war mitgefahren und schon ganz aufgeregt. Sie ist schon
einige Male mit uns zum Angeln gewesen und hat auch mit meiner Rute ein paar Rotaugen gefangen. Da Wetter war ganz anders
als tags zuvor, es war windstill und die Sonne schien. Ich hatte wieder meine Teleskoprute mit der durchsichtigen Wasserkugel
ausgeworfen und eine weitere mit Rotwurm auf Grund gelegt. Dann montierte ich an die dritte Rute eine gelbe Wasserkugel und
nahm einen Teighaken, an den ich eine kleine Kugel mit dem Super-Futter befestigte. Dieses Mal trieben die Wasserkugeln nur ganz langsam ab und auch in die andere Richtung, so dass ich Achim nicht in die Quere kam. Ein paar Angler, die an unserer Stelle vorbeikamen, fragten
uns, ob denn heute etwas beißen würde. Leider mußten wir es verneinen. Die Wasseroberfläche war spiegelglatt, keine Ringe, keine Sprünge waren zu
sehen. Als die ersten Angler wieder gingen, meinten einige, dass es nicht mit rechten Dingen zugehen würde. "Das gibt es doch gar nicht. Gestern hat nichts
gebissen, heute tut sich wieder nichts. Hat der Verein überhaupt Forellen eingesetzt? Falls ja, dann müssen sie aber vollgefressen sein, dass sie nicht
beißen", meinte ein Angler. Tags zuvor hatte uns ein Aufseher, der zum Kontrollieren um den See gegangen war, erzählt, der Verein hätten am
Freitagabend viele Forellen eingesetzt. Und nicht nur kleine, auch sehr große. Er selber sei bis morgens um 4 Uhr geblieben und habe den See kontrolliert,
damit nicht schon einige eifrige Angler vorher welche rausholen würden. Ich glaube zwar, dass Forellen eingesetzt wurden, aber
nicht genügend. Der Mindener Verein sollte meines Erachtens nicht ständig neue Seen hinzupachten, die er dann wieder besetzen
und hegen muss, sondern die, die er schon besitzt, vernünftig bestücken! Immerhin gibt es über 2000 aktive Angler im Mindener Interessenverein!
Wir hatten zwar einen schönen warmen Tag am Gevattersee verbracht, aber wieder nichts gefangen. Gegen 18 Uhr packten wir
etwas frustriert unsere Angelsachen wieder ein. Aber so schnell gebe ich nicht auf. Vielleicht beißen sie ja nach einigen Tagen doch. Irgendwann müssen sie ja mal Hunger haben!
Oerlinghausen, den 16.03.03
Angeln bis der Arzt kommt
Ich glaube, nun habe ich es doch wohl etwas übertrieben. Und das kam so:
Am letzten Freitag rief Christian gegen Mittag vom Gevattersee an und erzählte stolz, dass er schon 2 Forellen gefangen hätte. Als
er sich später noch einmal meldete und wir erfuhren, dass er später noch 3 gefangen hatte (eine davon soll 40 cm groß gewesen sein), kribbelte es mir in den Finger. Auf der Nachhausefahrt vom Büro meinte ich zu Achim
, dass wir die Gelegenheit doch nützen sollten - wenn sie schon mal beißen - und am
nächsten Tag ebenfalls zum Gevattersee fahren. Gesagt, getan. Heike kam dieses Mal auch wieder mit - es war ja auch ein sehr schöner sonniger Tag und später, so gegen 14.30 Uhr kam auch noch Willi hinzu
. Leider hatten wir jedoch wieder keinen Erfolg.
Sonntagmorgen besuchte uns Achims Tochter Annika mit Tobi. Sie blieben jedoch nur bis ca. 13 Uhr, dass Annika zurück nach Ilmenau musste. Am nächsten
Tag stand eine Klausur an. Um endlich mal wieder das Gefühl für einen Fisch an der Rute zu bekommen, fuhren Achim und ich kurz darauf zum Südstadtteich, wo wir bis gegen 18 Uhr blieben. Bei mir lief es nicht
so gut. Ich fing nur 3 Köderfische (Rotaugen) und einen klitzekleinen Fisch von 5 cm, der den Haken in den Rücken bekommen hatte. Achim
hatte wesentlich mehr gefangen, nämlich 14 Stück. Darunter war ein Fisch mit 2 Barteln.
Zuhause mussten wir erst in einem Buch nachsehen, um was für eine Gattung es sich handelte. Wie sich dann herausstellte, war es e in Gründling.
Vorgestern, am Dienstag, wollten wir es am Südstadtteich endlich mal eine Schleie oder einen Karpfen an den Haken bekommen. Schließlich, so erfuhren wir von vielen Vereinsmitgliedern,
sollen nicht nur viele sondern auch sehr große drin sein. Also noch schnell in den Laden zu Dirk um ein paar neue Maden und Karpfenboilies zu holen. Als wir am Teich waren, saßen dort
schon ein paar Angler. Einer von ihnen hatte schon seit Tagen mit eingeweichtem Brot angefüttert und wollte heute morgen ansitzen.
Leider war die Stelle, wo sich die großen Karpfen tummeln sollten, besetzt. Also ließen wir uns erst einmal ein Stück weiter nieder. Das Wasser brodelte nur so. Es
dauerte auch nicht lange, und ich hatte meine 7 Köderfische gefangen. Ich weiß nicht mehr genau wie es geschah, jedenfalls spürte ich beim Auswerfen einen
stechenden Schmerz im Rücken. Ich legte die Rute ab und wollte mich auf meinen Stuhl setzen, aber das war fast nicht möglich. Also stand ich wieder auf - aber auch
das Stehen tat höllisch weh. Ich biß die Zähne zusammen, denn ich wollte Achim seine Hoffnung auf eine Schleie oder einen Karpfen nicht nehmen. Gegen 21 Uhr fragte mich
Achim, ob wir nicht die Angelstelle wechseln und dahin gehen sollten, wo der Angelkollege schon seit Tagen angefüttert hatte. "Klar, können wir machen", meinte ich. Doch als ich mich
bückte, um die Köder in meinen Rucksack zu packen, schrie ich auf. "Was ist los?" fragte
Achim. "Ich habe fürchterliche Rückenschmerzen. Ich kann mich nicht bücken". Natürlich versuchte ich es trotzdem, doch als ich
die Angelkiste hochheben wollte, dachte ich, mein Rücken bricht durch. Unter großen Schmerzen schleppte ich dann meine
Sachen zu der neuen Angelstelle. Das Ufer war ganz schön abschüssig und ich konnte nur unter Schmerzen meine Ruten
auswerfen. Gegen 21.45 Uhr sagte ich zu Achim, dass ich meine beiden Ruten reinholen und mich ins Auto setzen würde. Dort
wollte ich auf ihn warten, bis er seine Schleie gefangen hätte. Kaum hatte ich die erste Rute reingeholt, packte auch Achim seine
Sachen. Nun kam zu meinen großen Schmerzen auch noch eine Wut, weil ich Achim seine Hoffnung auf eine Schleie vermasselte.
Aber es ging wirklich nicht mehr! Auch das Autofahren wurde zur Tortour, denn jedesmal, wenn ich auf die Kupplung treten
wollte, spürte ich wieder diesen stechenden Schmerz im Rücken. Gottseidank waren es nur ein paar Kilometer bis nach Hause
und ich war froh, dass mir das nicht in Minden passiert war. Vor unserer Wohnung angekommen stieg ich schon mal aus und
Achim fuhr den Wagen auf den Parkplatz bzw. räumte die Angelsachen in die Garage. Als er in unserer Wohnung angekommen
war, lag ich schon in der Badewanne. Das heiße Wasser tat meinem Rücken gut und eine Tablette half mir, wenigstens die Nacht
einigermaßen zu überstehen. Heute morgen hatte ich zwar noch Schmerzen, aber wenn ich erst mal stand, konnte ich mich
wenigstens bewegen. Eigentlich wollte ich zu meinem Doc gehen, um mir eine Spritze geben zu lassen. Aber würde er mir nicht,
wenn ich ihm erzählte, wie es passiert ist, dann nicht das Angeln verbieten? Also Augen zu und durch! Bis zum nächsten Angeln.
Oerlinghausen, den 26.03.03
Eine interessante und schöne Ausflugsfahrt - leider wieder ohne Fisch -
So schnell gebe ich ja nicht auf! Also fuhren Achim und ich – nachdem meine Rückenschmerzen und die massiven Nebenwirkungen, die sich aufgrund der Tabletten eingestellt hatten, ebenfalls
fast weg waren – wieder an die Weser. Das Wetter war relativ schön. Es schien zwar nicht die Sonne, aber die Temperaturen lagen bei 18 Grad und es
war trocken, obwohl der Wetterbericht für den Nachmittag Regen angesagt hatte. Vorsichtshalber bauten wir unseren neuen Angelunterstand auf, den wir
zwei Tage vorher günstig erstanden hatten. Als es zu dämmern anfing, stellten wir unsere Stühle drunter und waren so vor Kühle und Feuchtigkeit bestens geschützt.
Ein älterer Herr gesellte sich nach einer Stunde zu uns und meinte, dass die Barben weiter südlich ständen. Er muss wohl schon etwas wirr im Kopf sein, denn beim letzten Mal, als
wir ihn trafen, gab er uns den Tipp, es genau an der Stelle zu versuchen, wo wir waren. Er erzählte uns weiter, dass er ein passionierter Spinnangler sei,
der es auf Rotaugen und Brassen abgesehen hatte. Dementsprechend „böse“ war er auf die vielen Barben, die sich in der Weser niedergelassen hatten. „Sie
fressen die ganzen Kleinfische weg“, war sein Kommentar. Sicher fressen die älteren Barben auch schon mal ihre Artgenossen, aber wirklich nur die ganz
kleinen. Sie gehören nämlich nicht zu ihrer Hauptnahrung. Ich erwiderte, dass die Barbe zum Fisch des Jahres 2003 gewählt worden sei, weil sie
mancherorts schon stark gefährdet ist. Aber dieses Argument interessierte ihn nicht. Dann trollte er sich davon, um ein paar Meter weiter einen anderen Angler zu „interviewen“.
Bis auf zwei Meldungen tat sich den ganzen Tag nichts, so dass wir gegen 23 Uhr unsere Sachen packten und nach Hause fuhren.
Gestern, am Sonntag, schien die Sonne so wunderschön vom Himmel, dass wir eine kleine Ausfahrt mit dem Cabrio beschlossen. Doch wohin sollte es gehen? Ein netter Angelfreund hatte uns vor einiger Zeit geschrieben,
dass er am Kraftwerkseinlauf in der Nähe von Möllbergen viele große Barben gefangen hätte. Da wir auch dort fischen dürfen, wollten wir uns diese Stelle mal aus
der Nähe ansehen. Am Wochenende ist das Kraftwerk natürlich nicht in Betrieb, aber wir trafen trotzdem mehrere Angler an. Auf der anderen Uferseite des Kanalzulaufs landete auch gerade ein Angler eine Barbe.
Sie war zwar nicht sehr groß, aber immerhin hatte er Erfolg. Wir hätten es gerne selber probiert, denn „vorsichtshalber“ hatten wir jeder 2
Ruten und die Gerätekiste mitgenommen, aber als wir ans Aufbauen dachten, fiel Achim ein, dass wir den Kescher vergessen hatten. So ein Mist! Ich selber wollte zwar nicht
unbedingt dort angeln, lieber wäre es mir an einem Forellensee gewesen. Achim hatte mir schon zuhause von einem Forellenteich erzählt, der auf der
Strecke lag und wo er und Willi einmal sehr viele Forellen gefangen hatten. Zu diesem wollte ich unbedingt hin, denn alle unsere Ansitze am Gevattersee
waren ja vergeblich gewesen. Der Teich mußte auch ganz in der Nähe vom Kraftwerk sein und mein Gedanke war es einmal dort zu probieren. Aber das
war ja nun ohne Kescher ebenfalls nicht möglich. Vielleicht ergab sich aber dort doch eine Gelegenheit zum Angeln, d.h. ich hätte dann eben einen
Angelkollegen gefragt, ob er uns seinen Kescher leihen würde, falls wir eine Forelle an den Haken bekämen. Aber soweit war es noch nicht.
Nachdem wir die „neue“ Angelstelle ausgiebig begutachtet hatten, kamen wir überein, es dort einmal in der Woche zu probieren, wenn das warme Wasser des Kraftwerks in die Weser floss.
Wir stiegen also wieder ins Cabrio und fuhren Richtung Vlotho. Inzwischen plagte uns ein leichtes Hungergefühl und wir be schlossen auf der Weserbrücke zu halten und beim „Brückenfest“, welche gerade in Vlotho stattfand, eine Bratwurst zu essen.
Gesagt, getan. Dann fuhren wir wieder die B 514 zurück um nach dem Forellenteich Ausschau zu halten. Auf dem Städteatlas, den wir dabei hatten,
waren die Teiche zwar eingezeichnet, aber wohl etwas falsch, denn wir fuhren dran vorbei und landeten wieder an der Weser. Dieses Mal aber auf der
anderen Seite, gegenüber dem Kraftwerk. Der Hunger war gestillt, doch nun plagte uns der Durst. Also gingen wir in den Biergarten vom „Alten Fährhaus“ um dem ein Ende zu setzen. Gegenüber stach uns das Schild mit dem
Kilometerstand 177 ins Auge. Ich ging noch einmal zum Auto, um auf unserem Angelschein nachzusehen, ob diese Stelle auch zu der Angelstrecke
der Mindener Interessengemeinschaft gehörte. Erfreut stellten wir fest, dass dies so war. Und auch das Weserstück mit den Buhnen, die wir von der
Weserbrücke in Vlotho gesehen hatten, gehörten dazu. Wie schön, dass wir diesen Ausflug gemacht hatten, denn nun lernten wir wieder neue Angelstellen kennen. Die Beschreibung des Erlaubnisscheins der Mindener
Interessengesellschaft ist sehr dürftig, denn dort steht lediglich „Linksseitig von km ... bis ... km, rechtsseitig von ... km bis ... km.“ Aber nirgendwo wird
erklärt, wo genau diese Kilometer beginnen und enden. Wir haben den Verein schon mehrmals gebeten, eine Karte beizulegen, wo der Verlauf der Weser mit den Angelstellen eingezeichnet ist. Leider wurde
darauf nicht eingegangen.
Als wir unser Bierchen bezahlten, fragte Achim den Wirt, ob er uns sagen
könnte, wo der Forellenteich sei, den wir suchten. Wir zeigten ihm die Karte und er bestätigte uns, dass es der Teich sei, den wir suchten. Also fuhren wir
noch einmal die Strecke zurück und dann fanden wir auch tatsächlich die Einfahrt dorthin. Zwei Angler, die uns entgegenkamen, meinten, dass es sich
kaum lohnen würde dort zu angeln. Die Fische wären wohl überfüttert und würden kaum beißen. Das ginge schon sehr lange so. Da wir nun einmal dort
waren, wollten wir uns den Teich trotzdem ansehen und so umrundeten wir ihn einmal. Neben dem Teich floss ein Bach, der voller Kröten war. Sie waren gerade in Paarungslaune, wie man sehen kann.
Bevor wir wieder zum Auto gingen, bedauerte ich es erneut, dass wir den Kescher vergessen hatten. „Nichts geschieht ohne
Ursache, alles hat seinen Sinn“ lautet ein weiser Spruch. Es hat wohl nicht sein sollen, dass wir an diesem Tag angelten.
Oerlinghausen, den 30.03.2003
Gemeinschaftsangeln am Südstadtteich
Es ist Sonntag und der Wetterbericht hatte Kälte vorhergesagt. Wie schön wäre es jetzt im kuscheligen, warmen Bett liegen
bleiben und ausschlafen zu können. Aber daraus wird mal wieder nichts. Am Abend zuvor haben wir unseren Wecker gestellt,
denn um 7.30 Uhr treffen wir uns am Südstadtteich zum Anangeln des ASV-Dalbke. Selbstverständlich fahren Achim und ich hin, denn für uns „Neue“ ist es das erste Mal, dass wir am Gemeinschaftsangeln
teilnehmen. Bei unserer letzten Versammlung wurde schon gesagt, dass das Anangeln dieses Mal ein Hegefischen werden sollte, da es im Südstadtteich
viel zu viele Weißfische gibt. Die gefangenen Weißfische würden dann in den Sennesee umgesetzt.
Kurz nach 7 Uhr sind wir dann da. Die 30 Plätze sind schon abgesteckt worden und ich bekomme ein wenig Panik, denn ich möchte neben Achim
sitzen – und nicht am gegenüberliegenden Ufer. Gottseidank ist neben Achim ein Platz frei, wo ich mich dann auch mit meinen Angelsachen niederlasse.
Doch dieser Platz gefällt mir ganz und gar nicht. Rechts und links und hinter mir stehen große Bäume, so dass ich die Ruten nicht gut auswerfen kann. Gleich zu Beginn passiert es dann auch, dass meine Sch nur im rechten Baum
hängt. „Na, das fängt ja gut an“, denke ich bei mir. Immer wieder versuche ich meine Ruten, die jeweils mit einem Waggler versehen sind, etwas weiter
auszuwerfen, aber sie landen immer nur ca. 3 Meter vom Ufer entfernt im Wasser. Etwas frustriert denke ich: „Ist ja auch egal. Ich will sowieso keinen
Pokal gewinnen. Nur dabei sein“. Die rechte Rute hatte ich mit einem Wurm am Haken bestückt und legte sie in den elektronischen Bissanzeiger ab, an der
linken bot ich zwei Maden an. Als wir ankamen, war es relativ windstill, aber wenn dann Wolken aufzogen, blies doch der Wind recht heftig. Da der Waggler an der rechten Rute nicht abtauchte, wenn der elektronische
Bissanzeiger piepste, ging ich davon aus, dass das Geräusch durch den Wind verursacht wurde. Aber beim Einholen der Rute mußte ich immer wieder
feststellen, dass der Wurm abgefressen war. Nach 2 Stunden hatte ich dann doch Erfolg: ein kleiner Barsch von ca. 15 Zentimeter hing am Haken. „Wenigstens
gehe ich nicht als Schneider nach Hause“, war mein Gedanke bei dem tollen Fang.
Achim neben mir hatte schon 10 Rotaugen gefangen. Als ein wenig später sein Angelkollege links neben ihm einpackte, weil er keine Bisse hatte, wechselte ich
meinen Platz. Hier konnte ich endlich so auswerfen, dass die Wagglerposen mehr in der Mitte des Teiches landeten. Aber während Achim neben mir einen Fisch nach
dem anderen aus dem Wasser zog, tat sich bei mir weiter nichts.
Um 13 Uhr war das Hegefischen beendet und nun hieß es die Fänge zu wiegen. Einige Angler waren am schimpfen. Einer hatte ein Loch im Setzkescher und seine Fische
waren wieder verschwunden, ein anderer hatte vergessen ihn zuzubinden und stand ebenfalls mit leeren Händen da. Welch ein Ärger!
Zuerst wurden die Jungangler prämiert. Alle Drei bekamen einen Preis. Dann kamen die „Altangler“ dran. Ich war ja davon
ausgegangen, dass es einen Pokal als Preis geben würde, worauf ich – ehrlich gesagt – keinen Wert legte. Aber es nun mußte ich
sehen, dass es schöne Sachpreise gab und ich nahm mir vor, beim nächsten Mal intensiver zu angeln. Der Sieger erhielt eine Rolle, für den Zweiten gab es eine Teleskoprute und Achim bekam, da er mit 18 Fischen und 1000 g Fanggewicht den 3. Platz
belegte, einen Setzkescher überreicht. Darüber haben wir uns sehr gefreut, denn den hatten wir uns noch nicht besorgt. Bisher
brauchten wir auch keinen, denn ein Setzkescher ist beim Mindener Verein nicht erlaubt. Aber wenn wir im Südstadtteich oder
Sennesee angeln, können wir ihn sehr gut gebrauchen, besonders im Sommer, wenn es heiß ist.
Oerlinghausen, den 7.04.2003
Karpfen mögen keine Fototermine
Die Nächte waren zwar noch sehr kalt, aber wenigstens schien tagsüber schon wieder die Sonne. Was tun bei Sonnenschein?
Natürlich angeln! Achim hatte und hat immer noch vor endlich einmal eine Schleie an den Haken zu bekommen und das probierten
wir dann auch am letzten Wochenende. Am Samstag, gegen Mittag, bauten wir unsere Ruten am Südstadtteich auf, wo das Wasser wieder einmal vor Kleinfischen nur so brodelte. Eine Schleie zu
fangen stelle ich mir recht schwierig vor, da Tinca tinca ja als sehr vorsichtiger und misstrauischer Flossenträger beschrieben wird. Aber über so einen
schönen Barsch, wie ihn Achim vor einer Woche gefangen hatte, würde ich mich auch freuen. Der Barsch ging ihm bei Einbruch der Dämmerung an den Haken. Er wog 650 g und war 33 cm groß.
Als Köder nahm er 2 Dendrobenas (Riesen-Rotwurm) die uns Hubert Brehm www.dendrobena.de als kostenlose Probe zugeschickt hatte. Diese Würmer sind super
quirlig und lassen sich sehr lange aufbewahren. Wir haben gerade 400 Stck. davon bei ihm bestellt. Als ich den Barsch später ausnahm, quoll mir eine große Menge Rogen
entgegen. Ja, diese verfressenen Weiber... Können den Magen nicht voll genug bekommen und landen dann in der Auflaufform. (Rezept siehe unten).
Mit einer Made am 14er oder 16er Haken hätten wir jede Menge Rotfedern und auch kleine Barsche fangen können. Aber Köderfische haben wir inzwischen genug. Jetzt
wollte ich lieber ein größeres Exemplar an den Haken bekommen. Die Grundrute bestückte ich mit einem dicken Dendrobena und legte sie in den elektronischen Bissanzeiger. An der Posenrute hingen 3 Maden
am 14er Haken. Kaum hatte sich die Pose aufgerichtet, als sie auch schon abtauchte. Eine gefräßige Rotfeder hatte sich auf den
Köder gestürzt. Ich setzte sie sofort wieder rein und war erneut aus. Gleich darauf hing die nächste Rotfeder am Haken. Auch ihr
gab ich die Freiheit zurück. So konnte es nicht weitergehen! Ich wollte keine Köderfische mehr. Also entfernte ich die Maden und
streckte auch auf diesen Haken einen Dendrobena. Darüber machte sich ein paar Minuten später ein kleiner Barsch her. Ihn nahm ich dann doch als Köderfisch mit.
Achim hatte tags zuvor im Internet gelesen, dass Kitekat ein sehr fängiger Köder für Schleien und Karpfen sei. Also kauften wir
eine Dose. Ein Fleischstückchen wurde um den Haken geknetet und dann mit dem Vorfach ins Gefrierfach gelegt, damit es sich
später besser auswerfen ließ. Nachdem Achim 10 Haken bestückt hatte, wurde der Rest des Katzenfutters in Form von kleinen Bällchen zum Anfüttern ebenfalls eingefroren.
Nachdem sich auf diesem Köder aber nichts tat und das Fleisch auch schon angetaut war, wechselte Achim das Vorfach gegen
einen Maishaken aus. Auf diesen steckte er 4 Maiskörner und warf seinen Köder an der Grundrute rechts in die kleine Bucht.
Leider ist der Grund dort sehr verkrautet und man muss schon etwas weiter werfen, um den Köder genau dort präsentieren zu
können, wo man die Schleien und Karpfen vermutet. Aber das ist für Achim überhaupt kein Problem. Ich dagegen habe immer noch meine Schwierigkeiten, punktgenau zu werfen..
Auf meinen Ruten tat sich absolut nichts mehr. Inzwischen ging die Sonne unter und es war etwas ruhiger am Teich geworden
(Tagsüber sind dort sehr viele Spaziergänger und einige können es nicht lassen, ihre dummen Bemerkungen von sich zu geben. Aber inzwischen höre ich gar nicht mehr hin).
Wieder kam ein Spaziergänger an unserem Angelplatz vorbei. In diesem Moment piepste Achims Bissanzeiger und ca. 15 m Schnur wurden von der Rolle gezogen. Jetzt wurde es
spannend! Ob Achim wohl endlich die ersehnte Schleie am Haken hat, dachte ich bei mir. Der Fisch zog sehr kräftig und beim
Drill bog sich die Rutenspitze fast bis zum Wasser. Schnell holte ich Achims Digitalkamera hervor um ein paar Fotos zu machen. Der Fisch versuchte immer wieder unter die Bäume am
rechten Ufer zu flüchten, aber Achim dirigierte ihn geduldig in Richtung Kescher. Es war zwar nicht die heißersehnte Schleie, aber immerhin
ein schöner Lederkarpfen von 59 cm. Er war sehr quirlig und als Achim den Haken aus seinem Maul entfernt hatte, hüpfte er aus dem Kescher und lag im Gras. Schnell packten wir ihn in eine Plastiktüte um ihn zu
wiegen. 4,5 kg zeigte die Waage! Dem Karpfen passte die ganze Prozedur wohl nicht, denn er befreite sich sofort aus der Tüte,
als sie auf dem Boden lag. Achim nahm ich hoch, meinte, dass er das viele Gras und den Dreck erst einmal abwaschen würde, bevor ich von den beiden Prachtkerlen ein Fotos machen sollte. Ich hatte wohl eine Vorahnung und riet ihm davon ab. Aber Achim war schon am Ufer
und wusch den Karpfen. Kaum spürte dieser das nasse Element, schlug er einmal mit der Schwanzflosse – und ward nicht mehr gesehen! Wie dumm von
ihm (dem Karpfen!). Wir hätten ihn doch sowieso wieder reingesetzt. Die 2 Minuten für ein Foto hätte er doch wohl noch ausharren können. Aber Karpfen denken anscheinend anders.
Der Sonntag versprach ebenfalls wieder sonnig und warm zu werden, also fuhren wir noch einmal an dieselbe Stelle um erneut unser Glück (Schleienfang) zu probieren.
Recht schnell bissen auch heute wieder die Rotfedern zu, die sich nahe am Ufer tummelten. Nachdem ich wieder nur Rotfedern
am Haken hatte, packte ich noch zusätzlich 2 Maiskörner drauf. Während ich auf meine Pose starrte, in der Hoffnung, dass
endlich einmal etwas Größeres biss, piepste endlich auch einmal mein Bissanzeiger. Sofort war ich bei der Rute und wollte
anschlagen. Vor lauter Aufregung, vergaß ich den Freilauf abzuschalten. Und nicht nur das: Ich hatte vorher auch nicht die Bremse
kontrolliert, obwohl mich Achim gleich, nachdem ich die Rute ausgeworfen hatte, noch drauf hinwies. Das Ergebnis könnt ihr euch
vielleicht denken: Statt einen Fisch zu landen, hatte ich einen Haufen Schnursalat. Noch Stunden später war ich über mich selber
verärgert. Wie konnte ich auch nur so dusselig sein! Jetzt weiß ich nicht einmal, ob es ein dicker Barsch, eine Schleie oder vielleicht sogar ein Aal gewesen ist, dem mein Köder gemundet hatte.
Nun hieß es wieder warten und auf die Dinge hoffen, die vielleicht noch kämen. Unser Angelfreund Willi, seine Frau Ulla und
meine Tochter Heike waren zu uns an den Teich gekommen und wir plauderten angeregt, als ich zu meiner Pose rübersah und sie nicht auf dem
Wasser entdeckten konnte. „Meine Pose ist weg“ rief ich den anderen zu. Ich schlug an und merkte schon beim Einholen, dass ich zu spät reagiert hatte. Als
ich mir den Köder anschaute, sah ich, dass die beiden Maden abgebissen und ein Maiskorn angebissen war. Mein Ärger war groß. Erst gestern das Pech
mit der Grundrute und jetzt auch noch mit der Posenrute. So kann man ja auch keine Fische fangen! Gegen 18 Uhr verließen uns unsere Freunde und es
kehrte wieder Ruhe am Teich ein. Um 21 Uhr packten wir unsere Sachen, weil sie einfach nichts mehr tat. Noch haben wir ein paar Tage die Möglichkeit am Südstadtteich zu angeln. Aber wenn wir aus Schweden
zurück sind, dann wird das Angeln dort nicht mehr möglich sein. Dann bevölkern Unmengen von Seerosen die Wasseroberfläche.
Im Herbst, so hat es der Verein beschlossen, soll der Teich abgelassen und in Gemeinschaftsarbeit das Kraut rausgeholt werden.
Überbackenes Barschfilet
Zutaten 400 g Barschfilet 150 g Tomaten 2 rote Zwiebeln Saft einer halben Zitrone 50 g geriebener Käse 3 EL Butter 1 EL Paniermehl weißer Pfeffer aus der Mühle Salz
½ Bund gehackter Schnittlauch
Zubereitung
Die ausgenommenen Barsche kalt spülen und filetieren. Filets nochmals spülen. Eine feuerfeste Form ausbuttern. Die gepellten Zwiebel in hauchdünne, die Tomaten in etwa 4 mm dicke Scheiben schneiden. Die Filets mit dem Zitronensaft säuern, nach 5
Minuten trockentupfen, leicht salzen und pfeffern. Zwiebeln und Tomatenscheiben in die Form legen, mit Schnittlauch, Salz und
Pfeffer bestreuen. 5 EL Wasser zugeben. Die Filets auf das Gemüse geben und einige Butterflocken darüber verteilen.
Im vorgeheizten Backofen bei 200° C 15 Minuten garen. Käse und Paniermehl drüberstreuen und noch einmal Butterflocken
auflegen. Weitere 5 – 6 Minuten hellbraun ausbacken. Mit Schnittlauch bestreut und nach Belieben garniert servieren. Als Beilage Toast oder Baguette reichen.
Oerlinghausen, den 14.04.2003
Achim auf Schleienpirsch
Die Osterfeiertage waren bis auf den Montag verplant: Freitag waren wir zum Kaffee und Abendessen bei meiner Schwester,
Samstag hatte uns unsere Nachbarin zu ihrem 60. Geburtstag eingeladen und am Sonntag kam meine Tochter zu uns und abends
gingen wir zum Osterfeuer auf den Tönsberg in Oerlinghausen. Trotz schlechter Wetterprognosen schien fast jeden Tag die Sonne und es war angenehm war. So auch gestern, am Ostermontag.
Da der Südstadtteich sehr krautreich ist und es sich auch schon bemerkbar macht, wollten wir die Gelegenheit nutzen, um noch
einmal vor unserem Schwedenurlaub dort zu angeln. Vielleicht ging uns ja heute endlich einmal eine Schleie ins Netz.
Als wir gegen 14 Uhr angekommen waren, stellten wir zu unserer Freude fest, dass „unser“ Angelplatz noch nicht belegt war. Im
Stillen hatten wir schon Bedenken, dass sich an diesem schönen Tag viele Vereinsmitglieder am See niedergelassen hätten. Aber wir waren ganz alleine auf weiter Flur.
Achim angelte wie die letzten Male auch auf Grund mit einigen Maiskörnern am Haken. Ich beköderte meine Grundrute mit einem
Dendrobena und an den Haken der Posenrute kamen 5 dicke fette Maden. Kaum hatte ich diese Rute ausgeworfen, tauchte auch
schon die Pose unter. Eine Rotfeder von ca. 20 cm hatte sich die Maden schmecken lassen. Ich löste vorsichtig den Haken aus
der Maulecke und setzte sie wieder zurück. Inzwischen waren Achims Tochter Annika und ihr Freund Tobi zu uns an den See
gekommen, um uns ein wenig beim Angeln zuzuschauen. Im Gegensatz zu Annika, die schon früher mit Achim zum Angeln war, hatte Tobi keine Ahnung davon und schaute uns interessiert zu.
Nachdem sich an der Posenrute, die ich wieder mit mehreren Maden am 14er Haken ausgeworfen hatte, nichts tat, holte ich sie wieder rein und entschied mich nun für einen Dendrobena an dem dünnen Vorfach. Ich
warf die Rute genau dort hin, wo einige große Fische am Rauben waren. Kaum war der Wurm im Wasser, als auch schon die Pose abtauchte. Ich spürte sofort, dass es ein
etwas größerer Fisch war, der den Wurm genommen hatte. „Oh Gott! An dieser dünnen Schnur hat einer gebissen. Der scheint etwas größer zu sein, als die Rotfeder
eben. Hoffentlich hält das Vorfach!“ meinte ich zu Achim. Ich drillte ihn ganz vorsichtig zum Ufer, in der Meinung, dass es sich um einen Barsch oder einen kleiner Karpfen
handeln würde. Um so erstaunter war ich, als ich sah, dass es eine Brasse oder eine Güster war. Eigentlich bin ich nicht für das Zurücksetzen, aber ich löste ihn vorsichtig
vom Haken und ließ ihn wieder schwimmen. Nach der Fischereiverordnung von NRW ist es nicht erlaubt, einen mäßigen Fisch zurückzusetzen. Aber warum sollte ich den
Fisch töten, wenn ich ihn nicht gebrauchen konnte. Diese Vorschrift verstehe ich sowieso nicht. Das hat meines Erachtens mit Naturschutz nichts zu tun. Es war so gegen 16 Uhr, als sich
Annika und Tobi verabschiedeten und Achim scherzhafte meinte, dass sie gleich einen schönen Fang verpassen würden. Die ganze Zeit über hatten seine beiden Schwingspitzruten immer wieder angezeigt, dass einige
Fische an dem Mais sehr interessiert waren. Nur richtig gebissen hatte noch keiner. Kaum waren wir wieder alleine, als die eine Schwinge energisch nach
oben ging. Zuerst zögerte Achim, ob er anschlagen sollte. Wenn es nun wirklich eine Schleie war, hatte sie dann den Köder mitsamt Haken im Maul?
Oder hatte sie wieder nur probiert und ihn losgelassen? Eine schwierige Frage, aber zum Überlegen blieb kaum Zeit, denn schon wieder ging die Schwinge
nach oben. Dieses Mal wurde sogar etwas Schnur von der Rolle genommen und so schlug Achim energisch an. „Hast du ihn?“ rief ich aufgeregt. „Ja. Bring
mir mal den Kescher“, war seine Antwort. Vorsichtig drillte er den Fisch Richtung Ufer und die Freude war groß! Schon im Wasser konnten wir erkennen, dass es sich tatsächlich um eine Schleie
handelte. Ein wunderschöner Fisch mit bronzegrünen Schuppen lag vor uns im Kescher. Ich nahm ihn für ein Foto in die Hand. Er fühlte sich sehr weich und schleimig an. „Die müssen wir leider wieder rein
setzen“, sagte Achim. „Wieso?“ fragte ich. „Weil sie untermäßig ist. Ich meine, sie müssen 35 cm haben.“ Sofort rannte ich zu meinem Rucksack um in den
Papieren nachzuschauen. Gottseidank waren dort nur 30 cm als Mindestmaß angegeben – und die hatte sie gerade erreicht. Schleien sollen sehr gute
Speisefische sein und bei dieser Größe war mit einem Modergeschmack, wie es schon einmal bei Exemplaren von 3 – 4 kg Gewicht (soviel können sie
erreichen) vorkommen kann, nicht zu rechnen. Aber den eventuellen Modergeschmack kann man beseitigen, indem man den Fisch einige Tage in klarem Wasser hält und vor der Zubereitung die Kiemen entfernt.
Wir haben bis ca. 20 Uhr weitergeangelt, aber keine weitere Schleie mehr gefangen. Zweimal hatte Achim eine große Rotfeder bzw. ein Rotauge am Haken, die er jedoch ebenfalls wieder frei ließ.
Ich hatte meine Posenrute im Laufe des Nachmittags auch umgerüstet und mit der Schwingspitze versehen, nachdem ich in der
Mitte des Teiches einen Karpfen sah, dessen große Rückenflosse immer wieder aus dem Wasser ragte. Aber ihn interessierten
meine Köder nicht. Nun, vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal. Auf jeden Fall war es wieder ein wunderschöner Angeltag
gewesen. Nun bin ich sehr gespannt, was uns am Wochenende in Schweden erwartet. Dort gibt es natürlich nicht nur Hechte,
sondern auch viele Zander, Barsche, Aale, Karpfen und auch Schleien! Ihr dürft also, genau wie wir, gespannt auf den nächsten Bericht sein.
Oerlinghausen, den 22.04.2003
Der Schleientanz
Eigentlich wollten wir am Samstagnachmittag mit unserem Angelfreund Willi und seiner Frau Ulla an den Gevattersee II in Minden
fahren, denn dort ist das Raubfischangeln schon ab 1.5.erlaubt. Aber es war inzwischen so heiß geworden, dass wir auf eine
längere Autofahrt keine Lust hatten und uns entschlossen an den Sennesee in Stukenbrock zu fahren. Achim rief Willi an und
fragte ihn, ob er auch mit zum Sennesee wollte. „Klar, aber ich habe keine Gastkarte“, meinte er. „Kein Problem, die holen wir dir
noch“, antwortete ihm Achim. Schnell setzte ich mich ins Auto um noch einmal zu Dirk in seinen Angelladen zu fahren und die Gastkarte für Willi zu holen.
Gegen 15.30 Uhr war alles eingepackt und wir fuhren zum Sennesee. Meine Tochter Heike wollte gerne mitkommen und wartete
schon im Auto in Stukenbrock auf uns. Normalerweise weht am Sennesee immer ein Lüftchen, aber nicht heute. Dadurch war die
Wasseroberfläche so glatt, dass wir sehr gut beobachten konnten, wo die Fische sprangen und standen. Es dauerte auch nicht
lange und wir sahen einen Schwarm von ca. 100 kleinen Barschen dicht am Ufer. Etwas später tauchten auch die ersten Schleien
und Karpfen auf. Sie schwammen in kleinen Gruppen und waren so nahe, dass wir glaubten, sie mit der Hand herausholen zu
können. Achim und ich montierten an eine unserer Ruten eine Pose, die anderen legten wir mit Rotwurm auf Grund. Zuerst
probierten wir alle möglichen Köder aus, aber die Schleien wollten einfach nicht beißen. Statt dessen „sonnten“ sie sich im
warmen Wasser. Ab und zu nahm mal eine ein Maiskorn ins Maul, spuckte es aber gleich wieder aus. Auch für die Rotwürmer
interessierten sie sich nicht. Nach etwa einer Stunde vergeblichen Wartens versuchte Achim sie mit kleinen Boilies zu locken.
Doch auch diese wurden im Maul gedreht und gewendet – und wieder ausgespuckt. Als Willi dann auf ein Plauschchen zu uns rüber kam, meinte er, wir sollten doch einmal mit Brot versuchen den Karpfen
, der ständig vor uns am Ufer lang schwamm, zu fangen. Vom Mittagessen hatten wir noch ein Brötchen übrig und von diesem zupfte ich kleine Stücke
ab, die Achim dann an den Haken tat. Wenn sie schon keinen Mais und keine Boilies mögen, dann vielleicht Weißbrot, dachten wir. Aber die Karpfen und Schleien interessierten sich auch dafür nicht.
Endlich, als die Sonne langsam unterging, wurde es etwas kühler und angenehmer. Das mussten wohl auch die Schleien gemerkt haben, denn mit
einem mal zeigten sie Appetit. Sie fraßen den Mais, der vom Anfüttern noch auf dem Grund lag, vor unseren Augen weg. Achims Pose war etwas weiter
draußen und als wieder ein Schwarm ca. einen Meter vom Ufer entfernt auftauchte, holte er sie ganz langsam rein. Das Madenbündel am Haken baumelte direkt vor dem Maul einer Schleie, als sie danach schnappte. Im
selben Moment schlug Achim auch schon an und der „Schleientanz“ begann. Mit heftigen Schlägen wehrte sich die Schleie, aber es nutzte nicht viel, denn schon bald landete sie im Kescher. Da die Schleien
gerade Schonzeit haben, setzte Achim sie, nachdem wir einige Fotos gemacht hatten, vorsichtig wieder in das nasse Element. Schwupp – weg war sie.
„Das ist ja ein Ding! Alle Leckereien, die wir ihnen angeboten haben, nahmen sie nicht, aber auf so ein paar blöde Maden beißen
sie“, meinte ich zu Achim. „Das muss ich auch ausprobieren“. Ich holte meine Posenrute wieder rein und bestückte den Haken
ebenfalls mit Maden. Es dauerte auch nicht lange, als ich meine Pose abtauchen sah und eine kleine Schleie am Haken hing. Auch sie wurde, nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten, wieder reingesetzt.
„Wenn es hier so viele kleine Barsche gibt, dann müssen doch auch große da sein“, dachte ich bei mir und beköderte den Haken
nun wieder mit Rotwurm. Und tatsächlich kam der Barschschwarm wieder in die Nähe des Ufers. Dieses Mal war tatsächlich ein
großer dabei, aber er interessierte sich, genau wie die „Kinder“ nicht für das Wurmbündel, das ich ihm anbot.
Etwas weiter draußen sahen wir später auch noch Forellen springen und hofften eine von ihnen zu fangen. Ich nahm die Würmer
wieder runter vom Haken und tat Powerbait drauf. Eine halbe Stunde wartete ich vergeblich auf den Biss einer Forelle, dann wechselte ich erneut den Köder gegen Maden aus.
Kaum war der Köder im Wasser, sah ich rechts von meiner Angelstelle einen kleinen Hecht stehen. Er rührte sich nicht, sondern
schaute wohl den Schleien, die inzwischen wieder vor unseren Füßen schwammen, bei ihrem Tanz zu. Wahrscheinlich sahen sie
den Hecht, denn sie hielten einen größeren Abstand zu ihm. Während ich gespannt zuschaute, was wohl gleich passieren würde, rief mir Achim zu, dass
meine Pose abgetaucht sei. Sofort schlug ich an und drillte erneut eine Schleie ans Ufer. Es war ein sehr schönes Tier. Ich entfernte den Haken und Achim
machte ein Foto. Dann haben wir sie noch kurz gemessen, 38 cm groß und ca. 1000 Gramm schwer. Anschließend habe ich sie vorsichtig wieder ins Wasser zurückgesetzt.
Gegen 23 Uhr legte ich mich für ein paar Stunden in unserem Angelzelt hin und schlief den Schlaf der Gerechten. Achim und Willi passten derweil auf
meine beiden Ruten auf. Gegen 3.30 wachte ich wieder auf. Die ganze Zeit war nicht viel passiert. Achim hatte zwar auf seiner Grundrute einen Biss
gehabt – wahrscheinlich war es ein Aal, denn es surrten 10 m Schnur von der Rolle – aber dann muss er wohl den Köder wieder losgelassen haben. Kurz
vor Sonnenaufgang kamen immer mehr Angler zum See, denn ab Mitternacht war auch hier das Raubfischangeln erlaubt. Einer der gerade angekommenen Angelkollegen ging mit seiner Spinnrute um den See
herum und als er auf der gegenüberliegenden Seite war, hörten wir einen Freudenschrei. Er hatte einen Hecht von über 80 cm gefangen. Wir freuten uns alle für ihn mit.
Angespornt von dem Superfang versuchten wir es nun auch mit Blinker und Wobbler, aber es tat sich nichts. Es war schon nach 7
Uhr und der fehlende Schlaf machte sich langsam doch bemerkbar. Außerdem wurde es richtig voll am See. Es waren so viele
Angler gekommen, dass wir uns entschlossen einzupacken und es an einem Wochentag, wenn weniger Leute da sind, einmal mit Spinnfischen zu probieren.
Oerlinghausen, den 03.06.2003
Beißflaute und Fischesterben
So einen heißen Sommer, wie wir ihn dieses Jahr haben, hat es in Europa seit der Wetteraufzeichnung
noch nie gegeben. Für die südlichen Länder wie Italien, Spanien, Portugal sind Temperaturen über 30 Grad keine Seltenheit, Doch vorgestern, am 12. August, hatten wir in Bielefeld und Oerlinghausen 39
Grad im Schatten. Als wir abends gegen 23 Uhr nach Hause fuhren (wir waren in Bielefeld bei einem Freund zum Grillen eingeladen), zeigte das Thermometer immer noch 30 Grad (!) an. Es war einfach nicht auszuhalten!
Das die Fische bei diesen Temperaturen auch nicht beißen wollen, wundert wohl keinen Angler. Der Wasserspiegel sank in den Seen und Flüssen und da kein Wind aufkam, wurde auch der Sauerstoffgehalt
sehr knapp. Auch die Medien berichteten vom Fischesterben, wie es sonst höchstens bei einer Seuche vorkommt.
Wir wussten also, dass es kaum Zwecke hatte, zum Angeln zu gehen bzw. fahren. Trotzdem versuchten wir es immer wieder mal.
Am 26. Juli veranstaltete der ASV Dalbke am Sennesee sein Nachtangeln.
Start war um 18.30 Uhr und um Mitternacht, als das Angeln vorbei war, saßen wir gemeinsam unter einer Pergola und stillten unseren Hunger und Durst. Achim und ich hatten unser „Sommerzelt“ aufgebaut und wollten
eigentlich bis zum nächsten Morgen bleiben, doch dann fing es um 22 Uhr zu regnen an. Zuerst begrüßten wir den Wetterumschwung noch, denn auch die
Pflanzen hatten den Regen bitter nötig. Aber dann wurde der Regen immer stärker und gegen 1 Uhr schüttete es wie aus Eimern, so dass wir um 2.30 Uhr unsere Sachen packten und nach Hause fuhren. Es wurden an diesem Abend sowieso kaum Fänge gemacht. Lediglich unser Angelnachbar fing gleich zu Beginn eine Schleie und dann auch nichts
mehr. Das heißt, so ganz stimmt meine Aussage nicht. Achim und ich waren eine Woche und den Abend vor dem Nachtangeln am Sennesee gewesen und hatten eine große Wasserschildkröte beobachtet,
die dort gemütlich durch den See schwamm. Sie muss wohl von einem „Tierfreund“, der zuhause keinen Platz mehr für sie hatte, reingesetzt worden sein. Als sie an diesem Tag
ganz in die Nähe des Ufers schwamm, meinte Achim spaßeshalber zu unseren Angelkollegen, wenn schon keine Fische beißen wollen, könnten wir ja mal versuchen die
Schildkröte zu fangen. Er probierte es auch sofort mit ein paar Maden aus und hatte sie kurze Zeit später tatsächlich am Haken. Sie war etwa Kuchenteller groß und wog auch
einige Gramm, aber leider zählte dieser „kapitale Fang“ bei der Wertung nicht. Sieger des Nachtangelns wurde ein anderer Angelfreund, dem 5 Minuten vor Mitternacht noch ein
dicker Karpfen ins Netz ging. Unsere Fänge an diesem Tag sind kaum erwähnenswert: jeder von uns beiden fing einen kleinen Karpfen, den wir aber wieder reinsetzten.
Am letzten Samstag (09.08.) verabredeten wir uns mit unserem Angelfreund Willi am Mittellandkanal in Minden. Wir fuhren erst
gegen 18 Uhr von zuhause los und blieben bis zum nächsten Morgen. Obwohl es tagsüber auch sehr heiß gewesen war, konnten
wir es am Kanal gut aushalten, denn als die Sonne unterging, kam ein kühler Wind auf. Im Wasser sahen wir die Fische springen,
aber beißen wollten sie auch hier nicht. Ganz egal, was wir als Köder anboten (Köderfisch, Fischfetzen, Maden, Würmer,
künstlicher Tauwurm), sie ignorierten alles. Als die Sonne wieder aufging, fiel mir ein, dass wir einen kleinen, eingefrorenen Aal
mitgenommen hatten. Kurzerhand holte ich ihn aus der Kühlbox und schnitt ihn in „mundgerechte“ Happen. Ich wechselte das
Vorfach mit dem Wurmhaken aus und steckte das Aalstückchen auf einen etwas größeren Haken. Dann warf ich die
Schwingspitzrute bis ca. 5 m vor das Schiff, welches rechts von mir schon vorher am Ufer angelegt hatte und kochte mir erst
einmal eine Tasse Kaffee. Danach holte ich meine andere Grundrute rein. Ich war gerade dabei auch diesen Haken mit einem
Aalstückchen zu beködern, als meine Schwingspitzrute sich selbstständig machte. Sie rutschte aus der Halterung und ich konnte sie gerade noch packen, sonst wäre sie im Kanal verschwunden.
Hätte ich den Freilauf eingeschaltet gehabt, hätte ich den Zander (um einen anderen Fisch konnte es sich gar nicht handeln),
bestimmt gefangen. Aber als ich die Rute auswarf, war ich wohl noch nicht ganz wach gewesen (ich hatte mich nach Mitternacht
für ein paar Stunden auf unserer Liege zum Schlafen gelegt). Mein Ärger über meine Dusseligkeit war natürlich sehr groß.
Schließlich war es seit langer Zeit das erste Mal, dass etwas „Vernünftiges“ beißen wollte. Und dann machte ich so einen blöden
Fehler!!! Auch an der anderen Rute, wo ich ebenfalls ein Aalstückchen dran hatte, bekam ich ab und zu eine Meldung. Aber
wenn ich dann anschlug, hatte der Zander den Köder dann doch wieder ausgespuckt. Zander sind eben sehr vorsichtige Fische
und nicht so leicht zu überlisten. Doch fürs nächste Mal weiß ich, dass es sich auf jeden Fall lohnt, es statt eines Fischfetzchens
lieber wieder mal ein Aalstückchen als Köder anzubieten. Probieren geht also über Studieren.
Gestern Abend waren wir für 2 Stunden erneut am Sennesee – und siehe da, die Fische waren wieder in Beißlaune. Die Schleien
haben sich zwar nicht blicken lassen, aber die Rotfedern und Barsche bissen am laufenden Meter auf unsere Maden. Sicher hatte
ihr wiedergekehrter Appetit auch etwas mit dem Wetter zu tun. Die Temperatur war von 39 auf knapp 30 Grad gesunken und es
war ein kühler Wind aufgekommen, der dem Wasser Sauerstoff gab. Und als wir gegen 21 Uhr nach Hause fuhren, fing es sogar
ein wenig zu regnen an. Leider soll die „Abkühlung“ auf tagsüber 25 Grad nur 2 Tage dauern und dann sollen es wieder 30 Grad werden. Der heiße Sommer ist also noch lange nicht vorbei.
Vielleicht haben wir ja bald wieder von besseren Fängen zu berichten, denn am 30. August fahren wir mit Achims Eltern, wenn
auch nur für eine Woche, nach Dietfurt (Altmühltal). Unsere Vermieter freuen sich schon darauf, uns wiederzusehen und wir uns auf eine Angelwoche am Main-Donau-Kanal.
Wir haben, seit wir aus Schweden zurück sind, zwar nicht viel gefangen, aber das war auch nicht so tragisch. Schließlich liegen in
unserer Kühltruhe noch jede Menge Hechte. Ein Rezept hat so wunderbar geschmeckt, daß ich es allen Interessierten zum Nachmachen bekanntgeben möchte.
Gefüllter Hecht – eine Schlemmerei
Zutaten: 1 Hecht von 1,5 bis 2,0 kg
3 – 4 EL Butter 2 Zwiebeln 300 g frische Champignons 200 g Schweinemett
1/8 l saure Sahne 1/8 l süße Sahne 1 Bund Petersilie frischen oder eingefrorenen Salbei frischen oder eingefrorenen Estragon 2 – 3 EL Semmelbrösel
6 Scheiben mageren, geräucherten Bauchspeck Salz Pfeffer Zitronensaft
Zubereitung: Der Hecht wird geschuppt und ausgenommen, dann werden die Kiemenbögen entfernt. Wer mag, kann den Kopf auch entfernen, ansonsten wird er drangelassen.
Von der Bauchseite her fährt man mit dem Filettiermesser unter die Bauchgräten, löst sie von den Bauchlappen und löst mit
Schnitten entlang der Rückengräten die Mittelgräte in ganzer Länge heraus, ohne dabei jedoch die Rückenhaut zu durchtrennen.
Die beiden Zwiebeln hacken und in einem Esslöffel Butter andünsten. Dann kommen 200 g blättrig geschnittene Champignons
dazu. Auch sie werden leicht angebraten. Nun das Schweinemett, die saure Sahne und die Kräuter hinzufügen (dabei die Hälfte
der Kräuter für die Sauce zurücklassen). Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Binden der Masse werden 2 bis 3 Eßlöffel Semmelbrösel hinzugefügt.
Wenn die Masse erkaltet ist, wird der vorbereitete Fisch (innen gesalzen, gepfeffert und gesäuert) damit gefüllt und mit
Küchengarn zugenäht. (Das ist auch möglich, wenn der Hecht ohne Kopf serviert werden soll!)
Nun wird der Hecht mit Salz und Pfeffer eingerieben. Damit er beim Braten nicht aufplatzt, wird er auf beiden Seiten ca. viermal
eingeritzt. Den Hecht nun in eine Auflaufform oder in die Fettpfanne des Backofens legen und mit Bauchspeckstreifen belegen.
Im vorgeheizten Backofen wird der Hecht nun bei 225 Grad (Umluft: 200 Grad) 15 Minuten braten. Dabei öfters mit flüssiger
Butter begießen. Nach dieser Zeit kommen die restlichen 100 g blättrig geschnittenen Champignons hinzu und der Hecht muss
weitere 40 Minuten bei 200 Grad (Umluft: 180 Grad) garen. Kurz vor Garende gießen wir die süße Sahne über ihn und geben die
restlichen Kräuter dazu. Im ausgeschalteten Backofen lassen wir ihn noch 5 bis 10 Minuten ziehen.
Anschließend wird der Hecht auf eine vorgewärmte Platte gelegt. Die in der Auflaufform oder Fettpfanne zurückgebliebene Sauce mit etwas Zitronensaft abschmecken, evtl. nachwürzen und zum Hecht servieren.
Dazu schmecken wunderbar Petersilienkartoffeln.
Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!
Oerlinghausen, den 14.08.2003
hier gehts weiter zum 2.Teil Angelerlebnisse 2003..........
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